Dienstag, 6. März 2012

UNSICHTBARE BLICKE - Frank M. Reifenberg



Inhalt

Ihre Eltern denken, Josie wäre ein braves, keusches Mädchen, das sich an alle Regeln hält. Doch das ist sie nicht. Wenn ihre Eltern nicht aufpassen, chattet sie mit Geronimo, sogar eine Web-Cam hat sie installiert. Und in der Schule freundet sie sich mit Halbitaliener Felix an, die Beziehung streitet schnell voran – sehr zum Entsetzen von Geronimo, der die beiden beobachtet und sogar fotografiert.

 Tommi hatte es nicht leicht. Als seine Eltern versuchten, die Berliner Mauer zu passieren, wurde er ins Kinderheim gebracht. Bis zum seinem achtzehnten Geburtstag war er dort und vieles, was er erlebt hat, war nicht schön. Als er nach vielen Jahren zu seiner alten Familie zurückkehrt, stellt er fest, dass sich vieles verändert hat. Trost findet er bei Lena.

 Stella van Wahden ermittelt in einem neuen Fall. Ein Killer entführt Mädchen, tötet sie einige Zeit später und lässt die Leiche öffentlich inszeniert zurück. Die einzigen Gemeinsamkeiten bisher: eine Nummerierung auf der Leiche und die Vergangenheit der Mädchen: bei wurden entführt.

 Meine Meinung

Unsichtbare Blicke ist ein Thriller, der eine moderne Problematik anspricht – nämlich die Gefahr der Privatsphäre im Internet – und der mich daher interessiert hat. Computer spielen eine immer größere Rolle und viele ahnen nicht, wie gefährlich eine kleine Webcam sein kann und was alles möglich ist. In diesem Fall trifft es Josie.

Das Buch wird aus vier Perspektiven erzählt: Josie, Stella, Geronimo und Tommi (letztere spielt 1988). Wie die Stränge zusammenlaufen werden und wo die Verbindung besteht, erkennt man recht schnell, was mir persönlich den Rätselspaß genommen hat.

 Sehr schade fand ich, dass Josie, die Ich-Erzählerin, eine sehr kleine Rolle hat und es mir so sehr schwer gefallen ist, mich mit ihr zu identifizieren. Bei einem Thriller wie diesem macht für mich die Spannung aus, dass ich mit dem Opfer mitfiebere, ob es entkommen kann, was es erleben muss, etc. Das war hier leider nicht der Fall, denn Josie ist mir während der Geschichte nicht ans Herz gewachsen. Anders gesagt: sie war mir egal.

Auch die Themen Webcam-Gefahren, Nicht-Anonymität des Internets, etc. kamen mir etwas zu kurz. Der Autor hat in der Leserunde erzählt, dass er viel kürzen musste, da das Buch sonst 600 Seiten lang geworden wäre. Mir wären die 600 lieber gewesen, wenn es dann spannender geworden wäre.

Die Auflösung am Ende ist Geschmackssache, mein Fall war es nicht, weil mir die Überraschung gefehlt hat. Ich wusste in etwa nach der Hälfte, wer welche Rolle spielt und konnte mir denken, wie es ausgeht. Sehr schade, denn der Thriller hatte durchaus Potenzial und auch sprachlich war er gut. Der Schreibstil war durch die etwas wirren Sätze auf Dauer zwar anstrengend, es war aber mal etwas anderes.

 Fazit: Ein interessantes Thema, dessen Umsetzung aber leider nicht überzeugen konnte.

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