Mittwoch, 25. April 2012

LONDON KILLING - Oliver Harris



Inhalt

Detective und Alkoholiker Nick Belsey, der bis zum Hals in Schulden steckt, denkt sich, es wäre doch eine brillante Idee, die Identität eines vermissten Millionärs anzunehmen. Der russische Millionär Deveroux verfügt auch über eine große Wohnung in London Hampsted Heath, dem Nobelbezirk. Das kommt für Nick wie gerufen, denn der hat zur Zeit leider kein Dach über dem Kopf. Nach einigen Recherchen findet Nick heraus, dass Deveroux keine Verwandten hat, die sein vermögen erben könnten und so scheint es einfach, in dessen Rolle zu schlüpfen. Vielleicht kann er sich auch etwas von dem Vermögen zu Nutze machen und endlich aus London wegziehen? Klingt simpel und gut. Einfach brillant eben.
Blöd nur, dass Nicks brillante Ideen meist in einer totalen Katastrophe enden.

Auch Nick wird schnell klar, dass seine Lüge viel gefährlicher ist, als er sich vorgestellt hat. Während seinen Ermittlungen bleibt der Vermisstenfall nicht lange so harmlos, sondern entwickelt sich rasch zu einem Mordfall, der auch Nicks Leben gefährdet. Die Leiche findet er im Schutzraum der Villa und obwohl zunächst alles nach Selbstmord aussieht, ist Nick sich sicher: es war Mord.
Aus dem Identitätsspiel wird schnell bitterer Ernst, als Nick sich immer weiter in einem Gespinst aus Lügen, Korruption und Intrigen verstrickt. Seine Gegenspieler sind alles andere als begeistert, dass er seine Nase in fremde Angelegenheiten steckt und seine Lage scheint oftmals aussichtslos.

Meine Meinung

Detective Nick Belsey ist nicht gerade die Art Mensch, die man erfolgreich nennt, aber er ist ein Stehaufmännchen. Auf seine ganz eigene Art. Er ist Alkoholiker, hoch verschuldet, ein bisschen schrullig, einfach total daneben. Und trotzdem hat er was, das ihn gleichzeitig unglaublich sympathisch macht, trotz alle seiner Fehler. Er ist der geborene Antiheld und reißt den Leser trotz oder gerade deswegen in seinen Bann.
Oliver Harris‘ Schreibstil liest sich sehr gut und passt sich dem Ton und dem Tempo der Geschichte an. Die Geschichte ist spannend und bietet schönen Rätselspaß, was nun hinter der ganzen Sache steckt, weil sie aus Nicks Belseys Sicht geschrieben ist. Es gibt also keinen Informationsvorsprung sondern schönes Mitfiebern und –raten. Vom Aufbau her erinnert London Killing mich eher an einen Krimi als an einen klassischen Thriller, gefällt mir aber auch als solcher ausgesprochen gut.
Spannung und Humor vermischen sich zu einem kurzfristigen Lesevergnügen, der Antiheld Belsey ist erfrischend schräg, auch wenn man sich oft die Hand vor die Stirn schlagen und sagen will: „Lass das doch, du weißt genau, dass das schief geht!“. Ich habe mich unterhalten gefühlt und sehe in London Killing ein gelungenes Debut. Ich hoffe, dass es bald mehr von Nick Belsey zu lesne gibt.
4 von 5 Punkten
Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1/2 Punkt
~*~ Blessing ~*~ 480 Seiten ~*~ ISBN: 978-3896674388  ~*~ Gebunden mit Schuztumschlag ~*~ 19,95€ ~*~

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