Donnerstag, 26. April 2012

MISS EMERGENCY - Antonia Rothe-Liermann



Inhalt

Berlin – ich komme! Lena, Medizinstudentin, kann ihren Traum wahrmachen und in einem Berliner Krankenhaus ihr PJ starten – ihr Praxisjahr. Zusammen mit Isa und Jenny, ebenfalls PJler, gründet sie eine WG in der Nähe des Krankenhauses. Die drei haben kaum Zeit sich kennen zu lernen, bevor sie auch schon auf die Patienten losgelassen werden. Erst mal natürlich nur mit Infusionen und Blutabnahmen. Schon am ersten Tag hinterlässt Lena einen bleibenden Eindruck beim Chefarzt Dr. Thalheim. Aber nicht durch ihr Können, sondern durch ihre Beine. Peinlich!
Das PJ birgt mehr Herausforderungen, als Lena gedacht hätte. Nicht nur, dass sie das Talent hat, sich vor dem überaus gut aussenden Chefarzt regelmäßig zu blamieren, sie lässt sich auch von Manuel Ritter, einem Patienten mit Gehirnerschütterung, gehörig auf der Nase tanzen. Nicht mit mir, denkt Lena, doch das ist leichter gesagt, als getan.
Aber auch ihre Freundinnen haben es nicht leicht. Vor allem Jenny leidet und der Oberschwester, die sie seit dem ersten Tag auf dem Kicker hat. Bettpfannen leeren, Krankenakten holen, da bleibt nicht mal mehr Zeit für die Mittagspause.
Nach und nach leben die drei sich ein, gewöhnen sich an den Alltag und erleben alle ihre eigene Berlin-Lovestory. Einige mehr, andere weniger erfolgreich. Für wen wird Lena sich entscheiden? Den witzigen Manuel oder doch lieber Chefarzt Dr. Thalheim? Und was viel wichtiger ist: wer von beiden will denn sie?

Meine Meinung

Miss Emergency, die neue Krankenhausserie für alle Fans von Doctors Diary mit einer selbstironischen, aufstrebenden jungen Ärztin, die ihr Bestes gibt, um sich ihren Traum zu erfüllen: Ärztin zu werden. Doch auf ihrem Weg liegen viele Steine, angefangen bei der „Hammerprüfung“ am Ende des Jahres bis hin zu ihren turbulenten Gefühlen.

Was mich ein wenig stört, ist die Erzählart. Lena erzählt aus der Ich-Perspektive, jedoch sind ihre Reflexionen sehr tagebuchartig und ein wenig nach dem Schema: „Ich habe gesagt, … und dann hat er gesagt … und dann habe ich gesagt …“ Ein bisschen überspitzt dargestellt, aber was ich vermisst habe, ist Dialog. Wörtliche Rede muss man in der Geschichte schon suchen, was ich sehr schade finde, da ich Dialoge am liebsten lese. Ohne Dialoge formt sich mir kein richtiges Bild der Figuren.

Lena versucht, selbstironisch zu sein, schafft das mit ihren Kommentaren aber nicht immer. Ich habe schon viele englischsprachige Bücher gelesen, bei denen das zu viel Humor führt und eine Geschichte spannender macht. Hier ist es meiner Meinung nach leider nicht gelungen. Es gibt sicherliche viele, denen diese Art des Erzählens gefällt, mein Geschmack ist es nicht. Vielleicht bin ich auch zu alt für Lenas Humor, allerdings ist sie als fast fertige Medizinstudentin älter als ich…
 

Die Serie an sich hat Potenzial, mit den Figuren kann man viel machen, obwohl es schon genug Beispiele gibt um zu erahnen, wohin das ganze führt. Wer aber von Doctors Diary, Grey’s Anatomy, und ähnlichen Serien nicht genug bekommen kann und sich so etwas in Buchform wünscht, für den ist Miss Emergency genau das richtige. Ein Einblick in das Leben eines PJlers gemischt mit dem Berliner Lifestyle.



3 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Sprache 0 Punkte, Idee ½ Punkt, Plot ½ Punkt, Figuren 1 Punkt

~*~ Planet Girl ~*~ 256 Seiten ~*~ ISBN: 978-3522502917 ~*~ Broschiert ~*~ 9,95€ ~*~

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen