Freitag, 3. August 2012

DIE MESSIAS MASCHINE - Chris Beckett



Inhalt

Die Welt ist nicht mehr das, was sie einmal war. Wissenschaftler werden von religiösen Fatalisten als Ketzer gejagt, ihr Werk ist reinste Blasphemie und wird hoch bestraft. Wer Wissenschaft ausüben will, muss sich verstecken und in jeder Sekunde um sein Leben bangen. Wer es nach Illyria schafft, hat eine Chance, zu überleben und in einer Stadt voll hoch moderner Technik zu arbeiten.

George ist einer der Wissenschaftler, die es geschafft haben. Sein Geld verdient er mit dolmetschen und den restlichen Tag über hält er lieber Abstand zu seinen Mitmenschen. Seine Mutter Ruth, die einen Ketzer-Prozess überlebt hat, flüchtet sich seitdem in eine virtuelle Realität. Aus Einsamkeit beginnt George, sich mit dem Roboter Mädchen Lucy zu treffen: einer modernen Prostituierten. Kompliziert wird es, als er beginnt, sich in sie zu verlieben.

Doch obwohl Lucy nur eine Maschine, fängt auch sie an, Gefühle zu entwickeln: etwas, das eigentlich unmöglich ist und dass bedeutet, dass George und sie fliehen müssen. Denn sonst würde man Lucy abschalten und entsorgen. Doch auch außerhalb von Illyria sind sie nicht sicher, denn die religiösen Fanatiker verteufeln Roboter wie Lucy und jagen sie wie Dämonen.

Meine Meinung

Die Messias-Maschine ist eine Geschichte, die in einer mir völlig fremdartigen Welt spielt. Die Kirche hat erneut die Macht an sich gerissen und so viel Zuwachs bekommen, dass Wissenschaftler sich wie Kaninchen in ihren Löchern verkriechen müssen. Der zweite interessante Ansatz ist die Frage: wann ist ein Mensch ein Mensch? Was macht das Mensch-sein aus? Kann eine Maschine, die ein Bewusstsein entwickelt, als Mensch angesehen werden, oder bleibt sie ein Haufen Metall? Allerdings sind beides keine neuen Ideen.

Die Geschichte wird aus Georges Sicht erzählt. Er ist mir allerdings eher unsympathisch. Obwohl ein halbes Dutzend Sprachen sprechen kann, wirkt er wie ein naives Jungchen, das auf nichts anderes aus ist, als auf Sex. In seinem Fall Sex mit einer Maschine. Seine Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar und in seiner ganzen Art gefällt er mir einfach nicht. Die anderen Figuren, auch Lucy, sind eher blass.

Der Sprachstil ist in Ordnung, hat mich aber nicht gepackt. Ich muss gestehen, dass ich nach dem Klappentext einen rasanten Science Fiction Thriller erwartet habe, stattdessen wurde mehr auf den Kampf zwischen religiösem Fatalismus und Wissenschaft eingegangen und den Unterschied zwischen Mensch und Maschine. Das allerdings hat es alles schon mal gegeben, mir hat die Spannung gefehlt, wenn ich schon nicht mit den Protagonisten sympathisieren kann.

Fazit: Das Buch war okay, aber nichts Besonderes und ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt.

3 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Sprache ½ Punkt, Idee ½ Punkt, Plot ½ Punkt, Figuren ½ Punkt

~*~ Knaur ~*~ 336 Seiten ~*~ ISBN: 978-3426511190 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,99€ ~*~

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