Dienstag, 15. Januar 2013

DER GEHEIME NAME - Daniela Winterfeld

Quelle Weltbild.de


Inhalt

Es war einmal eine junge Frau, die war arm und verzweifelt, denn ihr Geliebter war reich und wohlhabend  und glaubte, sie sei es ebenfalls. In ihrer Angst, ihn zu verlieren, suchte sie Antworten tief im düsteren Moor. Dort traf sie ein Männlein, das alles zu Gold verwandeln konnte und dafür nichts weiter forderte, als ihren Ring und ein Versprechen. Die Frau war fast noch ein Kind und naiv, sie gab ihm, was er wollte: den Ring ihres Geliebten und das Versprechen, ihm ihre erste Tochter zu bringen. Jahre später kehrte sie mit einem Baby im Arm zurück, glaubend, seinen Namen zu kennen und ihn besiegen zu können. Laut rief sie „Rumpelstilzchen!“. Doch das Männlein lachte nur und nahm das Kind – das war nicht der Name des Geheimen…

Fast neunzehn Jahre später hat Fina die Nase voll. Seit sie denken kann, ist sie mit ihrer Mutter auf der Flucht vor ihrem Vater, jedes Jahr zum Jahreswechsel, wenn es Winter zu werden droht, ziehen sie um, reisen ans andere Ende der Welt. Als ihre Mutter wieder überstürzt ihre Sachen packt, die Tickets nach Neuseeland bereits in der Tasche, beschließt Fina wegzulaufen. Sie trampt zu ihrer Großmutter, die sie erst einmal gesehen hat, getrieben von dem Wunsch, zu studieren – und einem seltsamen Traum.

Hinter dem Haus ihrer Großmutter gibt es einen Wald und  in diesem Wald gibt es ein Moor. Es riecht nach Salz und nach Heimat und Fina lässt sich von dem Geruch und dem Traum leiten. Zu spät erkennt sie, dass sie nicht allein ist, dass das Moor von jemandem bewohnt und bewacht wird, der weder Mensch noch Tier ist. Und dass dieses Wesen sich einen Menschen als Sklaven hält, einen wunderbaren, wilden Jungen…

Meiner Meinung

Wer kennt sie nicht, das Märchen von Rumpelstilzchen, der der Königin ihr Kind stehlen wollte und dabei fürchterlich betrogen wurde? Der geheime Name greift dieses Märchen auf und transportiert es in die moderne Welt. Moor und Magie treffen auf Moderne und Fortschritt. Das Wesen im Moor ist nicht Rumpelstilzchen, aber es ist mindestens genauso böse und gierig.

Ich habe mir sehr viel von diesem Buch versprochen, ich liebe Märchen und auch ihre Modernisierung, ich mag es, wenn Märchen und Moderne aufeinander prallen. Doch Der geheime Name hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Wunderschön geschrieben, voller lebendiger Bilder und einem unglaublich geschickten Umgang mit Sprache. Die Verschmelzung der beiden Welten ist wahnsinnig gut gelungen, nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich.

Die Figuren sind toll, sehr lebendig und echt. Fina ist eine starke, junge Frau, die es satt hat, als Flüchtling und in Angst zu leben. Lieber stellt sie sich ihrer Vergangenheit und findet selbst heraus, was es mit den Geschichten auf sich hat. Sie fühlt sich von ihren Eltern verraten und genießt die Flucht in die märchenhafte Welt, so schrecklich und verstörend sie auch ist, denn dort findet sie etwas, was sie vorher nie gekannt hat und von dem sie immer geträumt hat: ein zu Hause.

Auch Mora, der wilde Junge, ist eine interessante Figur, seine Wildheit und seine Andersartigkeit kommen vor allem in den Passagen zum Ausdruck, in denen er erzählt. Er hat eine merkwürdige Sicht auf die Welt und sich selbst Erst Fina zeigt ihm, dass Vieles, das der Geheime ihm eingeprügelt hat, nicht stimmt. Er redet merkwürdig, hat Probleme, Fina zu verstehen und schämt sich für die natürlichsten aller menschlichen Triebe.

Auch der Plot ist, genauso, wie der Klappentext es anpreist: „Spannend wie ein Thriller; Phantastisch wie ein Märchen“. Normalerweise glaube ich diesen Phrasen nicht, weil sie meistens nicht stimmen, aber hier passen sie. Die Geschichte ist spannend, man hat zwar eine Ahnung, wie es ausgehen könnte, aber die kann sowohl in richtig Happy Ending als auch Katastrophe driften.

Fazit: ich bin begeistert und verzaubert. Mein Top-Titel des Monats!

5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Sprache 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt

~*~ Knaur ~*~ 521 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-426-51127-5 ~*~ Broschiert ~*~ 12,99€ ~*~ 4. Januar 2013 ~*~ Kaufen? *KLICK* ~*~

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