Dienstag, 2. April 2013

GÖTTLICH VERLIEBT - Josephine Angelini

Quelle Dressler


Inhalt

Im finalen Band der Göttlich-Trilogie muss Helen nicht nur gegen die zwölf Götter kämpfen, die die Erde unterjochen wollen, sondern erntet mehr und mehr Misstrauen in den eigenen Reihen. Seit sie, Lucas und Odin das Ritual vollzogen haben, entdeckt sie mehr und mehr Kräfte in sich. Ihren Freunden wird sie unheimlich, doch Helen sieht darin ihre Chance, Zeus ein für allemal zu besiegen. Ob ihr das gelingen kann?

Und was ist mit Lucas und Odin? Für wen schlägt ihr Herz stärker? Für Lucas, ihren Cousin, oder für Orion, den alle für den Tyrannen halten? Wer ist der Tyrann?
Kann ein einzelnes Mädchen das alles überhaupt bewältigen?

Meine Meinung

Göttlich verliebt, der letzte Band der Göttlich-Trilogie, schließt nahtlos an seinen Vorgängern Göttlich verloren an. So nahtlos, dass ich anfangs erhebliche Schwierigkeiten hatte, mich zurechtzufinden. Ich wusste nach einem Jahr kaum noch, wer welche Rolle spielt, zu welchem Haus gehört, wer Mensch war und wer nicht. Anfangs habe ich sogar Zach mit Orion verwechselt und war entsetzt, dass er tot sein soll - bis ich gemerkt habe, dass Zach nicht Orion war. Wer Zach war? Das weiß ich immer noch nicht. Erschwert wurde das ganze dadurch, dass sich einige Figuren sehr ähnlich sehen, mache sind 1:1-Abbilder von Göttern. Da den Überblick zu behalten war ziemlich schwierig.
 
Inhaltlich dreht sich in diesem Band alles um den Tyrannen. Während die anderen Häuser sich auf Orion verbissen haben, da er Erdbeben auslösen kann und der Sohn zweier Häuser ist, hatte ich von Anfang an einen ganz anderen Verdacht: der sich auch bestätigt hat. Insofern hat sich, was das große Mysterium um die Identität des Tyrannen betrifft, für mich nicht besonders viel Spannung aufbauen können.
 
Die Dreiecksgeschichte um Helen, Orion und Lucas wird weiter ausgebaut und hier hat Angelini einen ganz einfachen Trick angewandte, um sie aufzulösen. Etwas sehr weit hergeholt und nach so langer Zeit irgendwo auch ein wenig unglaubwürdig, aber machbar. Ich fand es nicht so elegant gelöst, es wirkt dadurch sehr konstruiert und gewollt. Allgemein finde ich die Entwicklung der Figuren etwas sehr konstruiert und bei vielen unglaubwürdig. Was auch damit zu tun haben kann, dass mir an vielen Stellen die emotionale Spannung fehlt und ich die Handlungen der Figuren auf dieser Ebene einfach nicht nachvollziehen kann.
 
Ich weiß auch nicht genau warum, mich konnte Band 3 noch weniger packen als Band 2. Die ganzen Enthüllungen alter Familiengeheimnisse kommen so plötzlich, es wird viel auf blutige Kämpfe gesetzt, am Ende gibt es ein gigantisches Gemetzel und das Geheimnis um den Tyrannen ist eigentlich keines, wenn man aufmerksam liest. Ich will nicht sagen, dass es langweilig war, denn das stimmt nicht. Es war schon Spannung da. Was mir gefehlt hat, war mehr das Emotionale, das Mitfiebern mit den Figuren. Vor allem, als Helen gegen Achills Champion antritt und alles, was damit zu tun hat. Gerade in solchen tragischen Szenen haben mir die Emotionen gefehlt. Oder sie wurden so gebaut, dass man nur Fragezeichen im Kopf hatte. Eine meiner liebsten Figuren stirbt, sodass ich fassungslos vor dem Buch sitze, nur um einige Kapitel weiter zu erfahren, dass er wiedererweckt wurde. So kann man es auch machen, finde ich aber nicht gut.
 
Und an anderer Stelle war es zu viel. Die Art beispielsweise, wie Lucas mit der Beziehung von Helen und Odin umgeht, passt nicht zu ihm. Er benimmt sich wie ein kleines Kind, dem man das Spielzeug abgenommen hat. Wo ist da der große, tapfere Scion geblieben?
 
Sprachlich war es so weit in Ordnung, mir wurde es teilweise zu viel. Manche Formulierungen sind extrem blumig und dramatisch und lesen sich einfach nicht schön. Es wirkt alles zu viel, zu dick aufgetragen, zu gewollt. Wenn man immer nur einige Kapitel liest, ist es okay, wenn man das ganze Buch am Stück liest, rollt man gerne einmal genervt mit den Augen über die schnulzigen Übertreibungen.
 
Fazit: Ein etwas zäher Abschluss mit einer übermächtigen Protagonistin, die in meinen Augen so viel kann, dass sie langweilig wirkt. Band 3 konnte mich noch weniger als die Vorgänger begeistern, es plätschert alles vor sich hin, Emotionalität und Nachvollziehbarkeit fehlten an vielen Stellen.
 
2,5 von 5 Punkten
 
Cover 1/2 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 0 Punkte, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1/2 Punkt
 
~*~ Dressler ~*~ 458 Seiten ~*~ ISBN: 978-3791526270  ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 19,95€ ~*~ 1. März 2013 ~*~

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