Dienstag, 7. Mai 2013

FRÜHLINGSGEWTTER - Angela Gerrits

Quelle Oetinger


Inhalt

Der Frühling hätte so schön werden können. Sonnenschein, Campingurlaub und ein paar Tage Zweisamkeit mit ihrem Freund Björn. Es war bereits alles geplant, doch als Johanna "Joe" und er sich das nächste Mal treffen ist er kalt und abweisend. Ihre beste Freundin Rhea ist seltsam schweigsam. Und ihre Eltern zoffen sich so sehr, dass ihr Vater auszieht. Joe ist die Lust auf Urlaub gründlich vergangen. Trotzdem lässt sie sich von ihrer Mom überreden, mit ihr für zwei Wochen nach Griechenland zu fliegen - und trifft dort auf den netten Griechen Nikos. 
Es könnten so schöne Ferien sein. Wäre da nicht der furchtbare Unfall, von dem sie niemandem erzählt hatte. Die Ungewissheit, um ihre Freundin noch lebte. Die Scheidung, die über der Ehe ihrer Eltern schwebte...

Meine Meinung

Frühlingsgewitter ist eine kurze Geschichte über ein Mädchen, das ihre erste Trennung zu verarbeiten versucht und ihr Glück im fernen Griechenland sucht. Joe geht ziemlich naiv durchs Leben und drückt sich vor der Verantwortung. Sie lässt die bewusstlose Rhea liegen, anstatt einen Krankenwagen zu rufen, sie beschuldigt sie des Betruges, ohne sie zu fragen und stürzt sich trotz Liebeskummer ins nächstbeste Liebesabenteuer. Und wenn es auch nur ein Urlaubsflirt ist. 

Anfangs fand ich den Aufbau des Buches etwas irritierend. Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz, es gibt viele Sprünge in der Zeit (von Deutschland nach Griechenland, Gegenwart und Zukunft, bis sie sich schließlich überschneiden). Die Sätze sind kurz, fast schon elliptisch. Ein wenig wie Tagebucheinträge, allerdings ist es nicht in der Ich-Perspektive geschrieben. 

Ich bin nicht sicher, für welche Altersgruppe Frühlingsgewitter gedacht ist. Sprachlich würde ich es eher für jüngere Leser einordnen, die Figuren sind allerdings schon etwas älter (Björn ist 18). Obwohl man die Geschichte recht schnell gelesen hat (es sind nur 171 Seiten), zog sie sich ziemlich und zwischendurch hat mir der rote Faden gefehlt. Erst plätschert es eher vor sich hin und im nächsten Moment überschlagen sich die Ereignisse.

Was ich schade finde ist, dass Joes Figur etwas unauthentisch wirkt. Ihre Gefühle springen von einem Extrem ins andere, ohne dass der Leser die emotionalen Reaktionen nachvollziehen kann. Es ist alles etwas überspitzt dargestellt und das fehlt das Gefühl des Nachempfindens. Das kann auch daran liegen, dass die Figuren alle sehr blass bleiben und Joe als Protagonistin nicht unbedingt sympathisch ist. 

An sich eine nette Geschichte über Liebeskummer, Beziehungsdramen und die Scheidungs der Eltern, mehr aber auch nicht. Mir fehlt das gewisse Etwas, das, was die Geschichte besonders macht. Ich fürchte, dass es auch jüngeren Lesern so gehen wird wie mir. 

2 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 0 Punkte, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ Oetinger ~*~ 171 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-8415-0198-1 ~*~ Taschenbuch ~*~ 8,99€ ~*~ 1. April 2013 ~*~ 

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