Freitag, 21. Juni 2013

DIE NACHT - Guillermo del Toro & Chuck Hogan.

Quelle Heyne
Wie überlebst du in einer Welt der ewigen Nacht?


ACHTUNG: Die Rezension kann für alle, die Die Saat und Das Blut noch nicht gelesen haben, Spoiler enthalten!

Inhalt

Zwei Jahre ist es her, dass Ephraims Exfrau Kelly, die sich in einen Vampir verwandelt hat, ihren gemeinsamen Sohn Zak entführt hat. Die wenigen Menschen, die noch auf der Erde leben, werden von Vampiren versklavt. Nur eine kleine von Rebellen hat sich beschlossen, Widerstand zu leisten und zu kämpfen - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Erschwert wird ihre Aufgabe auch durch eine atomare Katastrophe, die bewirkt hat, dass die Sonne nur noch für zwei Stunden am Tag scheint. Als Nora inhaftiert wird, bleiben Ephraim und Vasily keine andere Wahl: wenn sie sie retten und den Meister endgültig besiegen wollen, brauchen sie Hilfe vom Vampir Quilan... 

Meine Meinung

Allgemein

Die Nacht ist der abschließende Band der Kopfkino-Trilogie um das Ende der Menschheit und den etwas anderen Vampiren von dem berühmtem Duo bestehend aus Guillermo del Toro und Chuck Hogan. 

Figuren

Auch im letzten Band begleiten wir die altbekannten Figuren, die wir schon in Die Saat kennengelernt haben. An keinem Charakter ist das Erlebte spurlos vorbeigegangen, vor allem Ephraim ist krank vor Sorge um seinen Sohn Zak und man merkt ihm an, dass er am liebsten aufgeben würde. Auch die zarte Romanze, die sich zwischen Eph und Nora entwickelt hatte, hat in dieser Welt kaum eine Chance. Vor allem, da Nora sich nach Kräften um ihre kranke Mutter kümmert. Aber vielleicht waren sie auch einfach zu verschieden und eine ganz andere Figur passt besser zu Nora?
Auch Vasily Fet, Gus und der Vampir Quilan sind wieder mit dabei. Es ist bedrückend zu sehen, was diese Welt mit den Figuren gemacht hat. Was mich ein bisschen stört, ist ihre unglaubliche Ausdauer. Sie entwickeln sich zu wahren Vampirvernichtungsmaschinen, was mehr als einmal unglaubwürdig und übertrieben wirkt. 

Plot

Inhaltlich hat mir ein bisschen was gefehlt. Was Spannung und Emotionen angeht, reicht Die Nacht nicht an seine Vorgängern heran und auch an Atmosphäre mangelt es an vielen Stellen. Vielleicht rührt das daher, dass der Plot sehr gehetzt wirkt und auch ein wenig lieblos abgearbeitet. Um allen Aspekten gerecht zu werden, hätte das Buch deutlich dicker sein müssen, was mich persönlich nicht gestört hätte. Ich habe lieber ein doppelt so dickes Buch voll dichter, gruseliger Atmosphäre als weniger Seiten, in denen kaum oder keine Atmosphäre aufgebaut werden kann, weil die Handlung übereilt abgearbeitet wird. 
Dabei hat die Geschichte viel Potenzial, zumal wir endlich mehr über das Mysterium der Vampire erfahren. Der Plot ist spannend und weist viele interessante Szenen und Ideen auf, mir ist nur die Umsetzung zu kurz. Was leider völlig verloren geht sind die Beziehungen der Figuren zueinander, emotionale Dialoge, Aussprachen, Interaktion. Was das belangt ist der Plot etwas schwach. Von einem Finale hätte ich mir etwas mehr versprochen. 

Sprache

Sprachlich schaffen del Toro und Hogan wieder das gleiche Kopfkino-Gefühl wie auch zuvor. Es ist nicht unbedingt der Schreibstil, den ich präferiere, ich mag es etwas ausgeschmückter, blumiger oder poetischer - was zu diesem Genre natürlich nicht passt, aber man kann auch Horror-Bücher durch entsprechende Sprache atmosphärisch dicht gestalten. Obwohl die nüchterne Sprache einen gewissen Effekt erzielt, ist es doch für jemanden wie mich, der es toll findet, wenn allein die Sprache Emotionen erschaffen kann, etwas zu nüchtern. 

Fazit

Ein solides Finale, dem mehr Raum gut getan hätte, und das in seiner Gesamtheit atmosphärischer und überzeugender hätte sein können. 

3,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ Heyne ~*~ 432 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-453-52733-1 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,99€ ~*~ 10. Juni 2013 ~*~ 

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