Samstag, 1. Juni 2013

RICKY RICARDO, MEIN HANDY UND ICH - Micol Ostow

Quelle Lovelybooks


Inhalt

Die 16-jährige, übergewichtige Aggie ist von der neuen Arbeitsstelle ihres Vaters alles andere als begeistert. Für seine neue Radiosendung muss die schräge Familie das lauschige Miami verlassen und ins arktische Alaska ziehen. Na klar, unter Parkas und Thermowäsche kann man die Extrapfunde besser verstecken. Aber Alaska heißt auch Skifahren und Langlauf, nicht gerade die Beschäftigung, die Aggie toll findet. Zumindest, bis sie erfährt, dass ihr privater Lehrer Tobin, das Schnuckelchen aus ihrer Klasse ist. 

Und dann ist da noch Duncan. Der liebstenswerte, direkte, süße Duncan, mit dem ihr Liebeskummer für Tobin und ihre exentrische Mutter gleich viel leichter zu ertragen sind. Und wenn sie ganz ehrlich ist: Duncan hat ja auch ein Schnuckelgesicht, oder? Aber was sollten zwei so tolle Jungs schon mit einem Mädchen mit ihr und ihren Ausmaßen anfangen wollen...?

Meine Meinung

Allgemein

Ricky Ricardo, mein Handy und ic erzählt die Geschichte einer jungen Schülerin, die erst unter Extremsituationen und sonderbanre Begebenheiten versteht, dass sie mehr aus ihrem Leben machen muss und dass das Leben viel schöner ist, wenn man sich selbst mag, wie man ist. 

Plot

Alles beginnt mit dem gefürchteten Umzug von Miami nach Alaska und Aggies Beschluss, dort unsichtbar sein zu wollen. Ihrer besten Freundin Chloe, der sie als unsichtbare Beraterin gedient hatte, und damit auch ihres sozialen Status' in der Schule beraubt, sieht sie keinen Sinn darin, sich die Mühe zu machen, sich der neuen Umgebung anzupassen und Freunde zu finden. Wie es das Schicksal braucht sie das auch gar nicht, denn Duncan kommt von sich aus auf sie zu. 
Der Plot erzählt, wie Aggie sich nach und nach mit Duncan und Tobin anfreundet, wie sie gegen ihre schräge Mutter rebelliert, die sie - genauso wie ihren Chihuahua - wie ein Anziehpüppchen behandeln will, und wie sie scih schließlich - als ihr Handy verschwindet - dazu entschließt, dem Abenteuertrieb ihres Handy zu folgen. Witzig, romantisch und herrlich selbstkritisch. Es gibt viele humorvolle Szenen. Manches ist sicherlich auch ernst, Aggie verpackt es aber so selbstironisch, dass man es mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest. 

Figuren

Ich-Erzählerin Aggie ist toll dargestellt. Sie wirkt durch ihre lockere Sprache und ihre vor Selbstironie triefenden Aussagen unglaublich echt. Man mag sie und hat Mitleid mit ihr, man hofft und bangt mit ihr und wünscht ihr endlich ein bisschen (Liebes-)Glück. Sie ist humorvoll und herzlich und könnte, wie sie selbst weiß, etwas mehr Selbstbewusstsein vertragen. Sie ist ein Mädchen, das mit ihren Pfunden zu kämpfen hat, mit ihrem Aussehen und ihrem Leben. Sie ist ein Mädchen, in das sich bestimmt viele Leserinnen hineinversetzen können. 
Duncan ist ein liebenswerter Kerl, offen und herzlich. Man merkt ziemlich schnell, was außerdem noch ist, aber das möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen.
Tobin ist mehr als der typische Schulschwarm, denn er ist nicht nur gutaussehend und nett, er hat auch noch das Herz am rechten Fleck und agiert menschlich und manchmal schüchtern, aber nie überheblich oder arrogant. 
Auch Aggies Mutter ist toll gezeichnet, sie ist eine exzentrische Latina, die mit aller Gewalt auffallen will und die ihre Tochter auf Biegen und Brechen verändern möchte. Man kennt solche Mütter und ist froh, selbst nicht so eine zu haben. Man fühlt sich bei ihnen wie ein Stoffpüppchen und so geht es auch Aggie. 

Sprache

Die Sprache ist flippig, jugendlich und direkt. Aggie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist kritisch mit jedem, vor allem mit sich selbst, und hat eine gesunde Portion Humor. Auch ihr Selbsthass und ihre Selbstzweifel werden durch die Sprache und die Wortwahl sehr deutlich. Der Ich-Erzähler war hier eine sehr gute Wahl und mir gefällt, wie Sprache und Figur zusammenarbeiten und einen Menschen erschaffen, den man sich so lebhaft vorstellen kann, als kenne man ihn schon seit langer Zeit.

Fazit

Ein Roman voller Selbstironie und Wirt über ein Mädchen, das lernen muss, sich selbst zu lieben.

4 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Aufbau ~*~ 286 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-8000-5727-6 ~*~ Broschierte Ausgabe ~*~ 12,95€ ~*~ 7. März 2013 ~*~ 



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