Samstag, 6. Juli 2013

ALISIK ~ HERBST - H. Rufledt & H. Vogt

Quelle Amazon.de


Inhalt


Als Alisik mitten in der Nacht auf dem Friedhof aufwacht, hält sie all das für einen schlechten Scherz. Den Sarg, das Totenkleid, ihre Blässe. Selbst, als sie Ottie, Frings, dem General und all den anderen begegnet, die ganz offensichtlich tot sind, will sie es nicht glauben. Erst, als sie sich unter Menschen begibt, von denen keiner sie wahrnimmt, und als sie sich im Sonnenlicht auflöst und erst in der nächsten Nacht wieder auf dem Friedhof erwacht, sickert es in ihr Bewusstsein: Sie ist tot. Eine Postmortale. 

Alisik weiß nicht, wie sie damit umgehen soll, trotz ihrer Friedhofsfreunde fühlt sie sich unglaublich einsam und traurig. Und nun wird ihr neues Heim auch noch bedroht, denn eine Baufirma will den Friedhof plattwalzen und ein Einkaufszentrum auf ihm errichten. Alles scheint auswegslos. Bis sie eines Tages Ruben begegnet. Ruben, der blind ist, sie aber hören kann. Ruben, in den sie sich fast augenblicklich verliebt... 

Meine Meinung

Allgemein

Alisik - Herbst ist der erste Teil einer vierbändigen Dark-Romance-Mystery Serie aus dem CARLSEN COMIC Verlag. Eigentlich ist meine Comic-Zeit schon lange vorbei und außer Lucky Luke und Asterix und Obelix konnten mich Comics nie begeistern. Doch dann kam die Mail von CARLSEN über Alisik und ich war hin und weg. Das musste ich einfach lesen. 

Figuren

Alisik ist ein junges, hübsches Mädchen, das ohne Erinnerungen auf dem Friedhof erwacht. Sie tut sich schwer damit, ihr Schicksal zu akzeptieren und es dauert lange Zeit, bis sie es wagt, sich mit den anderen anzufreunden. Sie vergießt viele Tränen, bevor zu beschließt, das Leben als Postmortale so gut es geht zu genießen. Auf den Zeichnungen sieht sie sehr jung aus, ein blasses Gesicht mit riesiges grünen Augen, umrahmt von langen, schwarzen Haaren. Nicht ganz so hübsch gezeichnet finde ich die knallroten, kreisrunden Wangen und den spitzen roten Mund, der ihr etwas von einer kitschigen Porzellanpuppe verleiht. Andererseits hebt genau diese Zeichnung sie von den anderen ab, vor allem von den noch lebenden Menschen, die ziemlich echt wirken. 



Die anderen Postmortalen sind ein kunterbunter Haufen, den ich schnell ins Herz geschlossen habe, Ottie, die im Rollstuhl sitzt und Alisik ihre tragische Geschichte erzählt. Frings, der nur noch aus Knochen besteht, aber für jeden Spaß zu haben ist. Der dicke General mit einem riesigen Loch im Bauch. Sichel-Michel, der die Botschaft überbringt, sollte sich Herr Todt entschieden haben, ob die Postmortalen ins Lichtreich oder ins Dunkelreich einkehren werden und der gerne eine Runde Karten spielt. 

Auch der blinde Ruben und sein Hund Wuschel sind schön gezeichnet und Rubens mysteriöser Unfall macht den Leser neugierig. Vielleicht kannte er Alisik? Vielleicht hat sogar Alisik seine Blindheit zu verschulden, denn zum Postmortalen wird nur, wer sich vor seinem Tod etwas zu Schulden hat kommen lassen. 

Der Chef der Bauarbeiterfirma ist ein dicker, grobschlächtiger Mann, der genauso grausam und skrupellos aussieht, wie er auch ist. 

Plot

In Alisik - Herbst werden zunächst alle Figuren vorgestellt und charakterisiert. Die Probleme des "Lebens" eines Postmortalen werden geschildert, die Gefahr der Baufirma dargestellt und auch der blinde Ruben wird vorgestellt. Im ersten Band geht es vor allem um Alisik, die akzeptieren muss, dass sie tot ist, und die das erste Mal so etwas wie Glück verspürt, als sie auf Ruben trifft. Der Grundstein für die Romanze wird gelegt und lässt hoffen, dass sie sich im zweiten Band - Winter - weiter entfalten wird. Für meinen Geschmack hätte der Comic noch länger sein können. Ich finde die Zeichnungen sehr schön, vor allem die dunklen, die nachts auf dem Friedhof spielen. Aber auch die in der Menschenwelt sind toll getroffen und in einem ganz anderen Stil gezeichnet. Diese Brüche gefallen mir sehr gut. 
Es werden viele tolle Ideen angesprochen und sehr interessante Figuren vorgestellt. 

Sprache

Die Dialogsprache ist natürlich und trotzdem nicht zu umgangssprachlich. Es gibt einen erkennbaren Unterschied zwischen den Sprechern, vor allem Alisik grenzt sich durch eine jugendlichere Sprache und einen häufigen Gebrauch von "Ähm" und "Na ja" von den älteren Figuren ab. 
Sehr schön finde ich, dass zu Beginn jedes neuen Kapitels eine Seite mit Fließtext eingefügt wurde. Mal sind es Gedanken von Alisik, mal Regeln der Postmortalen. Onomatopoetische Ausdrücke wie "Bumm", "Bäng", etc werden nur sehr sparsam verwendet, was mir sehr gut gefällt, weil so mehr Gewicht auf die Dialoge und Zeichnungen gelegt wird. 


Fazit

Dieser Comic kann sogar Leser wie mich, die schon lange keinen Comic mehr in der Hand hatten, begeistern. Wunderschön gezeichnet, vielfältig, romantisch, mystisch und traurig. Ich bin jetzt schon ein Fan. 

5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Zeichnung 1 Pnkt

~*~ CARLSEN COMIC ~*~ 96 Seiten ~*~ ISBN: 978-3551770264 ~*~ Taschenbuch ~*~ 7,99€ ~*~ Juli 2013 ~*~ 

Mehr Infos rund um Alisik gibt es hier *KLICK*

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