Sonntag, 7. Juli 2013

Nacht ohne Angst - Angélique Mundt

Quelle btb


Inhalt

Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus, als die junge Patientin tot aufgefunden wird. Sie hat sich im Badezimmer der Uni-Psychiatrie in Hamburg erhängt. Doch ihre Therapeutin glaubt nicht an Selbstmord, denn der jungen Frau ging es durch den Einsatz von neuen Medikamenten schon viel besser. Zudem fehlen sowohl ihre Tagebuch wie auch ihre Papiere. Kommissar Koster und sein Kollege Liebtrau beginnen mit den Ermittlungen. Als eine weitere Patientin tot aufgefunden wird, wird schnell klar: hier ist ein Mörder am Werk. Doch wer ist es?

Meine Meinung

Allgemein

Nacht ohne Angst ist das Krimi-Debüt der Autorin Angélique Mundt und ein spannender Krimi voller Irrwege und falscher Verdächtiger.

Figuren

Wie ich es bei einem Krimi dieser Art nicht anders erwartet habe, sind nicht alle Figuren rational und wenn man als Leser grübelt, wer welches Motiv haben könnte, darf man nicht unbedingt logisch denken. Schließlich tun manche dieser Figuren das ebenfalls nicht, sondern schaffen sich ihre eigene kleine Welt mit ihren eigenen Regeln. Ich persönlich finde diese Undurchschaubarkeit der Figuren sehr reizvoll und toll umgesetzt. 

Die beiden Kommisare sind mir sehr sympathisch. Man erfährt einiges über das Privatleben der beiden, was ich immer wichtig finde - Koster ist beispielsweise Vater und steckt in einer krieselnden Ehe. Auch Tessa Ravens, die in der Klinik arbeitet, ist eine sympathische Figur, die ich schnell ins Herz geschlossen habe.  

Plot

Geschichten, vor allem Krimis und Thriller, die in der Psychiatrie spielen, haben auf mich immer einen besonderen Reiz. Die Unberechenbarkeit der Figuren und die abrupten Wendungen, die die Story nehmen kann, bringen einen schönen Nervenkitzel. Das ist in Nacht ohne Angst nicht anders. Mir gefällt, dass der Hauptteil des Krimis in der Psychiatrie spielt, wodurch man einen tollen Einblick in das Leben dort bekommt und gleichzeitig die richtige Atmosphäre geschaffen wird. Die gute Recherchearbeit bzw. das gute Vorwissen der Autorin sind beim Lesen spürbar, allerdings auf eine sehr angenehme, subtile Art und Weise. Man hat keineswegs das Gefühl, einen medizinischen Ratgeber zu lesen. 

Langweile sucht man hier vergeblich, der Krimi ist spannend und interessant und sorgt für die vielen, teilweise sehr undurchsichtigen Verdächtigen, die für den nötigen Rätselspaß. Große Verwirrungen und unzählige Ermittlungssackgassen eingeschlossen. Wer hier jedoch einen blutigen Thriller erwartet, liegt falsch. Trotz der Morde und der düsteren Atmosphäre der Klinik handelt es sich bei Nacht ohne Angst um einen zwar spannenden, aber doch eher  ruhigen Krimi. Es ist eine eher subtile Spannung, die mir aber sehr gut gefällt. 

Sprache

Angenehm fand ich, dass es keinen übermäßigen Gebrauch an medizinischen Fachbegriffen gibt. Man hat nicht das Gefühl, beim Lesen ein medizinisches Lexikon zu brauchen, sondern kann den Krimi entspannt genießen. Der Schreibstil an sich ist flüssig und angenehm zu lesen und passt zu dem ruhigen Ton des Krimis. 

Fazit

Ein gelungenes Krimi-Debüt, das etwas nervenaufreibender hätte sein können. 

3 von 5 Punkten

Cover 0 Punkte, Idee 1/2 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ btb ~*~ 320 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-442-74626-2 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,99€ ~*~ 10. Juni 2013 ~*~ 



1 Kommentar:

  1. Liebe Miriam, vielen Dank für Deine tolle und ausführliche Rezension meines Buches! Darüber habe ich mich sehr gefreut! Und vor allem habe ich mich in deinen Worten gut wiederfinden können. DANKE! Ganz herzliche Grüße von Angélique Mundt

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