Sonntag, 14. Juli 2013

Ohne ihn! - Kerry Cohen Hoffmann



Inhalt

Ihr Leben mit Henry bedeutet alles für die junge Zoe. Die letzten sechs Monate sind die wichtigsten in ihrem Leben und als Henry völlig unerwartet Schluss macht, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie kann es nicht verstehen. Und noch weniger will sie es akzeptieren. Ihr ist egal, was ihre Freundinnen oder Henrys Bandkollegen denken: sie will Henry zurück. Um jeden Preis.

Meine Meinung


Allgemein


Ohne ihn! ist mein erstes Buch aus dem PINK Verlag (ein Oetinger Imprint) und handelt von einem Teeangermädchen, das ihre erste Liebe nicht gehen lassen kann. 

Figuren


Protagonistin Zoe ist, gelinde gesagt, kompliziert. Obwohl Henry ihr gesagt hat, warum er Schluss gemacht hat und obwohl sie dem in einem gemeinsamen Gespräch zugestimmt hat, kann sie so nicht weiterleben. Zum ersten Mal seit Langem fängt sie wieder an, Gedichte zu schreiben, denn das ist es, was sie am besten kann und was sie liebt. Doch all diese Gedichte handeln von Henry und sie hat keine Scheu, sie ihm zu geben - egal wie gefährlich oder peinlich die Lage auch sein mag. Normalerweise habe ich, gerade in Liebesgeschichten, sehr oft das Bedürfnis, den Figuren einen Stoß zugeben und "Jetzt trau dich doch endlich!" zu rufen. Bei Zoe ist es genau andersherum. Ich möchte sie schütteln, bis sie wieder zur Vernunft kommt, und denke ständig: "Oh bitte, tu es nicht!" Für dieses Gefühl gibt es sogar einen Namen: Fremdschämen. Und genau das hatte ich beim Lesen sehr oft. 

Henry, der Gitarrist, ist in meinen Augen der falsche Freund für Zoe. Er ist ein selbstverliebter Egoist, der mit seinen Freunden über Zoe herzieht, der alles ausplappert, was sie getan hat, sei es noch so intim, der in der Öffentlichkeit Schluss macht und der nichts anderes als sich selbst im Kopf hat. Er lässt Zoe leiden und versucht erst viel zu spät, Zoe aufzuhalten. Ich konnte beim Lesen nicht verstehen, was Zoe an ihm findet und warum sie ihn unbedingt wieder haben will. Andererseits kann ich verstehen, dass er nichts mit einer durchgeknallten Stalkerin wie Zoe zu tun haben will. 

Die beste Freundin, Shannon, verhält sich teilweise auch alles andere als nett und hat keine Scheu davor, Zoe öffentlich zu demütigen. Obwohl sie vernünftig ist und meistens die richtigen Ratschläge weiß, geht sie zu weit. 

Plot

Die Geschichte ist in Ordnung, ab einem gewissen Grad ist sie sehr vorhersehbar, weil keine der Figuren überraschend handelt. Was mich etwas gestört hat, waren die unzähligen Fremdschäm-Momente und ich fand sie alles in allem etwas übertrieben. Wann immer ich über Zoe und ihre Peinlichkeiten lachen wollte, blieb mir dieses Lachen im Hals stecken, denn dieses Buch ist keinesfalls eine Komödie. Der Ton, in dem es erzählt wird, ist meines Erachtens nach sehr ernst. Das gibt der Geschichte eine gewisse Tragik und führt vor Augen, wie schlimm manche Teenager Zurückweisungen aufnehmen und wie wenig sie damit umgehen können. Hier wird schön geschildert, wie eins zum anderen führt. Eine Zurückweisung der ersten großen Liebe, eine Mutter, die viel zu beschäftigt ist, ein kleiner Bruder, der alles darf, beste Freundinnen, die selbst noch nie verliebt waren und noch nie Liebeskummer hatten, Lästerattacken der Mitschüler. Auf den ersten Blick ist Zoe zwar ziemlich peinlich, auf den zweiten jedoch unglaublich bemitleidenswert und die Geschichte hätte viel viel schlimmer ausgehen können. 
Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass es etwas emotionaler wäre. Da mir weder Zoe noch Henry besonders sympathisch waren, hat mir die Gefühlsebene in der Geschichte gefehlt. 
Es ist gut, dass es auch ernsthaftere Geschichte zum Thema Liebeskummer und Stalking gibt, ich habe bei dem Cover und dem Klappentext aber eine fröhlichere Komödie erwartet und war deshalb etwas enttäuscht. 

Sprache

Es liest sich ganz okay, teilweiseetwas hölzern und mir wird etwas zu viel nacherzählt. Die Kapiteleinteilung in Tage ist gut gelöst. Die Formatierung ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn Betontes wird hier nicht kursiv, sondern fett dargestellt und Gedanken sind nicht in Anführungszeichen oder kursiv gedruckt, sondern mit L e e r s t e l l e n zwischen den Buchstaben. Das liest sich etwas merkwürdig und hebt sich meiner Meinung nach nicht so gut von der Grundschrift auf wie kursiv-Text. 

Fazit

Eine kurze, ernste Geschichte über ein Mädchen, das eine Zurückweisung nicht ertragen kann.

3 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ PINK ~*~ 176 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-86430-016-5 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,99€ ~*~ 1. Mai 2013 ~*~


1 Kommentar:

  1. Hmm, das klingt ja nicht so gut... Ich hatte schon überlegt, das Buch mal zu lesen, aber jetzt reizt es mich nicht mehr so.

    Ich habe dich getaggt! Wenn du Lust hast:
    http://mikkaliest.blogspot.de/2013/07/die-liebe-sophia-von-reading-thinking.html#more

    AntwortenLöschen