Donnerstag, 15. August 2013

SOUL BEACH - Kate Harrison

Quelle LOEWE
 
 


Eigentlich wollte Alice nur kurz online, um sich ein letztes Mal abzulenken und sich vorzuschwindeln, alles sei normal. Um zu vergessen, dass die Beerdigung ihrer ermordeten Schwester kurz bevor steht. Doch dann findet sie in ihrem Posteingang eine Mail. Von ihr. Meggie. Sie hat keinen Inhalt, doch das Datum macht Alice stutzig. Ist das ein schlechter Scherz? 

Kurze Zeit später findet sie eine weitere Mail in ihrem Posteingang. Eine Einladung von Meggie zum SOUL BEACH. Welcher Perversling erlaubt sich da einen kranken Spaß mit ihr? Trotz all ihrer Skepsis nimmt Alice die Einladung an - und landet an einem virtuellen Ort, den es nicht geben dürfte...





SOUL BEACH - Frostiges Paradies hat mich neugierig gemacht. Vom Klappentext her klingt es zunächst wie ein Psychothriller, vielleicht auch wie eine Geistergeschichte. Doch in diesem Buch steckt viel mehr. Hier kann man vor allem eins tun, was oft nicht möglich ist: den Titel des Buches wörtlich nehmen. Der virtuelle Ort, an den Alice durch die Einladung gelangt, ist nämlich genau das: ein Soul Beach. Doch warum das Paradies - denn genau das scheint es zu sein - als "frostig" betitelt wird, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Der Plot ist eine Mischung aus Drama, Mystery und Thriller. Einerseits erleben wir die trauernde Alice, die gerade ihre Schwester verloren hat und in ihrem Leben keinen Sinn mehr sieht. Nichts scheint so belanglos zu sein wie Schule und Hausaufgaben. Andererseits sieht man, wie sie im Soul Beach aufblüht und eben diesen Sinn wieder findet - wenn auch an der falschen Stelle. 

Die Thrillerelemente werden dadurch geboten, dass Meggies Mörder noch immer frei herumläuft und man als Leser immer wieder Einblicke in seine Gedankenwelt bekommt. Es gibt einen offensichtlichen Verdächtigen, doch wer es wirklich war, wird bis zum Ende nicht aufgelöst. Was man jedoch weiß, ist, dass er bereits ein neues Opfer im Visier hat. Das und einige andere Aspekte, die am Ende offen bleiben, lassen auf eine Fortsetzung schließen. 

Die Mischung hat mir gut gefallen und obwohl die Geschichte vollkommen anders war, als ich erwartet habe, hat sie mir gut gefallen. Interessante Ideen, sympathische Figuren und ein verworrenes Rätsel um einen Mord. 



Protagonistin ist Alice, die vor Kurzem ihre Schwester verloren hat. Noch war es ihr nicht gegönnt, richtig zu trauern, da die Polizei den Mörder noch immer nicht gefasst hat und die Presse immer wieder vor ihrem Haus steht, um Neuigkeiten zu erfahren. Am Tag von Meggies Beerdigung bricht sie zusammen. Die Trauerfeier, der Sarg, die Email - all das ist zu viel für sie. Sie will nicht mehr und empfindet ihr Leben als reinste Farce. Erst Soul Beach bringt wieder Leben in sie.

Meggie war einmal ein schillernder, aufsteigender Gesangsstar. Selbst nach ihrem Tod hat sie ihre Liebe zur Musik nicht verloren und zwischendurch blitzt immer mal wieder durch, wie sie in ihrem Leben war. Alice spricht an einer Stelle sehr deutlich davon, mit welch widersprüchlichen Gefühlen sie ihrer Schwester immer gegenüber stand.

Viele andere Figuren bleiben eher im Hintergrund. Man erfährt nicht viel über sie, manche - wie Benny, Tim und Mörder - sollen geheimnisvoll wirken. Für die Fortsetzung wünsche ich mir, dass den Nebenpersonen - auch wenn sie tot sind - etwas mehr Leben eingehaucht wird.



Sprachlich empfand ich es als sehr angenehm zu lesen. Der Schreibstil passt zu einem Jugendbuch bzw. YA, rutscht aber in keiner Stelle ins Umgangssprachliche ab. Alice schafft es, ihre Gefühle zu übermitteln und die Atmosphäre des Strandes zu beschreiben. Wenn man lange genug liest, kann man den Ozean beinahe selbst vor sich sehen und die Wellen rauschen hören.
 



Eine gute Mischung aus Thriller und Mystery, mit einem Ende, das mehr erhoffen lässt.




4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Plot 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ LOEWE ~*~ 352 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-7855-7386-0 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 17, 95€ ~*~ 2013 ~*~




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen