Samstag, 24. August 2013

UND WENN WIR FLIEHEN - Megan Crewe

 
Quelle Fischer Verlage
 
 

 
 
 
Im einen Moment bestand noch Hoffnung. Hoffnung, dass das Festland Hilfe schickt. Hoffnung, dass Leo gekommen ist, um sie alle zu retten. Hoffnung, dass es bald einen Impfstoff geben wird. Doch im nächsten Moment wird alle Hoffnung zerstört, die Insel bombardiert und eine schreckliche Wahrheit enthüllt: es wird keine Hilfe geben.
 
Kaelyn, die im Labor ihres Vaters den Prototyp eines Impfstoffes gefunden hat, ist fest entschlossen, ihn aufs Festland zu bringen, wo Wissenschaftler ihn reproduzieren können. Doch der Zustand auf dem Festland ist weit schlimmer, als sie gedacht hat, und plötzlich sind alle möglichen Parteien hinter dem Impfstoff her...

 
 
 

 
 
 
Und wenn wir fliehen ist nach Wir sind verbannt der zweite Band der Virus-Trilogie von Megan Crewe.
 
 

Der zweite Band schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und erzählt, wie es mit der Gruppe Jugendlicher weitergeht, als Leo zu ihnen stößt. Tessa und Meredith wollen auf der Insel bleiben und Gav würde lieber weiter den Menschen helfen, als mit Kae aufs Festland zu gehen. Doch als die Insel bombardiert wird und die fünf im letzten Augenblick von dem Soldaten Tobias gerettet werden, bleibt ihnen keine Wahl, als die Insel überstürzt zu verlassen.
 
Die Gruppe kämpft sich durch verwüstete Städte und hat nur das Ziel, den Impfstoff in sichere Hände zu bringen. Schnell wird klar, dass nicht jeder damit einverstanden ist und einige Menschen den Impfstoff lieber für sich haben wollen. Wem kann man noch vertrauen, wenn alle nur noch ihr eigenes Überleben im Sinn haben?
 
Schnee und Eis machen ihre Reise beschwerlich und sie müssen sich immer wieder überlegen, wie sie ihre Lebensmittel transportieren können. Andererseits ist das Wetter perfekt für den Impfstoff, der bei den kalten Außentemperaturen nicht verderben kann. Doch wie verwischt man seine Spuren vor Verfolgern, wenn jeder ihrer Schritte im Schnee festgehalten wird?
 
Einige Handlungsstränge sind etwas vorhersehbar. Zum Beispiel weiß der Leser recht schnell, dass eine gewisse Person ein falsches Spiel spielt und ebenso weiß er, wer sich infizieren wird. Die Hinweise darauf sind einfach zu deutlich und wirken auf mich eher konstruiert als nachvollziehbar. Dennoch bietet die Geschichte einiges an Spannung, mehr noch als der erste Band. Die Gruppe muss ums nackte Überleben kämpfen und das geht nicht spurlos an ihnen vorbei. Einige verändern sich, werden stärker, härter.
 

 
 
Trotz ihres jungen Alters wächst Kae an ihren Aufgaben und verliert nie ihr Ziel aus den Augen. Sie lässt es nicht zu, dass Verzweiflung sie überrollt und wann immer die anderen den Mut verlieren, gibt sie ihnen wieder Hoffnung. Ohne es zu bemerken, ist sie in die Rolle der Anführerin geschlüpft.
Gav dagegen hat sich nicht unbedingt zu seinem Vorteil verändert, er wirkt eifersüchtig und selbstmitleidig. Manche seiner Handlungen sind nur bedingt nachvollziehbar.
Neue Figuren wie etwa der Soldat Tobias sorgen für Abwechslung und gleichzeitig Misstrauen beim Leser. Kann man ihm trauen? Stimmt seine Geschichte? Will er ihnen wirklich nur helfen oder ist sein ganzes Gehabe Teil eines größeren Plans?
 
 
 
 
 
 
 
Im ersten Band stand ich der Erzählform - Briefe an Leo - etwas skeptisch gegenüber. Es war zwar eine schön Art, um mehr über Kaelyns Gefühlswelt zu erfahren und auch über ihren besten Freund Leo. Es hat aber auch viel an Spannung genommen, denn wann immer sie Zeit hatte, in ihr Buch zu schreiben, wusste der Leser, dass sie in Sicherheit ist. Im zweiten Band ändert sich die Erzählform, da Leo zurück auf die Insel kommt. Nun werden die Ereignisse aus der typischen Ich-Erzähler-Perspektive geschildert.
 
 
 

Eine gelungene Fortsetzung mit viel zu offenem Ende, die Lust auf mehr macht. Ein toller postapokalyptischer Roman für junge Leser ab 14.
 
 
 
 
5 von 5 Punkten
 
Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt
 
~*~ KJB ~*~ 379 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-596-85454-7 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 16,99€ ~*~ August 2013 ~*~

Kommentare:

  1. Das mit der Vorhersehbarkeit des Infizierens einer bestimmten Person hat mich schon sehr gestört und ich finde die Entscheidung der Person konnte einfach nicht glaubwürdig rüber gebracht werden.
    Ich war kein großer Fan vom ersten Band aber dieser zweite hier hat mir wirklich gut gefallen. Allerdings war das Ende für mich absolut sch.... Ich mag es gar nicht wenn einfach so mitten in der Handlung abgebrochen wird und man noch nicht einmal weiß wann Teil 3 rauskommen wird. Das Original erscheint ja erst im Februar 2014. Ich hoffe nicht das wir dann wieder bis zum Spätsommer 2014 warte müssen,aber ich fürchte schon. :(
    LG
    Sunny

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    1. Das Problem mit der Glaubwürdigkeit hatte ich auch. Es war einfach klar, als er seine Entscheidung verkündete, dass er sich infizieren würde. Da hätte ich mir eine etwas elegantere und weniger vorhersehbare Lösung gewünscht. Mit dem Ende bin ich auch nicht glücklich. Lass uns zusammen ungeduldig sein :)

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