Mittwoch, 25. September 2013

KRAMPUS - Brom

Quelle Knaur







Nach Jahrhunderten der Gefangenschaft gelingt es Krampus, Herrn des Julfestes, sich aus seinem Gefängnis zu befreien. Entsetzt muss er feststellen, dass die Menschen das Julfest und damit auch ihn längst vergessen haben und er ist wild entschlossen, den Glauben der Menschen zurückzuholen. Andernfalls könnten die Folgen katastrophal sein...



Nachdem mich Der Kinderdieb gleichzeitig begeistert und schockiert hat, habe ich lange gewartet und gerätselt, mit welchem Mythos sich Brom als nächstes befassen wird. Nun ist es soweit: Krampus ist da. 




Dieses Mal geht es nicht um Peter Pan, sondern um Krampus, den Herrn des Julfests. Dieser ist ziemlich verärgert, um es vorsichtig auszudrücken, da das Julfest nicht mehr gefeiert wird, und beschließt, es sich zurückzuholen. 
Daraus resultiert eine Geschichte voller blutiger Taten, interessanter Mythen und vielem mehr. Im Vergleich mit dem Kinderdieb ist die Geschichte etwas handlungsarmer und stellenweise hat sie die eine oder andere Länge, trotzdem liefert Brom erneut ein schauriges, fesselndes Märchen in seiner ganz eigenen Interpretation



Anders als erwartet wird die Geschichte nicht (nur) aus der Sicht von Krampus erzählt, sondern auch von anderen Figuren wie dem Mitte 20-jährigen Jesse, der bereits Vater geworden ist. Jesse ist ein Loser, der von seiner Frau samt Kind verlassen wurde und der als unterdurchschnittlicher Musiker arbeitet. Geld hat er kaum und wenn, dann ist es meistens nicht ganz legal verdient. Das ändert sich erst, als er auf Krampus trifft. 

Krampus selbst ist ein schwieriger Charakter. Er ist von Rache und Blutdurst getrieben, er tötet skrupel- und gnadenlos all diejenigen, die sich ihm in den Weg stellen. Er will, dass die Menschen wieder an das Julfest und ihn, den Herrn des Julfests, glauben. Er ist fest davon überzeugt, dass die Erde ohne ihn untergehen wird und sieht die Zerstörung der Natur als Beginne dieses Untergangs an. Und trotz all dieser Wut und seiner Grausamkeiten, habe ich die Passagen mit ihm gerne gelesen. Irgendwie habe ich eine gewisse Sympathie für ihn entwickelt, die schwer zu erklären ist. Vielleicht, weil er es geschafft hat, seine Taten gut zu erklären. Zu rechtfertigen, warum er es aus seiner Sicht tun musste. 

Und dann gibt es da noch die Belznickel, Wesen, die einmal Menschen waren und Krampus dienen, seit er sie an sich gebunden hat. Menschen aus allen möglichen Zeiten und Epochen - auch jenen, in denen das Julfest noch gefeiert wurde.  



Brom schreibt weiterhin sehr detailliert, so grausam und blutig wie im Kinderdieb geht es hier allerdings nicht zu. Es gibt immer noch einige blutrünstige Szenen, die sind aber weit weniger häufig als im Kinderdieb. Trotzdem, aufgrund der Grausamkeit de Geschichte und der Tatsache, dass die Protagonisten alle erwachsen sind, würde ich es auch als Buch für Erwachsene einstufen. Jugendliche ab 16 könnten auch schon Freude daran haben, jüngeren Lesern würde ich davon abraten. 

Als zusätzliches Plus: In Krampus gibt es einige Illustrationen von Brom, die mir gut gefallen haben. 


Schauriges, blutiges Märchen für erwachsene Leser. 




4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Knaur ~*~ 504 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-426-65334-0 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 19,99€ ~*~ September 2013 ~*~ 

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