Montag, 11. November 2013

DIE GESTOHLENE ZEIT - Heike Eva Schmidt

Quelle Knaur




"Auf einer Bergwanderung im Jahr 1987 findet Emma einen geheimnisvollen Ring, nichtsahnend, dass dieser dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende nehmen ihr den Schmuck ab und türmen, doch auf einmal taucht eine Horde Zwerge auf, die Emma in Laurins unterirdisches Reich verschleppen. Dort trifft sie Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, aber Laurin belegt sie mit einem grausamen Fluch. Zurück in der Oberwelt stellt Emma schockiert fest, dass inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind. Um den Fluch zu lösen, müssen sie und Jonathan den Ring wiederfinden - aber wie sollen sie die beiden Diebe nach all den Jahren ausfindig machen?"




Die gestohlene Zeit ist ein überzeugendes modernes Märchen, eine Fantasygeschichte vermischt mit Zeitreiseelementen. 



Sommer 1987. Die junge Emma weiß genau, wohin das Leben sie bringen soll. Sie ist zielstrebig und ehrgeizig und als sie ein Praktikum an einer Schule absolviert, bekommt sie eine tolle Gelegenheit. Ihre Kollegin fällt wegen Krankheit aus und Emma muss - oder vielmehr darf - für sie bei einem Ausflug in die Dolomiten einspringen. Für Emma ist es ein Wink des Schicksals, denn sie hatte sich schon lange vorgenommen, dort in den Bergen nach Beweisen für die Existenz für den verwunschen Garten des Zwergenkönigs Laurin zu suchen, dessen Sagen sie in und auswendig kennt.
Tatsächlich findet Emma in den Bergen einen goldenen Ring. Hätte sie ihn doch nur liegen gelassen. 

Emma ist eine sympatische Erzählerin, die das Erlebte eindringlich und bildgewaltig erzählt. Ich bin ihr gerne durch die Geschichte gefolgt, habe mit ihr gezittert und gehofft. Obwohl sie noch recht jung ist, gerade erst Studentin für Lehramt, ist das Buch nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene geeignet. Alle, die gerne Fantasy und besonders moderne Märchen lesen, werden ihre Freude mit Die gestohlene Zeit haben. 

Die anderen Figuren, wie etwa Jonathan oder die Zwerge, bleiben leider ein wenig blass. Das mag zwar daran liegen, dass inhaltlich sehr viel passiert und die Figuren ein wenig untergehen, ein bisschen mehr Details hätte ich mir zu den Figuren aber schon gewünscht. 




Kaum hat Emma den gefunden, wird sie von zwei Jungen gefangen und wird ohnmächtig. Als sie wieder aufwacht, ist sie nicht länger in der Menschenwelt. Wie kann das sein? Was ist passiert? Nach und nach erfährt Emma, dass sie festsitzt. Und dass ihre einzige Möglichkeit, dem zu entfliehen, ist, den Ring wiederzufinden. Den, den die beiden Kinder ihr abgenommen haben. Doch bei ihrer Suche muss sie feststellen, dass erschreckend viel Zeit vergangen ist. Wo sind die beiden jetzt? Und wo ist der Ring?

Gemeinsam mit Jonathan, der ebenfalls in der Welt der Zwerge gefangen gehalten wird, macht sie sich auf die Suche. Doch es ist gar nicht so leicht, sich dreißig Jahre später zurechtzufinden und zwei Menschen aufzuspüren, die sie nur als Kinder kannte. 

Der Plot ist Fantasy durch und durch und schafft es, die Welt von Laurin mit der von Emma zu verweben. Obwohl Teile der Geschichte in der Menschenwelt spielen, vergisst man nie, mit was für einer Geschichte man es zu tun hat. Mir hat es Spaß gemacht. Die Welt von Laurin und die Sagen und Legenden sind spannend und toll ausgearbeitet. Man möchte immer mehr erfahren und die Geheimnisse der Zwerge erforschen. Was hat es mit dem Ring und der Zeitverschiebung auf sich? Warum Emma? Diese Fragenkette könnte ich ewig weiterspinnen und es sind gerade diese Fragen, die mich Seite um Seite verschlingen ließen. 




Die Mischung aus Märchen, Fantasy und Zeitreise hat mich überzeugt. Gerne mehr davon.




4,5 von 5 Punkten

Idee 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Cover 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Knaur ~*~ 448 Seiten ~*~ ISBN:  978-3-426-51311-8 ~*~ Broschiert ~*~ 12,99€ ~*~ Oktober 2013 ~*~

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