Freitag, 15. November 2013

LEGEND ~ SCHWELENDER STURM - Marie Lu

Quelle Loewe Verlag




"Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen.

Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte.
Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln:
Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt?
Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss?
Was, wenn die Patrioten falsch liegen?"





Schwelender Sturm ist nach Fallender Himmel der zweite Band der Legend-Trilogie. 




Marie Lu hat in ihrer Danksagung geschrieben, dass Schwelender Sturm zu schreiben für sie eine ganz andere Erfahrung war, als Fallender Himmel zu Papier zu bringen. Und leider merke ich das als Leserin. 


Alles, was ich an Fallender Himmel geliebt habe, die starken Charaktere, die Action, die emotionale Spannung, die großen Gefühle... All das gibt es bis zu einem gewissen Punkt auch in Schwelender Sturm. Aber es überzeugt mich nicht mehr. Es hat einen ziemlich faden Beigeschmack bekommen und mehr als einmal war ich versucht, das Buch einfach wegzulegen und nie wieder anzurühren. 

In Fallender Himmel habe ich mir noch gewünscht, dass mehr über die dystopischen Hintergründe erzählt wird. In Schwelender Sturm wird so viel Politisches beschrieben und erklärt, dass es mir nach 100 Seiten zum Hals heraushing. Das war eindeutig zu viel des Guten und einfach nur ermüdend. 

Die Liebesgeschichte zwischen June und Day ist ein einziges Drama, keiner kann ehrlich zum anderen sein, jeder zweifelt an den Gefühlen des anderen und den eigenen zu einander. Es gibt andere Anwärter für beide und auch die anderen Anwärter haben wieder Anwärter. Es ist ein einziges, theatralisches Liebeschaos und ich hätte mehr als einer Figur gerne in den Hintern getreten. Es entwickelt sich ein regelrechtes Beziehungsfünfeck. Die Spitze des Eisberges ist die Nachricht, die Day am Ende bekommt und ich ahne, worauf das ganze im dritten Band hinauslaufen wird. Ich hoffe, dass es anders kommt, als ich befürchte und sich das Fünfeck nicht so auflöst, wie es hier angedeutet wird. 



Die Figuren haben seit Fallender Himmel einiges durchmachen müssen und natürlich trauern sie. Beide. June um ihrem Bruder Metias, Day um seinen Bruder John, der an seinerstatt hingerichtet wurde. Auf beiden lasten die Ereignisse wie eine zenternerschwere Last und die scheinen sie bis zum Ende nicht loszuwerden. Im Gegenteil. Beide schwelgen in Selbstmitleid und machen den jeweils anderen dafür verantwortlich. Es ist verständlich. Aber muss diese Stimmung das ganze Buch über herrschen? Mich hat es spätestens ab der Hälfte genervt und die beiden hätten mehr als einmal einen Klaps auf den Hinterkopf verdient. Klar, sie sind erst Teenager, aber das vergisst man gerne mal bei der Art, wie sie ansonsten beschrieben werden. Am meisten gestört hat mich dieses andauernde "Ich liebe sie - aber sie mich wohl nicht. Und XY passt sowieso viel besser zu mir.", "Er liebt mich - aber wir passen gar nicht zusammen. Aber ich liebe ihn auch. Oder doch nicht?"

Die einzige positive Überraschung ist Anden. Ich glaube, diese eine Figur und ihr Schicksal ist der einzige Grund, aus dem ich die Geschichte - vielleicht - weiter verfolgen werde. Anden ist interessant, weil er so anders ist, als alle gedacht haben. Und die Frage, wer nun ein falsches Spiel spielt, ist spannend und weckt meine Neugierde. 



Sprachlich hat es mir wie auch in Band 1 ausgesprochen gut gefallen. Eine flüssige Sprache, die sich leicht lesen lässt und Emotionen gut vermitteln kann. 



Große Enttäuschung.



3 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 0 Punkte, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Loewe ~*~ 448 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-7855-7395-2 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 17,95€ ~*~ September 2013 ~*~

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen