Donnerstag, 2. Januar 2014

Century L.O.V.E. ~ Tödliches Fieber - Dee Shulman

Quelle dtv
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*KLICK*

Ich habe versucht, möglichst nicht zu spoilern und bei meiner Kritik die entsprechenden Stellen nur anzureißen, ohne zu viel zu verraten. Bei diesem Buch ist mir das extrem schwer gefallen, weil meine Kritik eng mit dem Inhalt bzw. der Handlung verknüpft ist. Ich hoffe, es ist mir gelungen, nicht zu viel vorweg zu nehmen. Wer große Angst vor möglichen Spoilern hat, liest vielleicht erst einmal nur mein Fazit und entscheidet dann, ob er die Gründe erfahren möchte. 




"Nach seinem Tod durch ein mysteriöses Fieber wacht der Gladiator Sethos an einem merkwürdigen Ort wieder auf: Parallon. Doch von seiner Geliebten Livia findet er hier keine Spur. Als Sethos eine Möglichkeit entdeckt, durch die Zeit zu reisen, macht er sich auf, um Livia zu finden."
Qulle dtv






Tödliches Fieber ist der erste Band der Century L.O.V.E.-Reihe von Dee Shulman und eine Geschichte für junge Leser ab 14.




Der Klappentext klang sooo vielversprechend (hierzu sei gesagt, dass der Klappentext NICHT der oben angegeben Kurzbeschreibung entspricht, die ich auf der Seite von DTV gefunden habe. Diese Kurzbeschreibung trifft den Inhalt schon viel besser und hat mit dem Klappentext nicht mehr viel zu tun. Leider habe ich die Kurzbeschreibung erst vor wenigen Augenblicken gelesen). 
Beim Lesen musste ich feststellen, dass der Klappentext sehr falsche Erwartungen weckt und die Geschichte gar nicht so passiert, wie sie dort angekündigt wird. Anfangs war ich noch sehr angetan. Abwechselnd lernen wir Eva in London im Jahre 2012 und Sethos, einen Gladiator der 152 n. Chr. in Londinium lebt, kennen. Die beiden führen vollkommen unterschiedliche Leben und finden doch irgendwie zueinander. Leider ist in der Beziehung einiges extrem vorhersehbar (Stichwort "Livia", wer es liest, wird wissen, was ich meine).

Die anfängliche Euphorie verflog recht schnell, als ich das Gefühl hatte, nach 100, 150, 200, 250, ja sogar 300 Seiten noch in der Einleitung zu stecken. Die Handlung schreitet einfach nicht voran, obwohl immens viel Zeit vergeht. Es dauert ein Jahr, bis Sethos und Eva sich tatsächlich treffen. Und als Leser hat man leider auch das Gefühl, ein Jahr lang zu lesen, bis es soweit ist. Der Plot dreht sich im Kreis, immer und immer wieder wird das gleiche beschrieben. 

In 152 n. Chr. geht es Seitenweise um Sethos Verletzung und sein Fieber, unzählige Male wird beschrieben, wie sein Verband gewechselt wird, wie er von einem aufdringlichen Fan bedrängt wird, wie der "Arzt" einen Aderlass durchführt... Es war nach dem zweiten Mal schon nicht mehr interessant. Beim zehnten Mal habe ich die Seiten einfach überblättert. 
Das gleiche ist es im Jahr 2012. Sobald Eva sich mit einem seltsamen Virus angesteckt wird, geht es nur noch um ihre Recherchen und darum, dass sie bei jeder Gelegenheit zusammenbricht. Immer und immer wieder. Die ersten 300 Seiten könnte man locker auf 100 Seiten kürzen, ohne dass Handlung verloren gehen würde. 

Man hat 300 Seiten lang das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Ich war mehrmals kurz davor, abzubrechen, weil ich mich regelrecht hindurchquälen musste. Das liegt vermutlich auch an den ellenlangen Erklärungen und Beschreibungen, es wird zu viel nacherzählt und erklärt. Einmal ist es ja in Ordnung und Details sind schön, aber hier ist die Liebe zum Detail und zum alltäglichen Geschehen viel zu stark ausgeprägt und langweilt recht schnell nur noch. 

Zum Klappentext wollte ich noch sagen, dass es so nicht passiert. Es ist nicht so, dass Seth Fieber bekommt, ohnmächtig wird und 2012 wieder aufwacht. Das hatte ich nach dem Klappentext erwartet, aber so passiert es nicht. Es dauert eine Ewigkeit, bis er ins Jahr 2012 reist und dann ist es kein Unfall, sondern einen bewusste Entscheidung. Was mich zu den Unstimmigkeiten führt:

Es fängt schon damit an, dass sich Matthias und Sethos, die im Jahre 152 n. Chr. leben und Lateinisch reden, mit "Seth" und "Matt" ansprechen. Aber nicht konsequent. Die Erzählerin springt sowohl in den Dialogen wie auch im Prosaanteil zwischen Seth und Sethos bzw. Matt und Matthias. Eine Anredung mit englischen Kürzeln zu dieser Zeit ist einfach unauthentisch. Das ist aber nur eines von vielen Dingen, die mir aufgefallen sind. 

Richtig schlimm wird es, als Seth im Jahr 2012 landet. Wenn man im Hinterkopf hat, dass er aus dem Jahr 152. n. Chr. kommt, wo er Sklave und Gladiator war, ist es so schrecklich unglaubwürdig, dass er plötzlich zum Spezialisten auf dem Gebiet der Virologie mutiert, dass er von jetzt auf gleich die englische Sprache beherrscht, dass er kein Problem mit dem modernen Alltag und der Technik hat. Woher er das alles weiß? Ich habe keine Ahnung. Erst weiß er es nicht, dann passiert ein Zeitsprung und plötzlich kann und weiß er alles. Was in der Zwischenzeit passiert ist? Woher er das Wissen hat? Das bleibt dem Leser vorenthalten. Darüber habe ich mich extrem geärgert. 

Ich könnte noch mehr aufzählen, aber ich glaube, es ist klar geworden, was ich meine. Wenn ich noch weiter ausholen würde - Stichworte Parallon und Livia - würde ich zuviel vom Inhalt vorweg nehmen. 

Sobald Seth dann in 2012 angekommen ist und auf Eva trifft, ist es das altbekannte Schema. Ein neuer kommt an die Schule, er wird von allen Mädchen umschwärmt, hat aber nur Augen für eine: ausgerechnet die, die ihn nicht zu wollen scheint. Doch plötzlich ändert sich alles, Gefühle blühen auf, aber nein, es ist eine verbotene Liebe, es darf nicht sein... Zu dem Thema könnte ich auch noch etwas sagen, denn das Verbot erschließt sich mir nicht ganz. Im Klappentext wird gesagt, dass Seth Kuss den Tod bringt. Aber wenn der Tod das ermöglicht, was Seth hat, kann es so schlimm nicht sein.  Unsterblichkeit, Zeitreisen, Magie... Die Dramatik ist bei mir irgendwie nicht angekommen. 




Die Sprache, puh. Die Prosa an sich ist in Ordnung, haut mich aber nicht vom Hocker. Gegen Ende hin wird sich deutlich jugendlicher, da hat sie mir anfangs besser gefallen. Was ich furchtbar finde, sind diese extrem kitschigen, pathetischen Dialoge, bei denen mir irgendwann übel geworden ist. Dieses ständige "Oh, Eva!" - "Oh, Seth!" geht mir tierisch auf die Nerven. Teilweise war es so schlimm, dass ich wirklich dachte, ich würde eine Parodie lesen, bei der absichtlich so übertrieben wurde. 




Schöne Idee, aber an der Umsetzung hapert es ganz gewaltig. 



2 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 0 Punkte, Figuren 0 Punkte, Sprache 0 Punkte

~*~ dtv ~*~ 446 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-423-71568-3 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,95€ ~*~ Januar 2014 ~*~ 


Kommentare:

  1. Ist echt ein wenig schade :/ hatte mir auch mehr verhofft:/ trotzdem tolle rezi *-* ich bin gleich mal Leser geworden ♥ vielleicht hast du ja Lust bei mir auch mal vorbeizuschauen ?:))
    Liebe Grüße
    Nasti ♥
    Http://bowsandfairytales.blogspot.de

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    1. Einen schönen Blog hast du. :) Deiner Meinung zu "Wie Monde so silbern" kann ich nur zustimmen, ich war auch absolut begeistert :)
      Liebe Grüße und ein Frohes Neues!
      Angel

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    2. Ja das Buch war einfach toll ♥

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  2. Ich wollte das Buch auch unbedingt lesen, aber dann hab ich auf goodreads gelesen, dass es vielen nicht so wirklich gefallen hat, also hab ichs dann auch gelassen :o

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