Sonntag, 12. Januar 2014

DIE FEINDE - Charlie Higson

Quelle Heyne


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"Die Epidemie bricht über ganz London herein – plötzlich und ohne Vorwarnung. Die Krankheit macht vor keinem Erwachsenen halt, und wer Glück hat, stirbt daran. Alle anderen erwachen nach der Infektion mit einem unerklärlichen Hunger und blutrünstiger Aggression. Keine Straße, kein Haus ist mehr sicher für die jungen Menschen, und die Suche nach einem Zufluchtsort wird zum blutigen Kampf ums Überleben. Denn alle anderen sind plötzlich Feinde ..."



Charlie Higson kenne ich noch aus Schulzeiten, als ich seine Young Bond - Serie gelesen habe. Da ich sowohl seine Geschichten wie auch das Zombie-Genre mag, war ich negierig, was er aus dem Thema macht. Charlie Higsons Zombies sind nicht wie andere. Seine Zombies sind vielfältig. Manche sind von Blutdurst getrieben, anderen verkleiden sich lieber. Manche sind dumm und laufen stumpfsinnig vor sich hin, andere sind schlauer und greifen regelrecht organisiert an. Ein Biss tötet nicht und er verwandelt auch nicht. Higsons Zombies sind allesamt Erwachsene. Vor einem Jahr ist etwas passiert - und wer über 14 Jahre alt war, hat sich verwandelt. Zurück blieben die Kinder, die seitdem versuchen, zu überleben. 

Es gibt viele Protagonisten in Die Feinde und nicht alle überleben. Zunächst sind da Maxie und Arran und die anderen Kinder aus dem Supermarkt. Ihnen gehen allmählich die Lebensmittel aus und ihre Ausflüge werden immer gefährlicher. Bei einem tödlichen Besuch in einem Schwimmbad müssen sie erkennen, dass die Erwachsenen sich verändern. Dass sie gefährlicher werden. Dann sind da noch Blue und seine Gruppe. Einst waren er und seine Kinder Rivalenen von Maxie und Arran. Doch als der geheimnisvolle Jester auftaucht und vom paradiesischen Buckingham Palace erzählt, tun sie sich zusammen. Alles ist besser als ihr Supermarkt. 

In einer weiteren Nebengeschichte wird über das Schicksal des kleinen Sam erzählt. Die Erwachsenen haben ihn verschleppt, doch er konnte entkommen. Vorerst. Seitdem schlägt er sich alleine durch und sucht nach seiner Schwester Ella, die ebenfalls zu Maxie und Arran gehört. Auf seinem Weg begegnet er dem seltsamen The Kid. Können die beiden sich quer durch London kämpfen? 

Die Feinde bietet alles, was man von einem Zombieroman erwarten kann, und noch mehr. Hungrige Zombies, den Kampf ums Überleben, Rivalitäten innerhalb der Gruppe, Gefahr, wo man sie am wenigsten vermutet, neue Freundschaften und eine stets präsente Bedrohugn. Bisher sind die Zombies relativ harmlos, doch vieles spricht dafür, dass sich das im Laufe der nächsten Bände ändert. Ich bin gespannt, wie es mit den Kindern weitergeht, was sie noch alles erleben und herausfinden und wie das alles enden wird. 

Viele Fragen sind noch ungeklärt, viele Erzählstränge nicht zuende geführt. Es gibt noch viel zu erzählen.  

Was mir auch gefallen hat: obwohl keine der Figuren als 13 Jahre alt ist, liest es sich nicht wie ein Kinderbuch. Natürlich wirken die Protagonisten in ihrem Handeln recht jung, aber würde nicht immer wieder erwähnt werden, wie jung sie eigentlich sind, könnten sie auch für junge Erwachsene durchgehen. Charlie Higson hat es geschafft, trotz der jungen Figuren einen schraurigen Roman für Erwachsene zu schreiben. 


4,5 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Heyne ~*~ 480 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-453-31465-8 ~*~ Taschenbuch ~*~ 8,99€ ~*~ Januar 2014 ~*~

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