Donnerstag, 13. Februar 2014

ÖFFNE DIE AUGEN - Franck Thilliez

Quelle Goldmann


Zum Buch



Ein mysteriöser Film, der den Betrachter erblinden lässt – oder ihn das Leben kostet ...
Lucie Henebelle von der Kriminalpolizei in Lille steht vor einem Rätsel, als sie den panischen Anruf eines Freundes erhält: Der leidenschaftliche Filmesammler hatte einen alten Streifen betrachtet und ist nun erblindet. Als Lucie anfängt zu recherchieren, stellt sie schnell fest, dass der Film eine tödliche Gefahr darstellt. Etwa zur gleichen Zeit entdeckt man am Ufer der Seine fünf Leichen, deren Gehirne entfernt wurden. Der Pariser Kommissar Franck Sharko stößt bald auf eine Spur, die ihn zu Lucie führt – und die beiden erkennen, dass es einen diabolischen Zusammenhang zwischen den Fällen gibt ...""



Was mich an Öffne die Augen angezogen hat, war der Klappentext, der in gewissem Maße an den Horrorstreifen "The Ring" erinnert. Zumindest was den Teil betrifft, bei dem die Menschen, die den Film ansehen, sterben. Doch Öffne die Augen ist ganz anders als der Film - zum Glück! Selten habe ich einen so intelligenten, schaurigen, spannenden Thriller gelesen. In seiner Art (vor allem was die Entwicklung des Plots betrifft) hat er mich an die Verfilmung von Die purpurnen Flüsse erinnert. Es beginnt schaurig, übernatürlich, doch bleibt es das auch? Wie wird alles gelöst? Kann das tatsächlich noch logisch erklärt werden? Ja, in der Tat. 

Öffne die Augen ist meiner Meinung nach kein Buch, das man mal eben so wegliest. Es ist clever, es ist verworren, es ist teilweise recht theoretisch. Auch die Protagonisten sind nichts für jeden Geschmack. Besonder Kommissar "Shark" nicht, der für manch absurde Situation sorgt. Man muss es mögen. Was mir besonders gut gefällt ist, dass keine 08/15 Figuren gewählt wurden. Vor allem Lucie und Shark überzeugen durch Tiefe und vielschichtige Charakterzüge. Man spürt die Liebe zum Detail, mit dem sie und die Handlung drumherum entworfen wurden. Es wirkt einfach alles rund und stimmig. 

Der Plot besteht zunächst aus zwei Erzählsträngen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Da ist einmal der Filmesammler, der einen alten Streifen aus den fünfziger Jahren findet. Euphorisch sieht er ihn sich an, doch unmittelbar danach ist er blind. Was ist passiert?
Gleichzeitig werden am Ufer der Seine fünf Leichen gefunden. Was hat das mit dem Film zu tun? Wie hängt alles zusammen? 
Zwischendurch werden immer wieder Informationen über die Geschichte des Films eingestreut. Nicht des speziellen Films in diesem Roman, sondern der historischen Entstehung des Film im Allgemeinen. Besonders Lesern, die technisch und geschichtlich interessiert sind, wird das gefallen. 
Am Ende geht alles etwa zu plötzlich, für meinen Geschmack, und ich hätte mir etwas mehr davon erhofft. Trotzdem hat mir die Auflösung alles in allem gut gefallen und sie bietet einen runden, wenn auch etwas übereilten, Abschluss. 

Öffne die Augen ist ein besonderer Thriller, bei dem es mir schwer fällt, ihn in Schubladen zu stecken. Aber das ist auch gut so. Mich konnte er überzeugen. Er ist spannend, er ist intelligent und überraschend. 

Noch einen Pluspunkt für das Cover, das ich bei der Taschenbuchausgabe viel ansprechender als bei der HC Variante finde. 



4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Goldmann ~*~  480 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-442-48001-2 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,99€ ~*~ Januar 2014 ~*~ 


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