Samstag, 22. März 2014

HALF BAD ~ DAS DUNKLE IN MIR - Sally Green

Quelle cbj


Zum Buch





"Wenn das Böse in dir lauert, bist du dann dazu
verdammt?
Nathan wird gejagt.
Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist – denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder?
Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse …"



Half Bad – Das Dunkle in mir erzählt die Geschichte von Nathan, einem Hexer, dessen Mutter eine Weiße Hexe und dessen Vater ein Schwarzer Hexer gewesen ist. In seiner Welt nennt man Hexer wie ihn Half Codes. Normalerweise erhält ein Hexer oder eine Hexe mit siebzehn Jahren seine Gabe. Vorausgesetzt, er kann das Blut eines Vorfahren trinken und bekommen drei Geschenke überreicht. IN Nathans Fall sieht die Sache anders aus. Sein Vater Marcus ist der meistgefürchtete Schwarze Hexer der Welt und der Rat veranlasst regelmäßig Einschätzungen, um zu bestimmen, welche Seite in Nathan stärker ausgeprägt ist. Der jedoch verweigert jegliche Antworten. Der Rat stellt immer neue Gesetze auf, die Half Codes wie Nathan das Leben zur Hölle machen und schließlich landet er bei Celia, die ihn in einem Käfig einsperrt und durch ein Säurehalsband sicherstellt, dass er sich nicht zu weit von ihr entfernen kann.

Der Schreibstil ist extrem gewöhnungsbedürftig. Der Anfang wird in der Du-Perpektive geschrieben, darauf folgt eine scheinbar endlose Rückblende zu Nathans Kindheit in der Ich-Perspektive. Wieder in der Szene aus dem Anfang angekommen, wechselt es wieder für einige Seiten ins Du und danach bleibt es bis zum Schluss bei Ich. Mir ist bis jetzt nicht klar, welchen Sinn diese paar Kapitel in der Du-Perspektive haben sollten. Der Schreibstil an sich ist simpel, etwas holprig. Er soll jugendlich wirken, las sich für mich aber eher sperrig.

So gut mir die Idee auch gefällt – auch wenn sie wahrlich nicht neu ist – so sehr zieht sich der Plot. Eigentlich hatte ich das Gefühl, eine über 400 Seiten lange Einleitung vor mir zu haben. Die Kapitel sind extrem fragmentarisch, oftmals fehlt mir der Zusammenhang, Überleitungen gibt es kaum. Ich vermisse einen starken roten Faden, der mich durch die Geschichte führt. Es wirkt alles zusammenhanglos und lieblos aneinander gereiht. Wie ein Sammlung von Notizen. Es wird viel zu viel nacherzählt und man hat kaum eine Chance, in die Geschichte einzutauchen. Es bleibt alles sehr unpersönlich, mir fehlen Atmosphäre, Emotionen, Nähe zur Figur. Es gab kaum eine Stelle, die mich gefesselt hat, weil keine Szene lang genug erzählt wird. Die in meinen Augen wichtigen Aspekte werden nur lieblos nacherzählt. Es ist, als würde man eine ellenlange Zusammenfassung lesen.

Nathan ist, vorsichtig ausgedrückt, schwierig. Er ist keine Figur, mit der ich klarkomme. Er ist hitzköpfig und aggressiv und seine einzige Antwort auf jede Art von Problemen ist seine Faust. Er prügelt sich durch jede Lebenslage, schlägt erst zu bevor er denkt, benimmt sich wie der letzte… Na ja. Er ist ein Schläger, der erhebliche Probleme mit seiner Aggressionskontrolle hat. Ich konnte mich einfach nicht mit ihm anfreunden, Mitleid hatte ich auch keines mit ihm. So wie er sich benimmt… Allgemein fehlen Identifikationsfiguren. Alle bleiben sehr blass, werden nur oberflächlich und klischeehaft beschrieben. Es fehlt die Originalität, irgendetwas, das die Geschichte einzigartig macht. Generell fehlt Half Bad das gewisse Etwas, das den Leser mitreißt.

Ich würde die Geschichte für jüngere Leser ab 12 einschätzen. Leser, die noch keine  Hexengeschichten gelesen haben, sehen das ganze vielleicht etwas weniger kritisch als ich und stören sich nicht an den Stereotypen und der fehlenden Finesse. Mich hat es leider enttäuscht.

Gute Idee, die an der Umsetzung scheitert.



2 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee ½ Punkt, Plot 0 Punkte, Figuren 0 Punkte, Sprache ½ Punkt


~*~ cbj ~*~ 425 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-570-15842-5 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 17,95€ ~*~ 31.03.2014 ~*~

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen