Samstag, 22. März 2014

MEHR ALS DAS - Patrick Ness

Quelle cbt


Zum Buch





"Ein Junge ertrinkt, verzweifelt und verlassen in seinen letzten Minuten. Er stirbt. Dann erwacht er, nackt, verletzt und durstig, aber lebendig. Wie kann das sein? Und an was für einem seltsamen, verlassenen Ort befindet er sich? Während er versucht zu verstehen, was mit ihm geschehen ist, regt sich Hoffnung bei dem Jungen. Ist das vielleicht doch noch nicht das Ende? Bietet dieses Leben vielleicht doch mehr als das?"
Quelle cbt



Mehr als das ist für mich das erste Buch von Patrick Ness. Das Thema hat mich so interessiert und der Inhalt klang so geheimnisvoll, dass ich es unbedingt lesen wollte. Es geht um Seth, einen Jungen, der im Meer ertrinkt - und in einer staubigen, verlassenen Version seines früheren Zuhauses in England wieder aufwacht. Er ist ständig müde und wenn er schläft, träumt er. Von seiner Vergangenheit. Von schmerzhaften Erinnerungen. Wie kann er schlafen, essen und trinken, wenn er doch eigentlich tot ist? Wenn er überzeugt ist, in der Hölle gelandet zu sein? 

Doch dann begegnet er Thomasz und Regine und seine Überzeugung gerät ins Wanken. Ist das wirklich die Hölle? Wer ist das Wesen in dem schwarzen Auto? Warum verfolgt es sie? Warum haben die beiden anderen solche Angst davor? Und was haben die vielen Schläuche und Kabel an dem Sarg zu suchen, in dem Seth aufgewacht ist? 

Mehr als das bietet eine mysteriöse und interessante Geschichte. Es dauerte einige Zeit, bis man sich eingelesen hat und bis man von Interesse gepackt wird. Die ersten 120 Seiten bestehen hauptsächlich aus dem ewig gleichen Schema. Seth wandert umher, findet etwas zu essen, schläft ein und erinnert sich. Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich ab und wir lernen ihn immer besser kennen. Nach und nach werden Geheimnisse seiner Vergangenheit aufgedeckt. Sobald man die ersten 110, 120 Seiten überwunden hat, wird die Geschichte deutlich spannender. Der erste Teil zieht sich sehr zäh und eintönig dahin. So, wie Seth auch die "Hölle" empfindet. 

An sich gefällt mir die Idee gut, sie hat einen dystopischen Ansatz. Ich will nicht zu viel verraten, um nicht den ersten Wendepunkt nach besagten 110, 120 Seiten vorwegzunehmen. Aber für meinen Geschmack ist die Welt zu oberflächlich dargestellt. Es wird zwar erklärt, warum Seth, Regine und Tommy allein sind, warum alles so verwildert und verlassen aussieht und im Ansatz wird auch erklärt, warum sie gejagt werden. Aber es fehlen Erklärungen dazu, wie es soweit kommen konnte. Wie sie sich das weitere Leben vorstellen, sobald die Lebensmittel ausgegangen sind. Warum die Umgebung teilweise verbrannt ist. Und vor allem, warum Seth anfangs keine einzigen Tiere sieht, keine Insekten, keine Vögel, keine Ratten, Katzen, Hunde, gar nichts. Nur plötzlich tauchen mal zwei Enten und ein Wildschwein auf. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch davon überzeugt, in der Hölle zu sein und die Tiere seien durch seine Gedanken aufgetaucht. Auf mich wirkte das Setting etwas undurchdacht und unausgereift. Es bleibt einfach zu viel offen, auf zu Vieles wird nicht mehr eingegangen. 

Vielleicht gibt es einen zweiten Band, in dem all das erklärt wird, das ist für meinen Geschmack aber zu spät. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Idee sehr gefällt und auch Seth' Suche nach Antworten wird immer spannender, aber das Ende, mit dem der Leser abgespeist wird, ist doch sehr unbefriedigend. 




4 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ cbt ~*~ 512 Seiten ~*~ ISBN: 978-3570162736 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 17,99€ ~*~ 24. März 2014 ~*~

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