Montag, 10. März 2014

SCHLAF NICHT EIN - Michelle Harrisson

Quelle Loewe


Zum Buch




"Seit Monaten versucht Elliot, sich mit allen Mitteln wachzuhalten. Denn nachdem er bei einem Unfall für einige Minuten klinisch tot war, passieren schaurige Dinge mit ihm, während er schläft: Er kann sich nicht rühren, spürt Schatten, die sich um ihn herum bewegen, oder er wandelt durchs Haus, während sein Körper schlafend im Bett liegt. Als er sich in Ophelia verliebt, wird es noch unheimlicher: Offenbar versucht ein Toter, Besitz von Elliots Körper zu ergreifen …"



Es ist wahrlich kein Geheimnis, dass ich Geistergeschichten mag. Nicht unbedingt die kitschig romantischen, sondern vielmehr die schaurigen. Da mir als Kind Michelle Harrissons Elfenseele-Trilogie gut gefallen hat, war ich nun neugierig auf ihren Jugendroman. 

Der Anfang ist sehr viel versprechend. Wir lernen Elliott kennen, einen Jungen, der seit einer Nahtoderfahrung Geister sehen kann. Nicht immer und überall, sondern immer dann, wenn er einschläft. Manchmal überfällt ihn dann eine Schlaflähmung und manchmal tritt er aus seinem eigenen Körper heraus und wandelt als Geist umher. Für Elliott sind diese Erfahrungen schrecklich und furchteinflößend. Er will unbedingt herausfinden, ob Tess (eine junge Frau, die früher in der Wohnung gelebt und sich dort umgebracht hat) ihn tatsächlich heimsucht, oder ob er sich das nur einbildet. Er nimmt einen Job bei Past Lives an, einem historischen Freiluftmuseum, wo es spuken soll. 

Dort lernt er Ophelia kennen, die Nichte des Besitzers Hodge. Anfangs gibt sie sich unnahbar, doch langsam kommen sie sich näher. Elliott findet heraus, dass viele in Past Lives an Geister glauben und das zum Geschäft machen. Doch wahrscheinlich weiß niemand von ihnen, wie gefährlich Geister sein können. Was passieren kann, wenn man sie unabsichtlich in seinen Körper lässt. 

Bis zur erste Hälfte hat mir der Plot eigentlich gut gefallen, doch dann ist er in eine Schiene abgedriftet, die mich nicht mehr fesseln konnte. Zu viel Teenager-Liebesgeschichte, zu viel paranormales Verbrechenaufklären, zu viel Familiendrama und definitiv zu wenig richtige Geister. Jemand bei der Buechereule-Leserunde hat Elliott mit der Protagonistin aus "Ghost Wisperer" verglichen und das trifft es eigentlich ganz gut. Die Schaueraspekte haben gefehlt und das Rätsel um den vermeintlich bösen Geist in der zweiten Hälfte war viel zu schnell gelöst. 

Die Figuren haben nicht immer nachvollziehbar gehandelt. So schafft es Elliott beispielsweise problemlos, Ophelia, die gerade trauert, zu einer Party zu überreden. Nicht nur, dass Ophelia mitgeht, sie hat auch noch richtig Spaß dabei und all ihr Kummer scheint vergessen...

Was auch schade ist, dass Vieles einfach nicht mehr aufgegriffen wird. Die drei Teenager, die Ophelia am Anfang so zusetzen, die Rothaarige, die Elliott anbaggert, wer Elliott überfahren hat... Das große Geheimnis um Ophelias Hände, die sie unter Handschuhen versteckt, ist dann doch nicht so überraschend. Man hat das Gefühl, dass am Anfang viel aufgebaut wird, das am Ende einfach spurlos verpufft, als wäre es nie da gewesen. 

Für meinen Geschmack hat die anfangs vielversprechende Geschichte leider die völlig falsche Richtung eingeschlagen. 



3,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Loewe ~*~ 477 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-7855-7726-4 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 18,95€ ~*~ 10. März 2014 ~*~


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