Dienstag, 1. April 2014

ROTER MOND - Benjamin Percy

Quelle Penhaligon


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"Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.

Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat. 

Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …

Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben."





John Irving beschreibt diesen Roman mit sehr passenden Worten: "Hätte George Orwell sich eine Zukunft mit Werwölfen ausgemalt, dann wäre genau dieser Roman dabei herausgekommen". 
Roter Mond mag zunächst wie ein Horrorroman klingen, doch er ist viel mehr als das. Er bietet viel Spannung, Brutalität und Blutrünstigkeit. Einige Szenen sind nichts für schwache Nerven, als Leser dieses Romans sollte man nicht zimperlich sein. Die Lykaner sind keine süßen Schoßhündchen und genau so beschreibt Benjamin Percy sie auch. 
Aber Roter Mond bietet noch mehr als blutige Grausamkeiten und höllische Wesen. Es geht auch um die amerikanische Gesellschaft, um Unterschieden zwischen den Klassen und Schichten, um Philosophie, um Kritik an dem System. 

Wir erleben die Geschichte hauptsächlich aus drei Sichten. Zum einen ist da Patrick, der als einziger einen Lykanerangriff an Board eines Flugzeugs überlebt. Zum anderen Claire, eine Lykanerin, die mit ihrer Identität hadert und den inneren Wolf am liebsten für immer einsperren würde. Und dann gibt es noch Chase, der Probleme gerne mit den Fäusten klärt. Er bezeichnet sich selbst als jemand, der kein Gutmensch, aber auch kein Arschloch ist. Das trifft es ziemlich gut. Immer wieder treffen die Figuren auf einander und so verweben sich die einzelnen Erzählstränge mit der Zeit. 

Der Schreibstil wirkt manchmal etwas abgehackt und holprig, vor allem in den actionreicheren Szenen. Generell sind die Sätze eher kurz und es dauerte eine Weile, bis ich in einen gewissen Lesefluss kam. Sprachlich hätte es etwas runder sein können. Um die Spannung zu vergrößern wird viel mit Cliffhangern und Perspektivenwechseln gearbeitet. Glücklicherweise gibt es nur drei Figuren, die diese Geschichte erzählen. Viele Dinge sind sehr detailliert beschrieben, vor allem bei den Ekelszenen hätte ich darauf verzichten können. Manchmal ist weniger einfach mehr und hier weniger ins Detail zu gehen hätte den Effekt nicht geschmälert. 

Roter Mond bietet einen verschachtelten, spannenden Plot und eine Geschichte, die noch lange nachklingt. 



4 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 1 Puntk, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ Penhaligon ~*~ 638 Seiten ~*~ ISBN: 978-3764531232 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 19,99€ ~*~ 24. März 2014 ~*~

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