Donnerstag, 18. September 2014

CRAZY CAMERA - Christopher D. Salyers / Buzz Poole

Quelle Prestel


Zum Buch


"Seit der massenhaften Verbreitung von George Eastmans Kodak-Kamera ab den 1890er-Jahren ist das Medium der Fotografie zum festen Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Fotografien begleiten uns jeden Tag, das ganze Leben lang. Wir nutzen sie aktiv als Chronisten des eigenen Alltags oder passiv als Konsumenten von Bildern in Zeitungen und im Internet. Crazy Camera widmet sich einem ganz besonderen Aspekt dieser lebenslangen Bindung: dem Sammeln und Benutzen verrückter Kameras. Da gibt es das Modell in Tennisballform für Wimbledon-Fans, die Lego-Baustein-Variante für Nachwuchsfotografen, die Bierdosen-Kamera für Schnappschüsse auf dem Campingplatz oder die in pinkfarbener Ausstattung für große und kleine Barbies. Crazy Camera stellt Sammler dieser skurrilen technischen Preziosen aus allen Teilen der Welt vor und bietet einen Überblick über die Entwicklung von den 1940er-Jahren bis in die Gegenwart: eng verbunden mit dem Siegeszug der weltweiten Populärkultur und ihrer Helden wie Mickey Mouse und E.T. – auch aus deren Perspektive kann man sich ein Bild von der Welt machen."



Wie ihr wisst, habe ich vor einigen Jahren die Fotografie für mich entdeckt und poste immer wieder Fotos. Beim Stöbern bin ich auf eine Art Kamera gestoßen, die ich nie bewusst wahrgenommen und die ich in meinem Umfeld nie gesehen habe: die Spielzeugkamera. Sie macht keine professionellen Fotos und gute Bilder scheinen Glückstreffer zu sein, aber all die Formen und Farben haben mich fasziniert. 

Crazy Camera stellt vor, wie die Spielzeugkamera entstanden ist, wozu sie früher und heute benutzt wird/wurde und vor allem zeigt es, wie viele verschiedene Spielzeugkameras es eigentlich gibt. Und wie viel sie früher einmal gekostet haben. Nestlé hat beispielsweise eine Fruttolo-Kamera in Form einer weißen Kuh mit Früchten verzierten Kuh produzieren lassen. Für zehn gesammelte Aufkleber und drei Dollar Bearbeitungsgebühr bekam man die Kamera zugeschickt. Solche Werbegeschenke gab es viele von allem möglichen Marken. Besonders fasziniert bin ich von den Spielzeugkameras, die wie Getränkedosen aussehen. Oder wie ein wissenschaftliches Buch. Der Fantasie sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. 

Zwischen den Bildern, die die Kamera vorstellen, gibt es immer wieder Fotografien, die mit eben diesen Kameras gemacht wurden. Typische Merkmale der Lomography sind auf vielen von ihnen zu sehen: abgedunkelte Ecken, extremer Weichzeichner, übersättigte Farben. Und trotz all dieser Schönheitsmakel versprühen diese Aufnahmen ihren ganz eigenen Charme. 

Zwischen den Kurzporträts der einzelnen Kameras gibt es auch immer wieder längere Infotexte, wie etwa ein Interview mit dem Erfinder der Holga oder eine Vorstellung des Polaroid-Prinzips. 

Crazy Camera ist nicht nur ein Katalog für Sammler und Liebhaber sondern auch ein toller Bildband für moderne Fotografen und solche, die es werden wollen, denen das Prinzip Spielzeugkamera bisher fremd war. Es entfacht Sammelleidenschaft, Nostalgie und den Wunsch, selbst einmal mit einer solchen Spielzeugkamera zu knipsen. 




~*~ Prestel ~*~ 240 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-7913-4988-6 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 24,95€ ~*~ 25. August 2014 ~*~

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