Freitag, 19. September 2014

DER RUF DER TIEFEN - Wolfgang Hohlbein

Quelle Piper


Zum Buch



"Das Geräusch hämmernder Fäuste dringt aus dem Boiler, als Janice nackt in die Wanne steigt. Da wird auch schon die Wohnungstür zertrümmert ... Die Suche nach ihrem verschwundenen Geliebten wird für Janice zum Albtraum. In einem alten Schmugglernest, das eigentlich gar nicht existieren dürfte, wird sie von gesichtslosen Feinden verfolgt. Da spaltet plötzlich ein greller Blitz den Himmel. Im peitschenden Orkan taucht die bedrohliche Silhouette eines Schiffes aus den Fluten auf und hält direkt auf sie zu. Von den Flanken des mächtigen Seglers lösen sich Schemen, die nichts Menschliches an sich haben. Und Janice muss erkennen, dass sie etwas geweckt hat, das für alle Zeiten hätte verborgen bleiben sollen ..."





Früher habe ich Hohlbeins Bücher geliebt und es gab Zeiten, da habe ich keinen anderen Autor angerührt. Irgendwann ließ diese Phase nach und jetzt, viele Jahre später, bin ich zufällig über Der Ruf der Tiefen gestolpert und dachte: Warum nicht? 

Besonders gemocht habe ich immer Hohlbeins Schreibstil, der es schon mit wenigen Sätzen geschafft hat, mich zu packen und zu verzaubern. Doch irgendwie blieb dieses Gefühl dieses Mal aus. Im Gegenteil, ich fand die Bandwurmsätze sogar furchtbar anstrengend. Es las sich nicht flüssig und natürlich, sondern sehr gewollt. Noch ein Nebensatz und noch einer und noch einer, um möglichst viele Informationen zwischen zwei Punkte zu quetschen. Es las sich syntaktisch extrem konstruiert und hat einfach keinen Spaß gemacht. Und die Vorliebe für das Wörtchen "bizarr", das teilweise drei- bis viermal pro Seite auftaucht, ist schon fast ... naja, bizarr. Manchmal liest man auch innerhalb von zwei oder drei Absätzen zweimal einen fast wortwörtlich gleich geschrieben Satz, wo ich mir dachte: "Aha, ja, das hast du uns eine Seite vorher schon ganz genauso erklärt". 

Abgesehen von dem einen oder anderen sprachlichen Manko konnte mich Der Ruf der Tiefen auch inhaltlich in keinster Weise begeistern. Der Plot zieht sich und nachdem ich mich durch die ersten zweihundert Seiten gequält hatte, wollte ich abbrechen, habe aber weitergelesen, in der Hoffnung, dass da doch noch mehr kommt. Die Protagonisten waren mir durchweg unsympathisch, man hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten und nach der x-ten Erwähnung, wie unglaublich alt dieses formlose Ding ist, konnte ich nur noch gähnen. 

Der Ruf der Tiefen versprüht nichts mehr von dem Zauber, den hohlbein'sche Bücher früher auf mich hatten. Langweilig, vorhersehbar und durch die verschachtelte Satzkonstruktion auf Dauer anstrengend. 




1,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 0 Punkte, Sprache 0 Punkte, Figuren 0 Punkte

~*~ Piper ~*~ 560 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-492-28005-1 ~*~ Kartoniert ~*~ 14,99€ ~*~ 15. September 2014 ~*~



1 Kommentar:

  1. Danke für die Rezension! Hatte mich schon gewundert, als ich das Buch neulich in der Hand hatte - der Klappentext klang dann doch sehr nach einer Lovecraft-Kopie. Und auf Amazon gab es nur eine Rezension von jemandem, der das Buch noch gar nicht gelesen hatte... alles sehr seltsam für einen Hohlbein-Roman. Aber deine Rezension bestätigt meinen Eindruck und dass ich besser die Finger von dem Buch lassen sollte.

    Liebe Grüße,
    Klingenfänger
    von http://klingenfaenger.blogspot.de/

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