Sonntag, 14. September 2014

TEXAS BBQ - Jonas Cramby

Quelle Hädecke



Zum Buch



~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches~*~ ~*~ ~*~



Quelle und Copyright: Jonas Cramby / Hädecke
Dass deutsches Grillen und amerikanisches Barbecue nicht viel mit einander zu tun haben, ist den meisten klar. Doch was ist eigentlich der Unterschied? Was macht echtes BBQ so besonders, wieso dauert es so lange und wieso wird es derart zelebriert? Jonas Cramby nimmt sich in Texas BBQ viel Zeit, um die Faszination Texanisches Barbecue zu erklären, zu beschreiben und seine Leidenschaft dafür in Worte zu fassen. 

Das Buch ist einfach der Wahnsinn. Ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile viermal mit meiner Familie und einmal alleine in den Staaten war und jedes Mal, wenn wir dort waren, waren kleine BBQ Restaurants ein absolutes Highlight. Wir lieben Baby Back Rips und Co, die es bei uns einfach nicht gibt. Wenn die amerikanischen Köche eines perfekt können, dann ist es Fleisch zubereiten. Zumindest finden wir das. Dementsprechend groß war meine Freude, als ich Texas BBQ entdeckte und damit die Möglichkeit, mein Lieblingsfleisch selbst zu grillen. Künstliches Raucharoma kann echtem gesmoktem Fleisch einfach nichts entgegensetzen. 

Quelle und Copyright: Jonas Cramby / Hädecke
Jetzt aber zum Buch an sich. Als Einleitung gibt es eine kleine Geschichte des texanischen BBQs, gefolgt von nützlichen Hinweisen zu den richtigen und benötigten Utensilien, in denen beispielsweise verschiedene Grille vorgestellt werden. Rub- und Saucenrezepte gibt es auch. Die Aufmachung der Rezeptseiten ist recht schlicht (schwarze Schrift auf weißem Grund), wird aber durch große, verspielte Überschriften aufgelockert. Die Rezepte sind reich bebildert und die Food Fotos sind appetitlich und ansprechend gestaltet. Das Fleisch steht in diesem Buch eindeutig im Mittelpunkt und bei den Bildern läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Abgerundet wird alles durch einen Roadtrip quer durch Texas voller Fotos, die ausgewachsenes Fernweh entstehen lassen.  


~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~



Wer übrigens denkt, dass man für perfekte Rippchen einen riesigen Smoker braucht, der irrt. Die in diesem Buch vorgestellten Rezepte lassen sich auch prima in einem Kugelgrill grillen. Wir haben ein kleines Modell davon  Zuhause. Schwieriger ist es eher, die richtigen  Räucherspäne zu bekommen. Ich habe mich in verschiedenen Läden umgehört und musste für die Hickory Räucherspäne letztendlich doch auf einen Internetversand zurückgreifen. Beim Metzger meines Vertrauens bekam ich auch das richtige Fleisch für das Rezept, das ich mir ausgesucht habe: Das Sliced Pork Sandwich (Seite 56). 

Bevor es jedoch daran ging, den Grill anzuwerfen, habe ich den Texas Rub (Seite 21) zusammengemischt. Ein Rub ist eine Gewürzmischung, mit der das Fleisch vor dem Grillen eingerieben wird. Während ich das Fleisch eingerieben habe, hat mein Bruder schon mal die Basic BBQ Sauce (Seite 25) zubereitet, damit die Gewürze bis zum Abend schön durchziehen konnten. 

Mein Sliced Pork Sandwich
Ganz so einfach und bequem, wie wir es uns vorgestellt hatten, ging das Grillen dann doch nicht. Wir mussten zweimal Kohle nachlegen und ständig die Temperatur regulieren. Mal war sie heiß, mal zu kalt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Leider war das Wetter nicht schön genug, um gemütlich draußen dabei zu sitzen, trotzdem wehte immer wieder Raucharoma durchs Fenster herein. Insgesamt war das Fleisch siebeneinhalb Stunden im Grill. Eigentlich hatten wir uns das Sliced Pork ausgesucht, weil das Pulled Pork noch länger gedauert hätte, aber das Fleisch war so zart und fiel dermaßen auseinander, dass wir letztendlich doch ein Pulled Pork vor uns hatten. (Das soll keine Kritik sein, wir wollten eigentlich von Anfang an Pulled Pork haben!)
Meine Basic BBQ Sauce
Karamelisierte Zwiebeln waren in der Zwischenzeit schnell gemacht und kaum war das Fleisch fertig, wurden die Brötchen belegt. Mein Bruder hat auf die Uhr geschaut, innerhalb von 18 Minuten hatten wir die ganzen 1,2 kg zu viert vertilgt. Das Fleisch war einfach unglaublich zart und saftig und die Kruste hatte ein richtig schönes, angenehmes, süßliches Raucharoma. Der Geschmack versetzt einen gedanklich sofort in ein kleines amerikanisches Diner. Einfach perfekt.  
Die Basic BBQ Sauce hat gut geschmeckt, hatte mit einer klassischen BBQ Sauce wie wir sie aus vielen Restaurants der Staaten kennen aber nicht viel zu tun. Der Geschmack der Zwiebeln war sehr intensiv und dominant. Beim nächsten Mal probieren wir eine andere aus. Vielleicht die Carolina Hot'n'Nasty (Seite 26).



~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~



Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, gibt es in Texas BBQ keine Rezepte für eine spontane Grillparty. Damit das Fleisch so unglaublich wird, braucht es viel Zeit. Am besten sollte man sich mehrere Tage vorher überlegen, wann man was ausprobieren möchte. Wir haben um 10:30 Uhr vormittags mit allem angefangen und konnten um 19 Uhr essen. 

Ich habe erst ein Rezept ausprobiert und bin jetzt schon ein Fan des Buches. Bislang habe ich mich nie ans amerikanische BBQ gewagt, weil es für mich immer zu kompliziert klang. Doch dieses eine Rezept hat mich überzeugt, dass es zwar eine zeitaufwendige Arbeit ist, dass die sich aber durchaus lohnt, wenn man sich die Zeit nimmt. Als eingefleischte Fans des amerikanischen BBQ werden meine Familie und ich den Grill bestimmt öfter zum Smoken verwenden. 



4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Rezepte 1 Punkt, Vielfalt 1/2 Punkt, Aufmachung 1 Punkt, Preis-Leistung 1 Punkt

~*~Hädecke  ~*~ 144 Seiten ~*~ 141 Farbfotos ~*~ ISBN: 978-3-7750-0664-4 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 22,80€ ~*~ Juli 2014 ~*~

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