Donnerstag, 18. September 2014

THAILAND - Jeanne-Pierre Gabriel

Quelle edel


Zum Buch




Mit der thailändischen Küche verbinde ich automatisch exotische Zutaten, rotes und grünes Curry und sehr viel Chili. Wie exotisch die thailändische Küche tatsächlich sein kann, zeigt dieses wunderbare Kochbuch. Mit authentischen und ausgefallenen Rezepten bringt es den LeserInnen und KöchInnen die Vielfalt der thailändischen Küche näher. 

~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches~*~ ~*~ ~*~



Quelle und Copyright: Jeanne-Pierre Gabriel / Phaidon by edel
Hinter jedem Kapitel und bevor ein neues beginnt finden sich einige Doppelseiten mit Impressionen des Landes. Mal sind es Landschaftsaufnahmen, mal Menschen. Die ausdrucksstarken Fotos versetzen den Leser in die richtige Stimmung, um sich danach den exotischen Gerichten zu widmen. Typisch für so umfangreiche Kochbücher von Phaidon sind die eher sparsam gesetzten Food Fotos. Es gibt bei Weitem nicht zu jedem Gericht ein Foto, das ist aber auch gar nicht nötig. Oftmals befinden sich viele ähnliche Gerichte hintereinander, bei denen ein einzelnes Foto reicht, um einen Eindruck zu geben, wie das Gericht am Ende aussehen kann. Thailand überzeugt in seiner Aufmachung durch eine schlichte Eleganz, die schon im Cover beginnt und sich durch das ganze Buch zieht. Kleine Schnörkel und die farblich abgesetzten, ins thailändische übersetzten Gerichtnamen reichen schon aus, um das Layout aufzuwerten. 

~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~


Die Rezepte sind zur besseren Übersicht in folgende Kapitel unterteilt:


Quelle und Copyright: Jeanne-Pierre Gabriel / Phaidon by edel

  1. Pasten & Saucen
  2. Snacks & Getränke
  3. Salate
  4. Suppen
  5. Currys
  6. Gegrillt, gedämpft, frittiert
  7. Pfannengerührtes
  8. Reis & Nudeln
  9. Desserts
  10. Gastköche



Ich muss gestehen, dass ich mich sehr schwer getan habe, ein nachkochbares Rezept zu finden. Je länger ich in dem Buch gelesen habe, desto mehr erkannte ich: die thailändische Küche ist nichts für mich. Ich esse zwar gerne scharf und liebe Curry, doch viele Zutaten, die hier gebraucht und verwendet werden, gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingen oder sind schwer zu bekommen. Bei einigen Rezepten steht sogar der Hinweis:


"Diese Rezepte sind original thailändisch. In Europa sind sie nicht so einfach nachzukochen, da einzelne Zutaten wegen ihrer Exotik oder aus Gründen des Artenschutzes schwer oder gar nicht erhältlich sind."

Dazu zählen zum Beispiel Gerichte mit Grillen (z. B. Seite 100), Seidenraupenpuppen (z.B. Seite 357) oder Froschfleisch (z.B. Seite 53). Ich hätte gerne zu dem nachgekochten Curry noch einen Nachtisch probiert (Süße Kokosbällchen, Seite 428), allerdings habe ich auf die Schnelle kein Klebreismehl bekommen und der nächste Asialaden ist eine halbe Autostunde entfernt. Vielleicht hole ich das nach, wenn ich das nächste Mal in der Nähe bin und Klebreismehl bekomme. 
Natürlich gibt es auch Gerichte mit Rindfleisch, Hähnchen, Garnelen und Fisch und manche brauchen nur eine handvoll Zutaten. Die Mischung zwischen komplizierten Rezepten mit vielen Zutaten und einfachen mit nur ganz wenigen ist gut gelungen. 

Wer gerne neue Zutaten entdeckt und ausprobiert, wird dieses Buch lieben. Korianderwurzel war mir vorher kein Begriff (ich kenne nur das frische Grün und die gemahlenen Samen) und dass Keffir-Limettenblätter wie Lorbeer verwendet werden, wusste ich auch nicht. Grosella, Meljino-Blätter, Bilimbi und Rambutan sind nur ein paar Beispiele der exotischen Zutaten, die man in diesem Kochbuch kennenlernt. Für exotische Zutaten wie diese gibt es hinten ein ausführliches Glossar, das erklärt, was sich dahinter verbirgt und wie man es verwendet. 

Mein Kokoscurry mit Rindfleisch (mit Hähnchen und mehr Gemüse...)
Bei dem Curry, das ich ausprobiert habe, ging dann auch noch das eine oder andere schief. Angefangen beim Einkaufen. Es sollte ein Rindercurry (Kokoscurry mit Rindfleisch, Seite 235) werden und irgendwie hatte ich aber ein Hähnchen mit Ingwer im Kopf und überlegt, dieses ebenfalls auszuprobieren und promt lag Hähnchen statt Rind im Einkaufswagen. Dann habe ich die Möhren, die eigentlich für einen Salat gedacht waren, mit ins Curry geschnippelt, weil ich in Gedanken war. Und im Nachhinein hatte mein Curry irgendwie nicht mehr viel mit dem Rezept zu tun. Es war einfach nicht mein Tag, aber da kann das Rezept ja nichts für. Geschmeckt hat es trotzdem und zumindest die Sauce habe ich so gekocht, wie sie im Rezept stand. Die Kokosmilch und die Schärfe des Currys passen toll zusammen und wenn man Beilagen wie Reis weglässt und dafür etwas mehr Flüssigkeit verwendet, kann man es auch prima als Suppe essen. An verregneten Tagen, an denen einem einfach nicht warm werden will, gibt es für mich nichts Besseres als eine feurig scharfe, heiße Suppe. 




~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~



Thailand ist allein schon durch seinen Umschlag ein sehr edel gestaltetes Kochbuch und die Farbfotos der Umgebung verschaffen einen schönen ersten Einblick des Landes. Auch die Food Fotos sind gelungen und machen neugierig auf ihre Zubereitung. Es ist ein wunderschönes Geschenk für Thailandfans, für Menschen, die schon dort waren oder einmal dorthin möchten, für Köche, die gerne Exotisch und Ausgefallen kochen und einfach für Menschen, die eine fremde Küche kennen lernen wollen. Es trifft sicherlich nicht jeden Geschmack und meinen leider nicht, trotzdem ist es ein liebevoll und aufwendig gestaltetes Kochbuch, das gerade durch seine authentischen Gerichte besticht. 




4 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Rezepte 1/2 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Aufmachung 1 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt

~*~Phaidon by edel  ~*~ 528 Seiten ~*~ 200 Bilder ~*~ ISBN: 9783944297125 ~*~ Gebundene Ausgabe  ~*~ 39,95€ ~*~ Format 27,3 x 18,5 cm ~*~

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