Dienstag, 14. Oktober 2014

DIE VORRATSBIBEL - Ingrid Pernkopf / Willi Haider

Quelle Pichler


Zum Buch




~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches~*~ ~*~ ~*~



Selbst anzubauen scheint immer mehr in Mode zu kommen, biologisch, ökologisch, einfach das essen, was man kennt und am besten selbst geerntet hat. Doch was macht man mit den ganzen Produkten? Man kann unmöglich alles sofort essen und nicht alles lässt sich einfrieren. Und irgendwann sind schließlich auch die Kühlkapazitäten ausgeschöpft.

Quelle und Copyright: Pichler / Ingrid Pernkopf / Willi Haider
Die Vorratsbibel zeigt sehr umfangreich, wie man Lebensmittel haltbar machen und wie man dabei auch noch experimentierfreudig sein kann. Seien es Marmeladen oder Gelees, Relishs oder Chutneys, Kompotte oder Muse, Säfte oder Sirups, Liköre oder Punsche, Soßen, Senfe oder Pasten, Gebackenes oder Getrocknetes, Schmalz oder Würstchen. Hier finden sich unzählige Tipps, um Lebensmittel einzukochen und lagerbar zu machen. Vieles war mir bekannt, aber ebenso vieles war neu und es gab auch schöne Geschenkideen. Warum zu Weihnachten nicht Nougatlikör (147) selber machen? Wieso das geliebte rote Pesto nicht selbst zusammenmixen und warum nicht mal eine eigene Gewürzmischung herstellen? Dann weiß man zumindest, was drin ist.


Es gibt bei Weitem nicht zu jedem Rezept ein Bild, aber das muss auch nicht sein. Erstens würden allein die Marmeladen- und Geleerezepte ein wahres Buchmonster erschaffen und zweitens sehen Marmeladen ohnehin immer ähnlich aus. Ob man Heidelbeeren nun mit Pfirsichen oder mit Orangen kombiniert macht vom Äußeren wohl keinen großen Unterschied. Die Fotos, die es gibt, sind kreativ und wirken sehr frisch und bunt. Jedes Mal ein geschlossenes Glas zu zeigen wäre langweilig, hier wird mit Farben und Gefäßen gespielt. Oftmals dienen frische Früchte als Dekoration.
Die Rezeptseiten sind eher schlicht und sehr einheitlich gehalten. Der Untergrund ist weiß, die Schrift des Fließtextes schwarz. Die Überschriften sind größer und rot und die Worte „Zutaten“, „Zubereitung“, „Tipp“ sowie die Portionsangaben sind grün. Bei der Fülle an Rezepten finde ich diese Ordnung und Schlichtheit wichtig, damit es nicht überladen wirkt und man sich gut zurecht finden kann.

Quelle und Copyright: Pichler / Ingrid Pernkopf / Willi Haider

Nach den Rezepten gibt es noch einige Tipps zum Trocknen von Obst, Gemüse, Blüten und Kräutern und zum Tiefkühlen; es gibt einen kulinarischen Jahreszeitenkalender, der übersichtlich darstellt, in welchen Monaten man welche Zutaten ernten  bzw. kaufen kann; es gibt ein – für mich sehr wichtiges – Österreichisch-Deutsches-Küchenlatein, da ich mit Begriffen wie Karfiol, Aranzini, Ribisel, Kren, Pignoli, Kletzen und Co nicht allzu viel anzufangen weiß. Einige TL und EL Angaben wurden in Gramm umgerechnet, für alle, die es exakt haben wollen und lieber einer Waage als dem Augenmaß vertrauen. Und zu guter Letzt gibt es ein alphabetisch nach Zutaten geordnetes Rezeptregister.
Ein süßes Extra: ein Blatt voll mit Klebeetiketten, damit man Marmeladengläser und Co auch schön beschriften kann. Insgesamt sind es 20 Aufkleber.


~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~



Meine Bratapfelmarmelade mit Zimt und Nüssen
Bei dieser Fülle an Rezepten fiel es mir schwer, eine Auswahl zu treffen, weil Vieles sehr verlockend war. Angefangen habe ich mit Marmelade. Die Saison für frische Sommerbeeren ist leider vorbei, aber auch die Bratapfelmarmelade mit Zimt und Nüssen (51) klang sehr verlockend. Genau das richtige für ein süßes Herbst- und Winterfrühstück. Man braucht relativ viele Zutaten und bei den Walnüssen war ich zunächst skeptisch. Zudem dauert es recht lange, da man vor dem Einkochen die Bratäpfel backen muss. Zum Glück gibt es genau zu diesem Rezept eine tolle, ausführliche bebilderte Anleitung. Im Rezept steht, dass diese Marmelade gut als Füllung für Torten geeignet ist, aber ich finde, sie schmeck auch auf einem nussigen Brötchen ausgezeichnet. Genau das richtige für trübe Tage.



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Mein Karottenkuchen
Zum Schluss gab es, weil ich ihn schon seit Ewigkeiten backen wollte, aber nie ein Rezept gefunden habe, Karottenkuchen (Seite 310). Allerdings nicht im Glas sondern ganz normal in der Brotbackform, da er für einen Geburtstag gedacht war. Dass der Kuchen nach dem Backen im Dampfgarer nachgaren muss, hab ich erst gelesen, als der Teig schon fertig war. Auf gut Glück habe ich ihn einfach nur gebacken. Nach 45 Minuten war er gar und noch immer schön saftig. Fünf Tage später war er alle und hat noch immer saftig und lecker geschmeckt. Dieses Rezept werde ich öfter nachbacken und jetzt weiß ich, dass ich den Dampfgarer vielleicht brauche, um den Kuchen länger haltbar zu machen, aber für den sofortigen Verzehr geht es auch ohne. 


~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~


Die Vorratsbibel ist ein sehr umfangreiches Werk mit einer Fülle an Ideen und Rezepten zum Einkochen, Einmachen, Trocknen, Backen, eben einfach um Lebensmittel auch längerfristig verwerten zu können. Für junge Menschen wie mich, die gerade erst damit anfangen, ist es ein tolles Basiswerk, bei dem ich bisher absolut nichts misse.




4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Rezepte 1 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Aufmachung 1 Punkt, Preis-Leistung ½ Punkt


~*~ Pichler Verlag ~*~ 384 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-85431-681-7 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 34,99 € ~*~ Format 19,0 x 24,5 cm ~*~ September 2014 ~*~

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