Montag, 3. November 2014

BECAUSE YOU ARE HUNGRY - Antonia Kögl & Benedikt Steinle

Quelle Styria


Zum Buch


~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~



Antonia Kögl und Benedikt Steinle teilen auf ihrem Blog www.youarehungry.com ihre Leidenschaft fürs Kochen mit ihren Lesern. Seit diesem Jahr gibt es auch ihr erstes Kochbuch, das sich vor allem an Ein- und Zweipersonenhaushalte richtet. Motivation dahinter war der Versuch, ein Jahr lang der Hektik des Alltags den Rücken zuzuwenden und sich mindestens dreimal die Woche Zeit fürs Kochen zu nehmen. Nicht nur fürs Kochen, auch fürs Einkaufen guter Zutaten und natürlich auch fürs Essen. Wichtig war ihnen dabei auch, auf jegliches Food Styling zu verzichten. Die Gerichte sind so abgelichtet, wie sie auch bei ihnen auf den Essenstisch gekommen sind.


Quelle und Copyright: Styria / Antonia Kögl & Benedikt Steinle
In ihren Fotos zeigt sich, dass sie auch gar keinen Food Stylisten nötig haben, mit ein bisschen Geschick und schönem Geschirr lassen sich auch in der heimischen Küche tolle Fotos zaubern. Positiv fällt auf, dass sie sehr kreativ beim Gestalten der Rezeptseiten waren. Wechselnde Hintergrunde, mal uni, mal mit Motiv. Verschiedene Schriftarten und -größen. Manchmal steht der Text auch mitten im Bild. Oftmals, wie auf der Doppelseote 74/75 zum Thema Italien im Glas mit Foccia, wirkt das Ganze aber etwas überladen und chaotisch: ein transparenter Schriftblock, der ins Foto reichen. Eine große, geschwungene Schrift, die einen Zwischenraum ausfüllt und in die Fotos darüber und darunter reicht. Der erste Blick auf Seiten wie diese ist etwas verwirrend und es dauert ein paar Sekunden, bis man sich orientiert hat. Die Aufmachung ist fröhlich, bunt und frech, aber mir ist sie zu chaotisch, zu unstrukturiert und zu überladen. Zu große Schriften lenken von den Bildern ab, die zwar oft sehr gut gelungen sind, dafür aber oftmals zu klein abgebildet werden. 
Quelle und Copyright: Styria / Antonia Kögl & Benedikt Steinle

Die Darstellung der einzelnen Rezeptkapitel im Inhaltsverzeichnis ist zwar originell - statt einer tabellarischen Auflistung in Schrift sind es runde Kreise mit Symbolen - aber nicht immer selbsterklärend. So konnte ich mit drei weißen Strichen, die auf grünem Grund ein krummes Dreieck bilden, nicht viel Anfangen. Wenn man zu der entsprechenden Seite blättert sieht man dann, dass dieses Symbol für Starters stehen soll. 
Generell sind die Rezepte in folgende Kategorien aufgeteilt:

  1. Canapés 
  2. Starters
  3. Suppen
  4. Salate
  5. Pasta & Reis
  6. Huhn
  7. Fleisch
  8. Fisch & Meeresfrüchte
  9. Desserts

Im Anhang gibt es noch ein kleines Glossar zu bestimmten Zutaten wie Cidre, Drachenfrucht, Erbsen und Co. Mal ist es nur eine Übersetzung vom Österreichischen ins Deutsche, mal sind es historische Fakten der Zutat. Nach dem obligatorischen Register folgt noch eine Doppelseite Werbung für ihren Blog mit Screenshots und einer Erklärung, was ihre Motivation hinter dem Foodbloggen ist. 



~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~




Meine Pizza Siciliana
Ausprobiert habe ich aus ihrer kunterbunten Rezeptesammlung zwei Gerichte. Etwas Klassisches, nämlich Pizza. Oder genauer gesagt, Pizza Siciliana (Seite 42). Ein Pizzastein steht mir nicht zur Verfügung, aber ein Backofen, der bei 300°C backen kann. Obwohl die Zutaten für 4 Pizzen angebeben sind, habe ich sie verdoppelt. Laut Rezept sollen es 200g Mehl für 4 Pizzen sein, wir nehmen normalerweise 1 Pfund Mehl für die gleiche Anzahl an Portionen. Schade ist, dass keine Wasserangaben vorhanden sind. Es heißt lediglich "so lange warmes Wasser hinzugeben, bis ein homogener Teig entsteht". Der Belag aus schwarzen Oliven, Sardellen, Tomaten und Zwiebeln, überbacken mit Pecorino, ist sehr würzig, für meinen Geschmack sogar zu salzig. Etwas ungewohnt war auch die nicht vorhandene Tomatensauce. Die Zutaten kommen sofort auf den "trockenen" Teig - so hat es am Ende leider auch geschmeckt: ein wenig trocken. Alles in allem nicht übel, aber ich bleibe doch lieber bei meinem alten Rezept - sowohl was Teig wie auch Belag, Käse (Mozzarella) und Sauce (definitiv mit) angeht. 


Mein Tonis Fusion-Curry
Rezept Nummer Zwei war etwas exotischer: Tonis Fusion-Curry (Seite 117). Ein Rindercurry mit Datteln und vielen Gewürzen. Beim Kochen entwickelt sich ein sehr intensiver Nelkengeruch (obwohl ich das Pulver sparsamer dosiert habe als im Rezept angebeben). Kochend heiß im Topf probiert hat das Curry ungewöhnlich, aber sehr lecker geschmeckt. Doch später auf dem Teller wurde mir der Nelkengeruch und 
-geschmack mit der Zeit zu intensiv, er hat alles andere überlagert. Dabei harmonierten die Datteln und das Rindfleisch toll miteinander und auch die süßlich scharfe Sauce war lecker. Meine Mutter und mein Bruder haben mit mehr Appetit gegessen als ich. Mein Vater hat es nach dem ersten Bissen stehen lassen. Bei diesem Rezept scheiden sich die Geister, es ist sehr speziell und nicht jedermanns Sache. 
Am nächsten Tag habe ich mir die Reste auf der Arbeit aufgewärmt, aber über Nacht durchgezogen war das Nelkige dann so penetrant, dass ich es nicht mehr essen konnte. Ich denke, ich werde dem Curry noch einmal eine Chance geben, dann aber völlig ohne Nelke.


~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~



Das Kochbuch der beiden Blogger weist eine Vielzahl unterschiedlicher Rezepte auf, die von einfach und klassisch bis hin zu exotisch reichen. Leider konnten mich die zwei nachgekochten Rezepte nicht überzeugen und auch die Aufmachung ist mir zu chaotisch und unruhig. 




3,5 von 5 Punkten



Cover 1 Punkt, Rezepte 1/2 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Aufmachung 1/2 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt



~*~ Edition Styria ~*~ 176  Seiten ~*~ ISBN: 978-3-99011-065-2 ~*~ Broschierte Ausgabe ~*~ 19,99€ ~*~ Januar 2014 ~*~ Format 27,0 x 17,6 cm ~*~

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