Sonntag, 2. November 2014

DAS PARIS KOCHBUCH - Danyel Couet

Quelle Gerstenberg


Zum Buch



~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches~*~ ~*~ ~*~



Wer denkt, dass es in Paris nur Französische Küche gibt, der irrt gewaltig. In den verschiedenen Vierteln gibt es so viele internationale Gerichte, dass eine Restauranttour durch Paris einer kleinen kulinarischen Weltreise gleicht. Und genau deshalb ist dieses Kochbuch auch nicht nach Jahreszeiten oder Reihenfolge der Gänge unterteilt, sondern nach den Pariser Quartieren. 

Im Inhaltsverzeichnis sieht das wie folgt aus:

  1. Das afrikanische Viertel
  2. Das arabische Viertel
  3. Das jüdische Viertel
  4. In den Bistros
  5. Auf den Märkten und Straßen
  6. Das griechische Viertel
  7. Das indische Viertel
  8. Das asiatische Viertel


All diese Viertel werden zunächst mit ihrem französischen Namen vorgestellt und dann mit ihrer "Übersetzung", die ich euch aufgezählt habe. Abschließend gibt es ein alphabetisches Register und einen "kleinen Paris-Führer", der sich auf eine Seite beschränkt und kurz und knapp einige Adressen vorstellt. Oder, mit den Worten des Autors, "Pariser Straßen- und Wochenmärkte, wo Feinschmecker auf ihre Kosten kommen" (Seite 263). 

In einer kurzen Einleitung erklärt Danyel Couet, wie er zum Kochen gekommen ist, was ihn an den Pariser Vierteln aus kulinarischer Sicht so fasziniert und was sein Anreiz zu diesem Kochbuch war. Auch die einzelnen Viertel werden kurz vorgestellt, bevor die passenden Rezepte dazu präsentiert werden. So erzählt er biespielsweise, dass es im afrikanischen Viertel gar nicht unüblich ist, auf im Käfig gehaltene Hühner, die als Opfertiere dienen sollen, zu stoßen. Oder im indischen Viertel alte Bollywood-Plakate in den Straßen hängen zu sehen. Und natürlich bekommt man in den Läden alles, was man für diese Küche braucht. Seien es nun Stinkfisch oder fertige Peking-Ente, man muss nur wissen, in welchem Viertel man danach suchen muss. 

Die Bebilderung gefällt mir sehr gut. Es gibt sowohl Fotos zu den einzelnen Vierteln, um einen Eindruck der Umgebung zu bekommen, wie auch zahlreiche Food Fotos zu den Gerichten. Schön finde ich auch, wie mit den Hintergründen auf den Rezeptseiten gespielt wird. So dient dem Rezept für Gratinierte Jakobsmuscheln das Foto eines alten Fensterladens als Hintergrund. Das verleiht vielen Seiten einen rustikalen Touch. Es ist eine ausgewogene Mischung aus Bildern und Text, die dem Auge schmeichelt. Ebenfalls gut gefällt mir, dass hier zwar die einzelnen Viertel mit Bild und Text vorgestellt werden, das Hauptaugenmerk aber immer noch auf den Gerichten und ihren Rezepten liegt. 


~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~



Bei den Rezepten habe ich mich für eine typisch Französische Suppe aus dem Kapitel In den Bistros entschieden und für ein Gericht aus dem Griechischen Viertel. 

Meine Soupe á l'oignon
Das erste ist die klassische Soupe á l'oignon (Zwiebelsuppe, Seite 109), die ich zwar schon oft gegessen, aber noch nie selbst gekocht habe. Die einzige Zutat, die Probleme bereitet hat, war geriebener Gruyére. Als Scheiben bekomme ich ihn manchmal im Supermarkt, ein Stück zum Reiben oder schon fertig gerieben zu bekommen, hat sich in meiner Umgebung als unmöglich erwiesen. Nachdem ich in drei Supermärkten war, bin ich auf geriebenen Erdammer ausgewichen. Die Suppe ist schön würzig, schmeckt intensiv nach Zwiebeln und bietet sich toll als Vorspeise an.

Meine Lammfleischbällchen mit Feta
Bei dem griechischen Rezept handelt es sich um Lammfleischbällchen mit Feta (Seite 178). Auch hier gab es ein Problem beim Beschaffen der Hauptzutat: Lammhack. Ich habe in zwei Supermärkten und einem Metzger bei mir im Ort nachgefragt, keiner von ihnen dreht Lammhack frisch durch. Gefrorenes habe ich schon einmal ausprobiert, das Ergebnis war sehr enttäuschend. Einen Fleischwolf habe ich zwar, aber auch das habe ich schon ausprobiert und dieses Experiment ist kläglich gescheitert. Also musste ich letztendlich auf Rinderhack umsteigen. Was sehr schade ist, da meine Familie Lammfleisch liebt. Der Feta macht sich gut im Hack, er verleiht dem Gericht eine schöne Würze. Auch die Tomatensauce ist sehr aromatisch. Um es als Hauptspeise zu essen fehlt allerdings eine Sättigungsbeilage.


~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~



Das Paris Kochbuch ist nicht, wie man zunächst denken könnte, ein rein französisches Kochbuch (obwohl alle Gerichte einen französischen Namen haben). Nein, wie der Untertitel schon andeutet, handelt es sich hierbei um eine kleine kulinarische Weltreise quer durch die internationalen Viertel von Paris. Unterstützt wird das Ganze durch viele Food Fotos und Bildern von den Vierteln, von Menschen und Märkten und der Umgebung an sich. 


4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Rezepte 1 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Aufmachung 1 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt

~*~ Gerstenberg ~*~ 265 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-8369-2998-1 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 24,95€ ~*~ 19,5 x 24,5 cm ~*~ 2009 ~*~

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