Montag, 24. November 2014

KOCHEN À LA LIBERTÉ - Daniel Galmiche

Quelle Gerstenberg


Zum Buch


Obwohl ich gerne mediterran esse, hatte ich bislang noch nicht viel Kontakt zur Französischen Küche. Mit Kochen à la Liberté sollte sich das nun ändern. Nach Das Brasserie-Kochbuch ist es bereits das zweite Französische Kochbuch von Daniel Galmiche. Für mich ist es der erste Ausflug in eine bislang unbekannte Küche. 


~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~



Quelle und Copyright: Gerstenberg / Daniel Galmiche
Galmiche teilt seine Rezepte in drei Oberktegorien ein - Liberté, Egalité und Fraternité - die dann noch einmal in leichte Gerichte, Hauptgerichte und Desserts separiert sind. Vorher gibt es jedoch einiges an Informationen, beginnedn mit einem Vorwort von Heston Blumenthal und einer Einführung von Galmiche, was seine Intention hinter diesem Buch ist und was es mit der Einteilung in Liberté. Egalité und Fraternité auf sich hat. Er erzählt von seiner Familie, von seinen ersten Versuchen am Herd und wie es dazu kam. Wie sich seine Karriere entwickelt hat und wie unbeschreiblich es sich angefühlt hat, als er sein erstes eigenes Kochbuch in den Händen hielt. 

Darauf folgen eine Handvoll Grundrezepte, die ich besonders toll finde. Oftmals steht in Kochbüchern als Angabe Rinderfond, Fischfond oder Gemüsefond, aber nie, wie man ihn macht. Galmiche bietet gleich vier Fond-Rezepte, die sich bis zu vier Wochen halten. Auch Mayonnaise, Croûtons und Balsamicoreduktion zählen - unter einigen anderen - zu seinen Grundrezepten. 
Am Ende des Buches, im Anschluss an die Rezepte findet sich nebst dem obligatorischen Register auch ein Glossar. Wer kein blutiger Anfänger in der Küche ist, weiß zwar was Ablöschen und Abschrecken bedeutet, aber auch Begriffe wie en cocotte, en papillote und Velouté, die mir bislang noch nicht begegnet sind, werden hier kurz umrissen. Ich finde so etwas immer sehr schön, weil man dann beim Kochen gleich noch ein paar Vokabeln lernt. 
Quelle und Copyright: Gerstenberg / Daniel Galmiche

Die Food Fotos sind gestochen klar, brillant in ihren Farben und die abgebildeten Gerichte sind ansprechend angerichtet. Die Bilder wecken Appetit und machen Lust, die Rezepte auszuprobieren, sie versprühen Frische und mediterranen Flair. Leider gibt es nicht zu jedem, sondern nur zu etwa jedem zweiten Gericht ein passendes Foto. 
Die Aufmachung der Rezeptseite hätte etwas origineller sein können, sie ist sehr schlicht und simpel: schwarze Schrift auf weißem Grund. Hin und wieder hätte man vielleicht mit Hintergründen oder zumindest mit einer ins Auge springenden Überschrift spielen können. Abgesehen davon gefällt mir diese irgendwie elegante Aufmachung sehr gut. 



~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~



Bei den Rezepten hatte ich zunächst Angst, dass ich nicht viel finden würde, das mich anspricht. Bei Französischer Küche habe ich schnell Muscheln und Schnecken im Kopf, aber Kochen à la Liberté zeigt, dass sie so viel mehr bietet. So habe ich zum Beispiel ein Rezept für Rindercarpaccio mit Tatar und Wasabi-Sahne (31) entdeckt, dass ich mir prima als Vorspeise für Silvester und ähnliche Feierlichkeiten vorstellen könnte. Oder Tarte Tatin mit roten Zwiebeln und Ziegenkäse (164), die ich die Tage noch ausprobieren möchte. 

Mein Hirsch bourguignon mit dunkler Schokolade und Sternanis
Zunächst habe ich mich für ein Rezept aus Liberté und eines aus Egalité entschieden. Das erste ist Hirsch bourguignon mit dunkler Schokolade und Sternanis (54). Es dauert recht lange (Kochzeit 2 Std. 25 Min.) und bietet sich daher perfekt als Sonntagsessen an. Man braucht ziemlich viele Zutaten, die man nicht unbedingt alle im Haus hat. Sternanis wird bei uns beispielsweise so gut wie nie verwendet. Als Pilze der Saison gab es bei uns selbst gesammelte Maronen und Steinpilze. Der Geschmack war anfangs gewöhnungsbedürftig, durch die dunkle Schokolade und den Sternanis ist die Sauce recht herb. Aber Löffel für Löffel hat es besser geschmeckt, bis am Ende feststand: das machen wir noch mal. Bei uns gab es übrigens noch Apfelrotkohl dazu. 


Meine Schweinelendchen mit Pilzen, Feigen und Maronen
Rezept Nummer 2 hat uns sogar noch besser geschmeckt und noch schneller von sich überzeugt. Schweinelendchen mit Pilzen, Feigen und Maronen (118). Dieses Rezept ist schneller zubereitet, wurde aber trotzdem ein Sonntagsessen. Als die Sauce gerade köchelte und mein Bruder in die Küche kam, schnupperte er und fragte: "Gibt es Ente a l'Orange?" Ich habe ihn erstaunt angesehen, aber er hatte recht. Die Feigen haben ein so fruchtiges Aroma abgegeben, dass man es tatsächlich mit einer Orangensauce verwechseln konnte. Geschmeckt hat es aber nachher ganz anders. Ich muss gestehen, ich liebe ohnehin Gerichte mit Maronen. Aber dieses hier war nicht nur leicht und schnell gemacht, es war auch noch unglaublich lecker und hat allen aus der Familie gleichermaßen geschmeckt. 


~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~



Daniel Galmiche hat mich überzeugt, dass die Französische Küche es wert ist, sich noch gründlicher in ihr umzusehen und noch mehr auszuprobieren. Sein zweites Kochbuch begeistert durch aufregende, leckere Rezepte, ein originelles Konzept und tollen Food Fotos. 




4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Aufmachung 1 Punkt, Rezepte 1 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt

~*~ Gerstenberg ~*~ 228 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-8369-2099-5 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ August 2014 ~*~ 29,95€ ~*~ Format 25,2 x 19,6 cm ~*~

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