Donnerstag, 27. November 2014

WINTERCOCKTAILS - Maria Del Mar Sacasa / Tara Striano (Fotos)

Quelle Bassermann


Zum Buch


Bei dem Wort "Cocktail" denke ich automatisch an ein mit Obst und Schirmchen verziertes Glas, gefüllt mit einem bunten Flüssigkeiten Mix. Ein absolutes Klischee. Maria Del Mar Sacasa präsentiert in ihrem Buch eine Auswahl an Wintercocktails, die nichts mit Sonne, Strand, Meer und Schirmchengetränken zu tun haben. Natürlich werden auch in der kalten Jahreszeit Cocktails getrunken - heiße wie kalte - aber die unterscheiden sich, finde ich, stark von ihren sommerlichen Pendants. 


Die Rezepte in diesem Buch sollen trostlose Tage wärmer erscheinen lassen und gemeinsamen Abende mit Freunden und Familie vor dem Kamin das gewisse Etwas verleihen. 



~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~



Vor den Rezepten gibt es noch einige Informationen. Zunächst folgt eine Doppelseite an Gewürzen & Co, die in keiner Vorratskammer bzw. keinem Kühlschrank fehlen sollten, um immer eine gute Basis für Cocktails im Haus zu haben. Darunter zählen z.B. Honig, Schokolade, Tonic Water und Kaffee. Auf der nächsten Doppelseite werden alkoholhaltige Flüssigkeiten vorgestellt, die "in keiner Bar fehlen" sollten. Darunter zählen Klassiker wie Rum und Wodka, aber auch einiges, von dem ich noch nie gehört habe: Domaine de Canton, Bärenjäger und Chambord. Was ich auf diesen vier Seiten stark vermisse, sind Bilder. Die Seiten sind recht langweilig gestaltet (s. Abb. 1). Drei Spalten, schwarzer Text auf weißem Grund. Die Namen der Dinge sind fett gedruckt, der Teasertext ist etwas größer und die Überschrift noch größer. Keine Bebilderung, keine Farben, keine Schnörkel. Hier fehlt etwas fürs Auge. 

Abb. 1
Quelle und Copyright: Bassermann / Maria Del Mar Sacasa 
Auf der nächsten Seite werden Barutensilien und Zubehör vorgestellt. Hier gibt es zwar ein Foto, auf dem ist aber nicht alles abgebildet, was im Text vorgestellt wird. Und es fehlt eine Nummerierung, um die Begriffe den abgebildeten Geräte zuzuordnen. Beim darauffolgenden Gläsersortiment gibt es auch keine Fotos, sondern nur grobe schwarz-weiß Zeichnungen. Interessant sind dagegen die kurzen Erklärungen, wie viel Flüssigkeit in die jeweiligen Gläser passt und für welche Art Cocktail sie verwendet werden. 

Zu einigen Anwendungen und Methoden gibt es - endlich bebilderte - 3-Schritt-Anleitungen. Mit Bild und Text wird zum Beispiel erklärt, wie man eine Champagnerflasche öffnet, wie man Zuckerränder herstellt, wie man Zutaten zerstößt, oder wie man Karamell herstellt. Ich muss gestehen, dass ich eine ausreichende Bebilderung bei den Utensilien, etc. sinnvoller gefunden hätte. Für die hier vorgestellten, simplen Handgriffe brauche ich keine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung. 


Abb. 2
Quelle und Copyright: Bassermann / Maria Del Mar Sacasa  / 
Tara Striano 
Auf der letzten Doppelseite des Buches gibt es das obligatorische Register, in dem sich Cocktails wie Zutaten gleichermaßen suchen lassen.

Die Aufmachung der Rezepte ist etwas besser, aber immer noch recht schlicht und irgendwie langweilig. Die Fotos können mich nicht überzeugen (Beim Irish Coffee (64/65) sieht man vor allem eine schmutzige, aber leere und eine halb abgeschnittene gefüllte Tasse und einen Ausschnitt eines bekleckerten Tellers. Nichts davon sieht appetitlich aus und macht Lust, diesen Cocktails nachzumachen.) Aber auch die Fotos, auf denen das Produkt vollständig zu sehen ist, sind oftmals schlicht und ohne wirkliche Dekoration abgelichtet. Generell wirken die Fotos etwas trist, was zwar zur Jahreszeit passt, mich aber nicht motiviert, durch das Buch zu blättern. Es gibt auch Fotos, auf denen ein bisschen mit Zutaten als Dekoration gespielt wurde, aber es überzeugt mich leider nicht. Das, von dem am Anfang so geschwärmt wird, die winterliche Gemütlichkeit, das wohlige Gefühl mit Freuden vor dem Kamin zu sitzen... - diese Ausstrahlung fehlt dem Buch. Am meisten Winter-Gefühl versprühen die Inhaltsverzeichnisseiten wie die, die ich oben abgebildet habe (s. Abb. 2)



~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~



Nun aber zu den Rezepten. Diese sind zunächst in mehrere gröbere Kategorien eingeteilt:


  1. Grog & Glühwein
  2. Eierpunsch, heiße Schokolade, Kaffee & Tee
  3. Punsch & Bowle
  4. Gekühlte Wintercocktails
Zunächst habe ich mich am Klassiker Glühwein (Seite 33) versucht. Etwas verwundert hat mich der Brandy als Zutat (und davon nicht zu wenig), der das ganze gleich viel gehaltvoller macht. Beim Aufkochen roch es schön nach Glühwein. Der fertige Glühwein war sehr aromatisch, recht süß und durch den Brandy scharf. Die zerkochte Birne war nicht meins, hat den Männern in meiner Familie aber gut geschmeckt. Insgesamt hat er nicht schlecht geschmeckt, aber was Glühwein angeht bevorzuge ich doch etwas mildere Variationen. 

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Danach habe ich Mamas Geheimwaffe (Seite 58), einen amerikanischen Milchpunsch ausprobiert. Da hier nicht viel an Gewürzen reinkommt, ist es entscheidend, einen guten Rum zu haben. Im Grunde ist es eine heiße Milch mit Honig mit Schuss. Geschmeckt hat er mir, er war nicht zu süß, nicht zu scharf. Beim Abkühlen hat sich eine unappetitliche Haut gebildet, wie das bei heißer Milch oft der Fall ist, daher am besten trinken, solange er noch richtig heiß ist. Anders als den Glühwein werde ich diesen Wintercocktail bestimmt noch mal machen. Vielleicht, wenn das nächste Mal Freunde zum Plätzchenbacken vorbeikommen. 


Ich muss gestehen, dass ich von den Rezepten etwas enttäuscht war. Ich hatte mir mehr davon versprochen und gedacht, dass es mehr Cocktails in diesem Buch gibt, die mich ansprechen. Eigentlich probieren wir sehr gerne Neues aus, aber hier hat mich nicht viel angelacht. Vielleicht versuche ich mich noch am Brandy Alexander (90) oder am Weißen Glühwein (34). Cocktails wie Heißer Rum mit Butter (30) reizen mich dagegen gar nicht. 



~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~




Wintercocktails bietet sicherlich das eine oder andere interessante Rezept, so richtig überzeugen konnte es mich aber nicht und die recht langweilige Aufmachung hat meine Lust, in diesem Buch nach Rezepten zu stöbern, etwas gedämpft. Alles in allem sind die ausprobierten Rezepte zwar in Ordnung, ich hatte mir generell aber mehr von Wintercocktails versprochen. 





3 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Rezepte 1/2 Punkt, Vielfalt 1/2 Punkt, Aufmachung 0 Punkte, Preis-Leistung 1 Punkt

~*~ Bassermann ~*~ 125  Seiten ~*~ ISBN:978-3-8094-3350-7 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 9,99€ ~*~ November 2014 ~*~ Format 23,0 x 20,0 cm ~*~


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