Montag, 29. Dezember 2014

FRISCH GEKOCHT IN SÜFTIROL - Maria Reichhalter Prader & Veronika Mahlknecht Stampfer

Quelle Löwenzahn


Zum Buch


Seit über 25 Jahren fahren meine Eltern jedes Jahr in ein kleines Hotel in Schluderns, Südtirol und beinahe ebenso viele Jahre sind mein Bruder und ich mitgefahren. Manchmal im Sommer, aber meistens zum Skifahren. Ein Aspekt dieser Urlaube, an den wir seit jeher gute Erinnerungen haben, ist die Südtiroler Küche: Kartoffelnocken, Kaiserschmarrn, Hirtenmarkkaronie. All diese geliebten Gerichte habe ich auch in diesem Kochbuch wiedergefunden, wenn auch abgewandelt. 


~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~



Frisch gekocht in Südtirol bietet eine Auswahl an Rezepten aus der bäuerlichen Küche Südtirols: einfach, naturverbunden und lecker. In ihrem Vorwort weisen die beiden Köchinnen darauf hin, wie wichtig ihnen frische und natürliche Zutaten sind und wie sehr sie dabei auch auf ihren ökologischen Fußabdruck achten. Auf der folgenden Doppelseite stellen sich die beiden samt gemeinsamen Foto vor, was ich sehr schön finde. Bevor es nun zu den ersten Rezepten geht, stellen die beiden noch einige Tipps und Tricks für die heimische Küche vor. Womit man als Neuling anfängt und was man als Anfänger tunlichst vermeiden sollte, was man beim Einkaufen zu beachten ist, wie man richtig für Gäste kocht, und wie man mit einfachen Mitteln schön anrichten kann. 
Quelle und Copyright Löwenzahn Verlag


Im Anschluss an die Rezepte folgt ein Glossar, eine kurze Übersicht über verwendete Abkürzungen und das obligatorische Register. Die weitere Aufmachung, vor allem das Seitenlayout gefällt mir gut. Die Fotos haben einen Rahmen und durch künstliche Schatten wird ihnen mehr tiefe verliehen. Von Weitem könnte man denken, jemand habe die Bilder eingeklebt, statt aufgedruckt. Allerdings hätte ich mir hier gewünscht, dass das auch einheitlich über das gesamte Buch angewandt wird. Manchmal haben Food Fotos, die eine ganze Seite einnehmen, diesen weißen Rahmen samt Schatten und rundherum noch einen breiten Rand, auf dem auch die Seitenzahl abgebildet ist (z.B. Seite 18) und manchmal füllt das Foto die gesamte Seite aus, ohne Rahmen, ohne Schatten, ohne Rand (z.B. Seite 22). Zwar werden die ausfüllenden Fotos nur dann verwendet, wenn ein neues Rezeptkapitel beginnt, beim ersten Durchblättern habe ich es dennoch als irritierend empfunden.
Quelle und Copyright Löwenzahn Verlag
Die Rezeptseiten sind, was den Text betrifft, aufgeräumt und so aufgebaut, dass man alles schnell findet. Portionsangaben, Zeitaufwand, Name des Gerichts und Tipps sind in rot geschrieben. Die einzelnen Schritte bei der Zubereitung wurden - vielleicht aus Platzgründen - nicht durch einen Absatz sondern durch einen kleinen roten Punkt mitten im Text getrennt. Es wurde mit einer großen, angenehm zu lesenden Schrift gearbeitet, die dem Auge schmeichelt. Auf die Dauer als eher unangenehm habe ich dagegen das intensive Rot empfunden. Es ist ein Tomatenrot, das auf mich irgendwie aggressiv wirkt. Da gibt es andere Farben und auch andere Rottöne, die dem Auge mehr schmeicheln.


~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~




Die Rezepte sind noch einmal in folgende Kapitel unterteilt:

  1. Gaumenfreuden vor dem Essen
  2. Suppen und Vorspeisen
  3. Hauptspeisen 
  4. Für Naschkatzen
  5. Köstlichkeiten aus dem Backofen
  6. Leckerbissen für die Vorratskammer
  7. Menüvorschläge für besondere Anlässe
Ich habe mich für zwei Hauptspeisen entschieden, wobei ich die zweite nicht als Hauptspeise sondern eher als Party-Fingerfood, Silvestersnack oder Zwischenmahlzeit bezeichnen würde.
Zunächst gab es Hausnudeln (57). Pasta mit einer würzigen Tomatensauce und Pecorino. Trotz Speck und Knoblauch war die Sauce für unseren Gaumen recht fade, was aber eher daran lag, dass die frischen Tomaten um diese Jahreszeit einfach nicht sonderlich aromatisch sind. Mit Dosentomaten hätte es vielleicht fruchtiger geschmeckt. Etwas seltsam finde ich den Tipp zu diesem Rezept: "Für die Hausnudeln eignen sich alle Nudelarten außer Tagliatelle". Da frage ich mich doch 1), warum? und 2), aber z.B. Spaghetti, Bavette und Pappardelle schon? (alles Bandnudeln in verschiedenen "Stärken".)
 
Rezept Nummer 2 nennt sich Speck-Pilz-Muffins (94) und zählt in diesem Kochbuch als Hauptspeise. Dazu muss ich einfach sagen, dass ein Muffin, ob nun süß oder herzhaft, bei uns einfach nicht als Hauptspeise zählt. Ein Muffin ist bei meiner Familie etwas, das man sich alles schnelles Frühstück gönnt oder als Snack zwischendurch und dementsprechend unbefriedigend war es auch, als wir diese Muffins zum Mittagessen gemacht haben. Sie waren zwar nicht trocken - im Gegenteil, sie klebten am Muffinpapier und ließen sich kaum lösen -, aber sie waren auch recht fade und mir haben sie auch nicht sonderlich geschmeckt. Zum Glück hatten wir Abends eine Feier, denn wohin mit anderthalb Blechen Muffins? Leider wurden sie auch von den Gästen nicht gerade mit Begeisterung gegessen. Dieses Rezept wandert leider nicht auf meine "Muss ich nochmal kochen"-Liste. 
Vielleicht probiere ich noch den Apfel-Walnuss-Schmarren (118), wobei mir persönlich ein Rezept für klassischen Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren lieber gewesen wäre. Einige Rezepte, die ich aus meinen Urlauben in Südtirol kenne und mittlerweile mit der Südtiroler Küche in Verbindung bringe, habe ich vermisst. Wie etwa Pfifferlingsravioli und Kartoffelnocken (nicht als Suppeneinlage wie bei der Grießnockensuppe (26), sondern als Hauptgericht). 
 

~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~

 

Das Prinzip von Frisch gekocht in Südtirol und zu meisten Teilen auch die Aufmachung gefallen mir. Die ausprobierten Rezepte haben mich leider nicht richtig überzeugen können und einige andere Rezepte habe ich vermisst. Trotzdem ist es ein schönes Kochbuch und es gibt noch das eine oder andere Gericht, das ich nachkochen möchte. 


3,5 von 5 Punkten
Cover 1 Punkt, Aufmachung 1/2 Punkt, Rezepte 1/2 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt
~*~ Löwenzahn ~*~ 190 Seiten ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ SBN: 978-3-7066-2563-0 ~*~ 24,95€ ~*~ August 2014 ~*~

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