Donnerstag, 11. Dezember 2014

THE ART OF SIMPLE FOOD - Alice Waters



Quelle Prestel

Zum Buch


Schon beim Aufschlagen des Buches fällt auf, dass wir es bei The Simple Art of Food mit einem Kochbuch der etwas anderen Art zu tun haben. Ich bin nicht einmal sicher, ob es überhaupt unter Kochbuch gelistet werden sollte, für mich ist es mehr ein botanisch-kulinarischer Ratgeber.



~*~ ~*~ ~*~Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~




Alice Waters - so erklärt schon Carlo Petrini in seinem Vorwort - hat ein etwas anderes Verständnis von Rezepten als andere. Ihre Rezepte sind Fließtexte, Geschichten, Anekdoten, verwoben mit den nötigen Hinweisen. Alles Wichtige ist fett gedruckt, um es schneller zu finden. Trotzdem, übersichtlich sieht anders aus. Aber um Übersichtlichkeit und Struktur scheint es Alice Waters auch nicht zu gehen. Ihr Hauptaugenmerk liegt vielmehr auf der Leidenschaft zum Essen. Nicht nur Essen wie in "fertiges Gericht" sondern auch Essen wie in "die Zutat in ihrer Ursprungsform". 


Quelle und Copyright: Alice Waters / Prestel
Als Hobbyköchin finde ich Alice Waters The Art of Simple Food nicht ansprechend, das sage ich gleich. Als Hobbygärtnerin dagegen finde ich es extrem interessant. Teil 1 widmet sich den Pflanzen und passenden Rezepten. Sie beginnt mit Kräutern und ihren Blüten, informiert über Garten- und Blattsatalte / Knoblauch, Ziwebeln, Lauch und Schalotten / Wurzeln und Knollen / Fenchel, Staudensellerie, Spargel, Kardonen und Rhabarber / Erbsen, dicke Bohnen, grüne Bohnen, Bohnenkerne und Erdnüsse / Tomaten, Auberginen, Paprika, Mais und Okra / Frisée, Endivie, Radicchio, Chicorée und Puntarrelle / Grünkohl, Blattkohl, Stängelkohl, Mangold, Spinat, Amarant und Asia-Gemüse / Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi und Rosenkohl / Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche und Nektarinen / Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Heidelbeeren, Maulbeeren und Rote Johannisbeeren / Feigen, Trauben, Äpfel, Birnen, Quitten, Kaki, Granatäpfel, Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln / und endet schließlich bei Zitronen, Limetten, Orangen, Grapefruits, Kumquats, Mandarinen und Zitronatzitronen. Im Anschluss gibt es noch ein kulinarisches Kapitel zum Thema "Gemüse und Früchte haltbar machen". 



Teil 2 des Buches widmet sich dem Eigenanbau. Angefangen beim richtigen Platz, über die Erde und den Boden, bis hin zu Samen, Setzlingen, der Ernte und Obstgärten. Im Anschluss gibt es noch einige Informationen zu Werkzeugen und ihren Quellen, sowie ein Glossar und das obligatorische Register. 


Quelle und Copyright: Alice Waters / Prestel
Teil 1 ist so aufgebaut, dass das Oberkapitel mit einem Teaser angerissen wird, als Beispiel "Kräuter und ihre Blüten". Auf der nachfolgenden Seite werden alle Rezepte samt Seitenzahl zu diesem Thema aufgelistet, jedes kulinarisch/botanische Oberkapitel hat also sein eigenes Inhaltsverzeichnis. Die jeweiligen Kräuter werden mit einer schwarz-weiß Zeichnung, ihrem deutschen und ihrem lateinischen Namen vorgestellt und von Alice Waters beschrieben. Wie sie die Zutat verwendet, wie sie sie für sich entdeckt hat, womit man es kombinieren kann. Im Anschluss daran folgt ein Rezept, bei dem diese vorgestellte Zutat verwendet wird. Bei den Kräutern ist es oftmals nur ein einziges Rezept, bei Zutaten wie Hülsenfrüchten gibt es ein paar mehr. Abgesehen von den schwarz-weiß Zeichnungen gibt es keine Bilder, was es für mich als Kochbuch fast schon unbrauchbar macht.


~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~




Obwohl man meinen könnte, dass es sich hier um ein reines vegetarisches oder veganes Selbstversorgerbuch handelt, gibt es einige Rezepte mit Fleisch & Co. Trotzdem hatte ich so meine Schwierigkeiten, etwas zu finden, das ich nachkochen wollte. Etwas simples wie Kartoffelpüree war mir zu langweilig, viele Sachen sind eher sommerlich und bei manchen hätte ich Schwierigkeiten gehabt, alle Zutaten zu bekommen. 


Meine Lammspieße mit Oregano und Knoblauch
Schlussendlich ist es ein Rezept aus "Kräuter und ihre Blüten" geworden: Lammspieße mit Oregano und Knoblauch (Seite 26). Die Zubereitung ist denkbar simpel. Das Lamm würfeln, marinieren und erhitzen. Zum Grillen ist es die falsche Jahreszeit, daher habe ich sie in der Pfanne mit einem Klecks Olivenöl angebraten. Die Spieße sind lecker, keine Frage und die Marinade ist schnell gemacht. Als Beilagen werden Brot und allerlei Sommersalate empfohlen. Ich denke, dass ich dieses Rezept in der nächsten Grillsaison einfach noch einmal ausprobieren werde.


~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~





Eigentlich wollte ich noch etwas mit Gemüse ausprobieren, als Beilage zu einer fleischigen Hauptspeise, doch trotz mehrfachem Überfliegen des Registers habe ich nichts gefunden, das ich machen wollte. Als Kochbuch ist The Art of Simple Food für mich einfach nicht geeignet. Als Gärtnerbuch werde ich es aber spätestens im nächsten Frühjahr erneut zurate ziehen. 
 






Als Kochbuch würde The Art of Simple Food nur 2 von 5 Punkten von mir bekommen (Cover 0 Punkte, Rezepte 1/2 Punkte, Vielfalt 1 Punkt, Aufmachung 0 Punkte, Preis-Leistung 1/2 Punkt), doch da ich auch die Informationen für Hobbygärtner mit einfließen lassen möchte, gibt es


3 von 5 Punkten


~*~ Prestel ~*~ 436 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-7913-4991-6 ~*~ Gebundene Ausgabe (Halbleinen) ~*~ 34,95€ ~*~ September 2014 ~*~ Format 18,5 x 23,5 cm ~*~ 

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