Sonntag, 11. Januar 2015

LIEBLINGSMENÜ - edel

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Es ist wahrlich nicht immer leicht, das perfekte Menü zusammenzustellen. Wie viele Gänge sind angemessen, was muss ich beachten, was kann ich kombinieren, wie groß sollen die Portionen sein? Für welchen Anlass koche ich, für wie viele Personen? Wie verhalte ich mich als Gastgeber korrekt?



~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~



Lieblingsmenü - Stilvolle Menüs von Spitzenköchen für Zuhause bietet 15 Menüs von verschiedenen Köchen, die man als Anregung, Inspirtation oder als fertigen Menüplan verwenden kann. Darunter auch zwei vegetarische Menüs mit nur drei anstelle von fünf Gängen. 

Quelle und Copyright: edel
Nach einem Vorwort werden sehr ausführlich die sieben Regeln für den perfekten Gastgeber präsentiert. Die Idee finde ich gut und als Einleitung steht auch, dass der Hobbykoch gerne so manche Regel vergisst oder nicht beachtet. Und es ist sicherlich interessant, mal eine Abend lang den perfekten Gastgeber zu spielen. Was beim Lesen einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat, war der Tonfall, in dem die Regeln formuliert sind. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich empfand ihn als sehr oberlehrerhaft, fast schon arrogant. Eine Prise Humor hätte dem Ganzen sicherlich gut getan. Das betrifft nicht nur die sieben Regeln, sondern auch - oder vor allem - der anschließende Leitfaden zum Thema Tischkultur. 
Bevor nun die Menüs präsentiert werden, stellen sich die Köche vor. Im Anschluss daran gibt es einen weiteren Leitfaden zum Thema Alkoholfreie Getränke, sowie einige Grundrezepte zu denen u.a. Hühnerfond (Seite 234), Kandierte Walnüsse (238) und Parmesan-Chips (238) gehören.
 


Quelle und Copyright: edel
Die Aufmachung der Menüs ist gut gelungen und so angeordnet, dass man sich leicht zurecht findet. Alles ist schön übersichtlich, die Seiten sind nicht zu überladen. Zunächst wird das Menü auf farbigem Hintergrund benannt und in einem kurzen Text vorgestellt. Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich das Foto eines gedeckten Platzes und das Menü wird noch einmal wie auf einer Karte auf de Teller gedruckt. Die Schriftfarbe passt zum Unterteller und der Serviette, ansonsten ist der Platz von Menü 1 schlicht eingedeckt. Es sieht elegant und einladend aus. Menü 5 wirkt rustikaler und gleichzeitig verspielter mit dem Holztisch und der Artischocke.

Anschließend werden die einzelnen Komponenten des Menüs samt Zutaten, Zubereitung und eventuellen Tipps vorgestellt. Die Bebilderung fällt recht sparsam aus, der Fokus liegt auf den Rezepten selbst. Schön ist, dass die zu Beginn des Menüs vorgestellte Farbe sich wie ein roter Faden durch das ganze Menü zieht. Seien es farbige Seitenränder, Schriftzüge oder ein Logo. Originell - wenn auch wieder ein wenig oberlehrerhaft - ist das kleine Abbild eines gedeckten Platzes unten auf den Rezeptseiten, wo farbig angezeigt wird, welches Besteck für dieses spezielle Gericht verwendet wird.



~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~



Die Menüs sind recht fischlastig, vor allem, was die Vorspeisen betrifft. Fisch-Fans werden ihre wahre Freude mit den Menüs haben, Fleischliebhaber müssten sich ihr perfektes Menü aus mehreren vorgestellten Menüs zusammenstellen und hätten dabei nicht sonderlich viel Auswahl. 
Ich hatte überlegt, Weihnachten eines der Menüs nachzukochen, wenn meine Großeltern dabei sind und sich der Aufwand lohnt. Da von uns sechs aber nur zwei Leute Fisch und Meeresfrüchte essen, habe ich die Idee schnell wieder verworfen und lieber zwei einzelne Gerichte nachgekocht und die Mengen dementsprechend angepasst. Der Reiz, ein vollständiges Menü nachzukochen, besteht nach wie vor, ich warte lediglich auf die passende Gelegenheit. Am meisten reizt mich Menü Nummer 5:

  1. Kartoffelsuppe
  2. Roh marinierter Nordsee-Steinbutt
  3. Linguine mit Bottarga di Muggine
  4. Scaloppine vom Bio-Kalbsfilet
  5. Lauwarmes Schokoladenküchlein.

Vorerst habe ich mich für eine Suppe und ein Fleischgericht entschieden. Zunächst gab es als leichtes Mittagessen die Schaumsuppe von der Jungen Erbse (Seite 58, Menü 3). Aus Allergiegründen habe ich auf den Knollensellerie verzichtet, ansonsten habe ich mich ans Rezept gehalten. Ich konnte mir erst nicht vorstellen, dass der Fenchel gut zur Suppe passt, aber das Gericht hat wieder einmal gezeigt: ausprobieren lohnt sich. Der Fenchel verleiht der Suppe eine gewisse Frische und Leichtigkeit, die den Appetit anregt, aber nicht sofort sättigt. Genau die richtige Kombination also für eine Vorsuppe.


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Abends gab es dann Rindfleisch mit schwarzer Bohnensauce (Seite 180, Menü 11). Im Grunde ist es asiatisch gewürztes Rindfleisch mit knackigen Möhren und glasig gebratet Zwiebeln. Leicht, lecker, mit einer subtilen Ingwerschärfe. Die schwarzen Bohnen sind Geschmackssache. Meinen Bruder und mich haben sie nicht gestört, mein Vater fand sie lecker und meine Mutter mag sie überhaupt nicht. Wenn man das weiß, kann man sie getrost weglassen und hat immer noch ein leckeres Gericht.    


 

~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~




Lieblingsmenü bietet 15 aufregende Menüs, mit denen man seine Gäste sicherlich beeindrucken kann. Die Aufmachung ist etwas bildarm, ansonsten aber sehr gelungen. Sie wirkt edel und elegant, passend zum Anlass. Besonders toll finde ich das weiße Cover mit der fühlbaren Struktur und der goldenen Prägung. Die Rezepte könnten etwas mehr Variationen zeigen, alles in allem sind sie sehr fischlastig und somit nicht jedermans Geschmack. 



3,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Aufmachung 1/2 Punkt, Vielfalt 1/2 Punkt, Rezepte 1 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt

~*~ edel ~*~ 240 Seiten ~*~ 90 Bilder ~*~ ISBN: 978-3841902665 ~*~ Gebundene Ausgabe ~*~ 36,00€ ~*~ 18. November 2013 ~*~ Format 28 x 21,5 cm ~*~       

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