Sonntag, 11. Januar 2015

WHAT'S FOR PUDDING - Eva Maria Lipp

Quelle Edition Esspapier



Zum Buch



Mit "Pudding" verbinde ich gemütliche, kuschelige Kindheitserinnerungen an Tage, an denen meine Mutter am Herd stand und für uns alle Pudding gekocht hat. Der vanillige, verführerische Geruch hat uns alle in die Küche gelockt, noch im Topf wurde die heiße, süße Masse probiert. Dass Pudding nicht nur süß und gemütlich, sondern auch erstaunlich vielfältig sein kann, zeigt Eva Maria Lipp in ihrem Kochbuch What's for Pudding - Süße und pikante Rezeptideen



~*~ ~*~ ~*~ Aufmachung des Buches ~*~ ~*~ ~*~



Schlägt man das Buch auf, finden sich bereits in der Umschlagklappe 9 Tipps, mit denen das Puddingkochen immer gelingt: dass man süßen Pudding abdecken kann, damit er beim Auskühlen keine Haut bildet; wann Puddingformen gefettet und wann sie mit kaltem Wasse ausgespült werden müssen; etc. 
Quelle und Copyright: Edition Esspapier / Eva Maria Lipp
 In ihrem Vorwort erklärt Eva Maria Lipp, warum sie ihren Pudding lieber selbst kocht, als auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Und da stimme ich ihr voll uns ganz zu, wenn sie sagt: wer weiß schon, welche Zusatzstoffe in gekauften Puddings enthalten sind? Ihr ist Kochen mit frischen, natürlichen Zutaten wichtig. Neben "normalen" süßen und pikanten Rezepten bietet sie auch vegetarische, vegane, laktosefreie und glutenfreie Rezepte. 

Die Rezepte sind ganz simpel in zwei Kategorien eingeteilt:
  1. Süß und cremig
  2. Pikant und würzig
Im Anschluss daran findet sich das obligatorische Rezeptregister. In der hinteren Umschlagklappe versteckt sich eine Erklärung des Titels "What's for pudding", woher der Begriff "Pudding" stammt, wofür er früher verwendet wurde und was er heute bedeutet. Ich finde, diese interessante Ausführung hätte ruhig im Buch, beispielsweise nach dem Vorowort, stehen können.
Quelle und Copyright: Edition Esspapier / Eva Maria Lipp
Die Rezeptseiten sind reicht bebildert, wenn auch nicht jedes Rezept mit einem passenden Food Foto ausgestattet wurde. Besonders toll finde ich, wie vielfältig Pudding aussehen kann. Aus meiner Kindheit kenne ich nur die typische Creme zum Löffeln. Rezepte wie Kuzu Mochi (38) zeigen, dass Pudding auch wie Kuchen aussehen kann. Dieses Bild erinnert mich an japanischen Klebreiskuchen. Manche, wie der Orangenlikörpudding (51) sehen, richtig angerichtet, aus wie Cocktails. Und der herzhafte Käferbohnenpudding mit Speck (80) erinnert an im Glas gebackenes Brot oder Muffins. Puddings sind also nicht nur, was ihre Zutaten anbelangt, unglaublich vielfältig, sondern auch, was ihr Aussehen betrifft. 

~*~ ~*~ ~*~ Rezepte ~*~ ~*~ ~*~ 

 

 

 

Für meinen Geburtstag bzw. die Geburtstagsgäste habe ich einen alkoholischen Pudding versucht: Vanille-Whiskey-Pudding (44). Seit ich 2013 in Schottland war, habe ich eine Faszination für Rezepte mit Whisky entwickelt und das schottische Cranachan zählt zu meinen liebsten Nachspeisen. Den Pudding zu kochen war denkbar einfach. Das Schwierigste war eigentlich, Gelbzucker zu bekommen. In Ermangelung an Puddingförmchen haben wir ihn nicht gestürzt, sondern in eine Glasschüssel gefüllt und später Nocken abgestochen. Das war vielleicht auch ganz gut so, denn der Pudding ist mächtig gehaltvoll. Auf 500ml kommen 80ml Whisky. Wer keinen Alkohol verträgt, sollte die Finger von diesem Nachtisch lassen. Ich glaube, wenn ich ihn noch einmal mache, nehme ich 60ml, damit der Whisky nicht den Vanillegeschmack überdeckt. Ansonsten sehr lecker, eine tolle Kombination. 
Bei der nächsten Feier werde ich wieder einen Pudding ausprobieren. Vielleicht Nougat-Krokant (45) oder Tapioka-Kokos (47). Oder einen herzhaften wie Roggenschrot-Spinat-Pudding mit Ziegenkäse (74) als Vorspeise. 

~*~ ~*~ ~*~ Fazit ~*~ ~*~ ~*~



Ich hätte nie gedacht, dass Pudding so abwechslungsreich und vielfältig sein kann, und bin begeistert. Edition Esspapier konnten mich mit ihrem ersten Kochbuch überzeugen und ich bin gespannt, welche Titel folgen werden. Punktabzug gibt es, weil eben nicht alle Rezepte bebildert sind und die Rezeptseiten ohne Fotos daher trotz farbigem Titel etwas nackt wirken. Gerade bei diesem süßen Thema hätten die Seiten etwas verspielter sein können. 



4 von 5 Punkten
Cover 1 Punkt, Aufmachung 1/2 Punkt, Rezepte 1 Punkt, Vielfalt 1 Punkt, Preis-Leistung 1/2 Punkt
~*~ Edition Esspapier ~*~ 96 Seiten ~*~ ISBN: 978-39503791-1-2 ~*~ Broschur mit Klappen ~*~ 17,90€ ~*~ Format 20 x 20 cm ~*~
  

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