Donnerstag, 26. Februar 2015

LESUNG zu CHRISTOPH SCHMITZ' Kinderbuch "FLÜCHTEN UND FLIEGEN" (BOJE VERLAG)



 Stellt euch eine Welt vor, in der der Kölner Dom nicht länger eine Kirche, sondern ein Museum ist. In der die Türme von Dombauerfamilien bewohnt werden. In der die Spitze des Südturmes droht, abzubrechen. In der der Roncalliplatz ein riesiger Garten voller essbarer Pflanzen und Nutztiere ist. Unvorstellbar? In Christoph Schmitz' Kinderbuch Flüchten und Fliegen ist genau das passiert. 

Auf der gestrigen Lesung im Bastei Lübbe Foyer entführte Christoph Schmitz uns ins Jahr 2049, in dem die Familien von Anton und seinen Freunden dafür kämpfen, dass der Turm nicht abbricht. Doch nicht alle Bewohner des Doms scheinen es gut zu meinen: es sieht so aus, als gäbe es einen Verräter unter den Dombauern. Wer kann das sein? Und warum?

Die anwesenden Schulkinder lauschten der Geschichte um Anton, Yussuf, Leon und Milena sehr aufmerksam. Schon bevor das erste Wort gelesen wurde, kam die Frage auf: "Gibt es am Ende eine Autogrammstunde?" Ja, natürlich gibt es die. 

Christoph Schmitz hat verschiedene Kapitel ausgesucht, beginnend beim ersten, das eine rasante Verfolgungsjagd durch die Kölner Altstadt bis hin zum Dom bietet. Drei Kinder verfolgen Anton, der gerade erst mit seiner Familie in den Dom gezogen ist. Was wollen sie nur von ihm?
Zwischendurch war das Sprechtempo etwas schnell, gerade bei den rasanteren Szenen, was das Zuhörer etwas anstrengend gemacht auch. Mehr Stimmvariationen gerade bei den Dialogen hätte die ansonsten sehr monotone Intonation auflockern können und das Auseinanderhalten der Sprechparts erleichtert. Abgesehen davon war es eine sehr kurzweilige Lesung, die in einer regen Diskussionsrunde endete. Nach einer kurzen Anmoderation reckten beinahe alle Schüler ihren Finger in die Höhe. Wie lange haben Sie für das Buch gebraucht? - Wann haben Sie angefangen zu schreiben? - Wieso sind Sie Journalist geworden? - Wie sind Sie auf die Idee gekommen? - Wie groß ist der Unterschied zwischen dem ersten Entwurf und dem fertigen Roman? - Wie viele Bücher haben Sie schon geschrieben? - Warum wurde der Roncalliplatz zu einem Garten? - Wird es eine Fortsetzung geben? - Warum ist der Dom in Flüchten und Fliegen ein Museum und keine Kirche mehr? 

Als Belohnung für ihre Aufmerksamkeit und Neugierde gab es nicht nur ein Buffet mit frischen, belegten Brötchen und Getränken, sondern auch noch ein Exemplar von Flüchten und Fliegen für jeden, das sich die Kinder nach der Lesung signieren lassen konnten. Christoph Schmitz nahm sich nicht nur die Zeit für die Autogramme, sondern posierte mit den Schülern auch für Fotos, wenn sie ihn danach fragten. Im Rahmen der Fragerunde erzählte er sogar, wie die erste Idee zu Flüchten und Fliegen vor etwa 15 Jahren entstanden ist: er erzählte seinen Kindern eine selbsterdachte Gute-Nacht-Geschichte von einem Jungen, der vor einer Bande Kinder fliehen musste und sich auf den Dom rettete. Weil die Verfolger ihn dort oben nicht erreichen konnten - und weil Christoph Schmitz' Kinder solche Geschichten liebten - pinkelte der Junge vom Dom aus auf sie herab. Aus dieser abendlichen Geschichte für seine Kinder entstand nach und nach die Idee zum Roman Flüchten und Fliegen.


Meine Neugierde hat Christoph Schmitz mit seinem Kölner Zukunftsroman geweckt und mein Exemplar von Flüchten und Fliegen liegt bereits auf meinem Nachttisch. In den nächsten Tagen werde ich es lesen und die Rezension online stellen. 

Ein ausführliches Interview mit Christoph Schmitz von Lübbe gibt es hier


Quelle Lübbe

Flüchten und Fliegen
Christoph Schmitz
Boje Verlag
ab 10 Jahren
Harcover
12,99€
ISBN: 978-3-414-82421-9

 (Alle abgebildeten Fotos sind von mir und unterliegen dem Copyright)

 

   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen