Dienstag, 3. März 2015

ICH SEHE WAS, WAS NIEMAND SIEHT! - Tim O'Rourke

Quelle CARLSE



Zum Buch



Charley ist anders als die anderen. Manchmal hat sie etwas, das sie selbst Blitze nennt. Dann sieht sie Bilder von Menschen, die bald sterben werden. Es sind kurze, schnelle Abfolgen von Bildern. Manchmal hört sie auch Stimmen und Geräusche. Ihr Vater denkt noch immer, sie bilde sich das alles ein. Nur Natalie, ihre beste Freundin, hat Charley geglaubt. Doch Natalie ist tot, überfahren von einem Zug. In ihren nächsten Blitzen sieht Charley, wie ein anderes Mädchen verschleppt und bewusstlos auf Eisenbahngleise gelegt wird, damit ein heranrasender Zug die Arbeit des Killers übernimmt. War Natalies Tod vielleicht gar kein Unfall? Charley versucht, die Stelle aus ihren Blitzen zu finden - und trifft dabei auf Constable Tom Henson, der im Fall eines getöteten Mädchens ermittelt: es wurde von einem Zug erfasst...

Obwohl niemand außer Natalie ihr geglaubt hat, beschließt Charley, Tom von den Blitzen zu erzählen. Da sie Dinge weiß, die sie nicht wissen kann - außer, sie ist die Killern - glaubt er ihr. Seinem Chef kann er nichts von Charley erzählen, aber er beschließt, mit ihr gemeinsam zu ermitteln und ihre Blitze zu nutzen, um die Wahrheit herauszufinden. Nur er und sie glauben, dass das Tod des Mädchens kein Unfall, sondern Mord war. 

Schon das Cover ist rätselhaft, denn der Titel ergibt nur dann Sinn, wenn man ihn von unten nach oben ließt. Auch der Inhalt steckt voller Rätsel, beginnend bei einem Anruf von Natalie - auf deren eigener Beerdigung. Wer kann das sein? Die Geschichte wird abwechslend aus der Ich-Perspektive von Charley und Tom geschildert. Beide haben es nicht leicht. Charleys Mutter ist früh gestorben und ihr Vater versucht ihr immer und immer wieder einzurden, dass ihre Blitze Hirngespinste sind. Er ist eine sehr unsympathische Figur, der seine Tochter in keinsterweise unterstützt. Tom ist neu bei der Kriminalpolizei und wird aufgrund seines jungen Alters von den erfahrenen Kollegen nicht ernst genommen. Vielleicht verstehen sie sich deshalb so gut, denn zusammen haben sie nicht das Gefühl, dem anderen etwas beweisen zu müssen. 

Die Auflösung, wer die Mädchen umgebracht hat, ist überraschend - doch wenn man die Geschichte noch einmal rekapituliert, ist sie nachvollziehbar und das eine oder andere ergibt mit dieser Auflösung mehr Sinn. Ledigleich das Ende wurde mir etwas zu knapp abgehandelt, ich hatte das Gefühl, das nicht alle Fragen beantwortet wurden. Ich glaube zwar zu wissen, wer Charley von Natalies Handy aus angerufen hat, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Das Ende kam auch deshalb sehr überrascht, weil auf den letzten 30 Seiten eine Kurzgeschichte zu lesen ist, die zwar in der gleichen Welt spielt, sonst aber nicht viel mit Ich sehe was, was niemand sieht zu tun hat. Diese Bonusgeschichte könnte ich mir, ausgebaut, ebenfalls als Roman vorstellen. Ich bin gespannt, was wir noch alles von Tim O'Rourke zu lesen bekommen werden.




5  von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Chicken House ~*~ 336 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-551-52074-6 ~*~ Taschenbuch ~*~ 14,99€ ~*~ Februar 2015




1 Kommentar:

  1. Ich fand das Buch auch ganz gut, lediglich die Charaktere waren mir dann doch etwas zu klischeehaft und oberflächlich irgendwie, was allerdings von die Kürze der Geschichte vermutlich kommt...
    Beim Ende kann ich dir nur zustimmen, ich hätte nie gedacht, dass es so endet und war wirklich einen Moment sehr schockiert, allerdings ist es wirklich logisch und erklärt einiges.

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