Montag, 6. April 2015

DAS UNENENDLICHE MEER (2) - Rick Yancey

Quelle Goldmann



Zum Buch







In Die fünfte Welle wurde uns erzählt, wie sich Cassie und ihr Bruder Sam nach den ersten vier Wellen der Anderen durchgeschlagen haben. Sie hatten alles verloren, wurden voneinander getrennt, mussten tagtäglich um ihr Leben kämpfen. Während Sam in einem Ausbildungscamp auf Ringer und Zombie stieß und dabei den Kampfnamen Nugget bekam, traf Cassie auf Evan Walker, einen Silencer, einen der Anderen, der sie erst töten wollte und dann gerettet hat. 

In Das unendliche Meer wird die Geschichte dieser Figuren weiter erzählt, beginnend mit dem gefürchteten Auftreten der fünften Welle. Obwohl auch Cassie weiterhin aus der Ich-Perspektive erzählt, ist es in diesem zweiten Buch Ringer, die im Fokus der Geschichte liegt. Etwas irritierend ist hierbei, dass zu Beginn der Kapitel nicht erwähnt wird, wer gerade erzählt. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich schwer getan habe, Cassie und Ringer in den Ich-Erzählungen auseinander zu halten. In Zusammenhang mit anderen Figuren wurde schnell klar, mit wem man es zu tun hat, weil beide andere Bezugspersonen haben. Cassie mit ihrem Bruder Sam und dem Silencer Evan Walker und Ringer mit Zombie und Teacup. Waren diese anderen Figuren gerade mal nicht dabei, wurde es etwas schwieriger, sie auseinander zu halten, weil sie sich sehr ähnlich sind. Mit Schuld ist vielleicht auch der Klappentext, in dem Ringer mit keinem Wort erwähnt wird und in dem es so aussieht, als sei Cassie nach wie vor die Haupterzählerin.

Inhaltlich schlägt Das unendliche Meer eine neue Richtung ein, was die Wellen betrifft. Ich bin nicht sicher, ob alle Figuren davon erfahren oder nur eine. Leider habe ich eine Wendung in dieser Art irgendwie schon erwartet, was wohl ein Schocker werden sollte, löste in mir nur ein "Hab ich's doch geahnt" aus. Die Hinweise waren einfach zu deutlich. Trotzdem hat die Geschichte nicht an Spannung verloren, es geht nur auf einmal in eine ganz andere Richtung. Der Ton der Geschichte hat sich irgendwie verändert und ich bin gespannt, worauf das alles hinausläuft. Ich habe da bereits eine Vermutung, vor allem Vosch betreffend, hoffe aber einfach, dass Rick Yancey sich etwas anderes - besseres - einfallen lässt. 

Nach wie vor gut gefällt mit Rick Yancey einnehmender Schreibstil, der manchmal zwar etwas wirr ist, dafür aber auch Gefühle gut transportiert. In Aktionszenen wird es manchmal etwas unübersichtlicht, die Sätze ziehen sich ins Endlose und zwischendurch wusste ich nicht, wer jetzt eigentlich auf wen schießt. Die ganzen Schießereien sind eine ganz andere Sache. Die Protagonisten sind immer noch Kinder, und was die an Schussverletzungen mal eben so wegstecken... Klar, oftmals ist es kritisch und Silencer wie Eavn Walker haben eine Ausrede, aber gerade bei Zombie und vor allem bei Poundcake musste ich dann doch die Stirn runzeln.

Die Story hat hier und da an Glaubhaftigkeit verloren, manches ist etwas übertrieben dargestellt und die Wendung die fünf Wellen betreffend hinterlässt einen etwas schalen Beigeschmack, weil sie so vorhersehbar war. Trotzdem hat mich Das unendliche Meer ausgesprochen gut unterhalte, weil mich die Geschichte der Figuren wieder einmal gepackt und berührt hat. Trotz mancher Kritikpunkte kann ich das Ende der Trilogie kaum erwarten.





4,5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Goldmann ~*~ 351 Seiten ~*~ ISBN:978-3-442-31335-8 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 16,99€ ~*~ März 2015 ~*~

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