Donnerstag, 23. Juli 2015

LIEBE IST WAS FÜR IDIOTEN. WIE MICH - Sabine Schoder

Quelle Fischer


Zum Buch


Liebe ist was für Idioten. Wie mich. erzählt die Geschichte der Halbwaisin Viki, die durch die teilweise sogar gewalttätige Hassbeziehung zu ihrem Vater zu einer Zynikerin geworden ist. Seit ihre Mutter an Lungenkrebs starb, als Viki sieben Jahre alt war, ist ihr Leben ein Kampf. Zuhause, in der Schule, in ihrer Freizeit... Sie glaubt nicht an die Liebe und bringt ihre Einstellung durch schwarze Kleidung zum Ausdruck. Sie ist kein Goth oder Emo, sie mag einfach keine Farben. Als sie Jay Ferrety, den Sänger der Schulband Major Malfunction trifft, hatte sie eigentlich vor, ihn erst anzumachen und dann abblitzen zu lassen, soo wie er es ständig mit seinen Groupies tut. Stattdessen kiffen sie die halbe Nacht und Viki erwacht am nächsten Morgen nackt in seinem Bett, Klamotten und gebrauchte Kondome am Boden verstreut. Aus Rache, weil er sie mehr oder weniger rausschmeißt, wirft sie seiner Mutter im Gehen einen Kommentar an den Kopf: "Ihr Sohn hat ein kleines Drogenproblem". Und damit tritt sie eine Lawine los, die sich schnell zu einer turbulenten Liebesgeschichte voller unerwarteter Höhen und Tiefen entwickelt. 

Mir gefällt besonders, wie sich der Ton der Geschichte verändert. Wir erleben die Geschichte aus Vikis Sicht, geschrieben in einer Ich-Perspektive voller zynischer und sarkastischer Kommentare, voller Selbstironie aber auch Unsicherheit und Hoffnung. Viki ist eine Protagonistin, die unglaublich echt wirkt. Ihr ewiger Kampf mit ihrem alkoholsüchtigen Vater, die Gefahr, in der Schule durchzufallen, ihre Art, Probleme erst einmal mit Gras zu bekämpfen, ihre widersprüchlichen Gefühle gegenüber Jay Ferrety... Es macht Spaß, ihrer Geschichte zu lauschen, und manchmal blieb mir das Lachen im Hals stecken, weil es eigentlich überhaupt nicht witzig sondern eher furchtbar traurig war. In der zweiten Hälfte des Romans kippt dieser sarkastische Ton in einen ernsteren, bedrückenderen und Viki erkennt, dass sie das erste Mal in ihrem Leben etwas gefunden hat, das ihr wichtig ist - und es könnte sein, dass sie es schon sehr bald wieder verlieren wird.

Es geht um zerrüttete Familien und die erste große Liebe, um Drogenprobleme und den Überlebenskampf an der Schule und vor allem um die Findung des eigenen Ichs. Wer bin ich und wer will ich sein? Der Buchtrailer beginnt mit dem Spruch "Es gibt Liebesgeschichten aus Hollywood. Und es gibt das echte Leben" und obwohl ich das Ende für sehr 'Hollywood' halte, so treffen diese beiden Sätzen ansonsten doch vollkommen auf Liebe ist was für Idioten. Wie mich. zu.

Sabine Schoder hat mit ihrem Debüt eine emotionale, echte Liebesgeschichte geschrieben, die vor allem durch die Vielschichtigkeit ihrer Charaktere überzeugt. Eine wunderbare Romanze voller Hoffnungen und menschlicher Abgründe für Leser ab 14 Jahren.



5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Sprache 1 Punkt, Figuren 1 Punkt

~*~ Fischer ~*~ 348 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-7335-0151-8 ~*~ Taschenbuch ~*~  12,99€ ~*~ 23. Juli 2015 ~*~ 


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