Dienstag, 13. Oktober 2015

DAS ALABASTERGRAB - Helmut Vorndran

Quelle Goldmann


Zum Buch


Bislang waren und sind es immer die süddeutschen Kriminalromane, die mich interessieren. Sei es nun in Buchform oder in Form von Fernsehserien wie Die Rosenheimcops: Krimis aus Süddeutschland, besonders solche mit Dialekt, haben für mich einfach einen ganz eigenen Charme. Mir gefällt das Humorvolle an diesen Kriminalromanen, denn wenn ich es wirklich spannend und düster will, greife ich lieber zum Thriller. Krimis sollen für mich in erster Linie also eines: mich unterhalten und Spaß machen.

Das sind also die Voraussetzungen, mit denen ich an Das Alabastergrab herangegangen bin. Zunächst bietet es eine Fülle an Sehenswürdigkeiten, die er Leser sich gleich für seinen nächsten Trip nach Oberfranken merken kann. Ein bisschen weniger hätte es ruhig sein können, ich mag es, wenn noch Raum für die Fantasie bleibt. 
Der Kommissar Henderlein mag es lieber ruhig, er genießt die verbrechensfreien Tage und verbringt seine freie Zeit gerne bei einem oder zwei Bieren. Viel unterhaltsamer als Haderlein ist aber das Ferkel. Ja, richtig, ein Ferkel, und es spielt nicht nur eine Rolle, es ist eine Figur, aus dessen Perspektive zwischendurch erzählt wird. Eigentlich mag ich tierische Krimis, aber hier wurden mir die vielen Perspektivenwechsel zu viel und zu ... ausgefallen? Ich hätte es schöner gefunden, wenn Vorndran sich beispielsweise auf das Ferkel, den Kommissar und vielleicht eine weitere Person konzentriert hätte. Mir ist es ein bisschen zu viel, ein bisschen zu bunt. Als hätte er zu viel gewollt, zu viel in einen zu kleinen Roman quetschen wollen. Es wirkt ein wenig überladen. Kurz gesagt, die Idee gefällt mir, die Umsetzung ist ausbaufähig. 

Der Plot des Krimis gefällt mir. Die unterschiedlichen Fraktionen (Angler und Bootsfahrer), die Tagung der CSU, die Leichen. Der geübte Krimileser erkennt die Auflösung etwas schneller, als mir lieb ist, aber dafür ist der Plot selbst so abgedreht, dass er irgendwie wieder Spaß macht - und er gleicht den Humor wieder aus, der mir ehrlich gesagt zu platt ist.

Setting, Figuren, Ton, Atmosphäre, Dialekt: es ist ein Krimi nach meinem Geschmack, wenn er auch an einigen Stellen überzogen daherkommt. Was mich zudem ein bisschen stört ist der Schreibstil, der etwas runder und flüssiger sein könnte. Es ist kein Krimi, den ich in einem Flutsch durchlesen konnte. 

Übrigens, wem Inhalt und Titel bekannt vorkommen: 2009 ist Das Alabasergrab bereits (mit deutlich abweichendem Cover) im Emons Verlag erschienen. Ich muss sagen, dass mir das neue Cover deutlich besser gefällt, weshalb ich vermutlich auch erst jetzt danach gegriffen und es gelesen habe. 



3 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ Goldmann ~*~ 416 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-442-48273-3 ~*~ Taschenbuch ~*~ 9,99€ ~*~ 14. September 2015 ~*~ 

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