Sonntag, 22. November 2015

THE PEOPLE'S REPUBLIC OF WACKN - HEEL

Quelle HEEL


Zum Buch mit DVD

 

Es gibt wohl kein anderes Festival, das so berühmt ist wie Wacken. Selbst wenn man die Musik nicht mag. Selbst wenn man in dem Irrglauben liegt, Metal sei Krach, bei dem Menschen komisch rumschreien und bei dem es keinen Sänger gibt, der diese Bezeichnung verdient. Selbst dann KENNT man es. Mein Opa bezeichnet Metal gerne als "organisierten Krach". Wenn meine Freundinnen zu Besuch sind, bitten mich einige, andere Musik anzumachen. Radiomusik. Mainstreammusik. Nein danke. Wenn ich neuen Bekannten erzähle, welche Musik ich höre, kommt als aller erstes: "So siehst du gar nicht aus". Stimmt. Ich trage keine schwarze Lederkluft, keine Nietenarmbänder, keine Springerstiefel. Und trotzdem höre ich Metal, weil die Fans des Genre so vielfältig sind wie das Genre selbst. 

Einen Großteil eben dieser Vielfalt kann man Jahr für Jahr bei Wacken erleben, sofern man denn zu den Glücklichen gehört und eine der begehrten Karten ergattert hat. 1990 fand das Heavy-Metal-Festival das erste Mal in dem kleinen Örtchen in Schleswig-Holstein statt. Der übergroße Bildband The People's Republic of Wacken gibt eine detaillierte Einführung in die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des Festivals. Sehr schön ist, dass der Text zweisprachig ist, sodass auch die unzähligen internationalen Fans in den Genuss dieses Bild- und Geschenkbandes kommen können. 

Quelle wacken.com

In diesem Band werden nicht nur einige der Künstler vorgestellt, sondern auch die Menschen, die Wacken überhaupt erst möglich machen. Die Organisatoren, beispielsweise. Sie erzählen, was ihre Aufgabe bei Wacken ist, was sie möglich gemacht haben, woran sie beteiligt waren. Sabina Classen hatte beispielsweise die Idee, Flyer zu drucken, um das Festival auch in Hamburg bekannt zu machen. Mitbegründer Jörg Jensen erzählt von den ersten Festivals mit 800 Zuschauern. Er ist es auch, der von dem besonderen Heimatgefühl bei Wacken spricht. Auf keinem Konzert, auf keinem anderen Festival fühlen sich die Menschen so wohl, so heimlig. Nicht nur den Organisatoren, auch den Fans wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Bilder haben die Atmosphäre, den Spaß, die Wildheit genau eingefangen. 

Und dann sind da die Künstler. Neben Fotos von ihnen auf der Bühne gibt es auch immer weider Zitate zu ihrer Einstellung zu Wacken. Was sie so daran lieben, warum sie immer wieder kommen, was das Festival zu etwas so Besonderem macht. Natürlich sind die ganz Großen mit dabei. Lemmy Kilmister (Motörhead), Alice Cooper, Airborne, Ozzy Osbourne, Accept. Auch einige meiner Lieblinge sind dabei, Sabaton und Hammerfalll, beispielsweise. Vermisst habe ich Volbeat und 5FDP. 

Als zusätzliches Schmankerl zu dem großartigen Bildband gibt es am Ende eine kleine, weiße, quadratische Papierhülle und darin verbirgt sich die DVD 25 Years Louder Than Hell: The W:O:A Documentary. In dieser geht es auch um die Entstehungsgeschichte mit Fotos, Videpclips der Bands und Interviews der Gründer und Bewohner zu den Anfängen des Festivals. Dabei sind viele alte Aufnahmen der ersten Konzerte. Klar sind die etwas pixelig, aber es ist einfach genial, diese alten Konzerte auf dem Bildschirm zu sehen und dann die Kommentare der Künstler dazu zu hören. Unterteilt ist die DVD in drei Kapitel: The Beginning, A New Millenium und The Consolidation. Wenn man will, kann man auch einfach ein Jahr anklicken und die DVD springt an die entsprechende Stelle. Für meinen Geschmack hätten die Konzertausschnitte noch einen Ticken länger gespielt werden können, vielleicht ein halbes Lied statt nur ein paar Sekunden. Abgesehen davon - und dass ich Volbeat auch auf der DVD vermisse - sind sowohl Buch wie auch DVD einfch großartig. 

Wenn man The People's Republic of Wacken kauft, kauft man am besten gleich zwei Exemplare: eines zum Verschenken und eines für sich selbst. 



~*~ HEEL ~*~ 240 Seiten ~*~ ca. 300 Farbfotos ~*~ ISBN: 978-3-95843-054-9 ~*~ Gebundene Ausgabe mit DVD ~*~ 59,00€ ~*~ 25,4 x 38,1 cm ~*~ deutsch/englisch ~*~ 



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