Mittwoch, 1. Juni 2016

DIE ZEITAGENTIN ~ EIN FALL FÜR PERI REED (1) - Kim Harrison

Quelle Heyne


Zum Buch



Mit Kim Harrison bin ich vor Jahren kurz in Berührung gekommen, als ich den ersten Band ihrer Vampirserie Rachel Morgan angefangen habe - angefangen, nicht zuende gelesen. Damals konnten mich weder Stil noch Plot überzeugen, aber das ist ewig her und Die Zeitagentin hörte sich klasse an. Die Idee erinnert ich an die alte TV-Serie Seven Days, die ich früher geliebt habe, also musste ich es einfach noch einmal versuchen.

Zeitreiseromane sind immer kompliziert, daher ist es umso wichtiger, dass sie einer inneren, erkennbaren Logik folgen. Klar, Zeitreisen sind nicht möglich, aber es ist möglich, im Rahmen von Sci-Fi oder Fantasy gute fiktive Szenarien zu erschaffen, in denen sie es eben doch sind. Die Reisen in Die Zeitagentin sind kurz, maximal eine Minuten können die Menschen mit der Begabung zurückspringen, Peri Reed sogar nur 40 Sekunden. Das Zeitreiseparadoxon umgehen sie damit, dass sie sich mit jedem Sprung nicht nur in der Zeit zurück, sondern auch zwischen Paralleluniversen bewegen. Soweit nichts Neues. Was danach folgt - Gedächtnisverlust, 'Anker', unkontrollierte Sprünge -, das ist recht kompliziert und wird einfach nicht gut und ausführlich genug erklärt. So wirkt das ganze Prinzip irgendwie undurchsichtig und unlogisch. 

Was mir nachwievor nicht gefällt, ist Kim Harrisons Schreibstil. Dieses gewollt-lässige, dazu das künstlich-coole, abgebrühte Verhalten der Protagonistin. Von der ersten Seiten an liest es sich so unecht, so künstlich, dass ich keinen Zugang zu Peri Reed finden konnte. Sie war mir einfach zu cool und zu wenig authentisch. Sie ist keine Figur, zu der ich eine emotionale Bindung aufbauen konnte - was mir immer sehr wichtig ist - sondern hat mich nur genervt. Ebenso oberflächlich wie die Figuren selbst (es wird sehr viel über Klamotten geredet), sind auch deren Charakterisierungen. Außer, dass Peri viel zu cool ist, ist mir eigentlich nichts von ihr oder den anderen im Gedächtnis geblieben. Nicht einmal die Namen. 

Nach Jahren habe ich es gewagt, es noch einmal mit einer Autorin zu probieren, die mich beim ersten Mal nicht von sich überzeugen konnte. Neue Reihe, neues Glück. Leider ist auch dieser Versuch fehlgeschlagen und ich denke, Kim Harrison werde ich von jetzt an meiden, so spannend sich die Klappentexte ihrer Romane auch anhören. Sie trifft einfach nicht meinen Geschmack. 




2 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 0 Punkte, Figuren 0 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ Heyne ~*~ 640 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-453-31730-7 ~*~ Paperback ~*~ 14,99€ ~*~ 11. April 2016 ~*~ Aus dem Amerikanischen von Frauke Meier ~*~



 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen