Sonntag, 23. Oktober 2016

DIE LAUNENHAFTIGKEIT DER LIEBE - Hannah Rothschild

Quelle DVA


Zum Buch


 ~*~*~*~*~*~*~*~  INHALT  ~*~*~*~*~*~*~*~ 

"Annie McDee ist nach London gezogen, um nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund einen Neuanfang zu wagen. Eines Tages kauft die junge Köchin in einem Trödelladen ein verstaubtes kleines Gemälde, nicht ahnend, dass dieses Bild nur wenige Monate später die internationale Kunstwelt in helle Aufregung versetzen wird. Schwerreiche russische Oligarchen, Staatspräsidenten, die Gattin eines Ölscheichs und ein Gangster-Rapper werden vor dem altehrwürdigen Auktionshaus Monachorum & Sons Schlange stehen, um den »Verkauf des Jahrhunderts« für sich zu entscheiden. Doch auch Annies Leben wird durch ihren Zufallsfund auf den Kopf gestellt. Denn unversehens gerät sie ins Zentrum der dunklen Machenschaften skrupelloser Kunsthändler, die zu allem bereit sind, damit ein gut gehütetes Familiengeheimnis nicht ans Tageslicht kommt ..."
(Quelle DVA)

  ~*~*~*~*~*~*~*~ MEINE MEINUNG ~*~*~*~*~*~*~*~


Die Launenhaftigkeit der Liebe. Nicht nur der Titel des Buches, sondern auch der Titel des Gemäldes, das im Fokus dieser Geschichte steht. Dieser Roman ist keinesfalls eine kitschige 08/15-Liebesgeschichte, sondern vielmehr ein Gesamtkunstwerk. Und genau darum geht es in dieser Geschichte auch. Um Kunst und die Welt der Künstler und Kunstliebhabe, um Kunsthändler und Kunstdiebe und um ein ganz besonderes Gemälde. 

Obwohl Hannah Rothschilds Erzählweise uns Zugang zu den Gedanken aller Figuren verschafft und obwohl Die Launenhaftigkeit der Liebe eine Menge Figuren zu bietet hat, sehe ich doch Annie McDee als Protagonistin an. War sie es doch, die den Stein erst ins Rollen gebracht hat, in dem sie nach London gezogen ist und das Gemälde erworben hat. Ein Gemälde, mit dessen spektaulärem Verkauf der Roman beginnt, um dann einen Sprung in die Vergangenheit zu machen. Ein Gemälde, das selbst als Ich-Erzähler zu Wort kommt und mich mit seiner herrlich sarkastischen Art ein ums andere Mal zum Lachen gebracht hat. 

"Ich wusste, dass ich gerettet werden würde, aber nicht, dass es fünfzig Jahre dauern sollte. Es hätte Suchmannschaften geben müssen, Bataillone und Legionen. Warum? Weil ich unbezahlbar bin [...]."
(Seite 31)

Die Launenhaftigkeit der Liebe ist weder eine kitschige Lovestory noch ein nervenzerreißender Thriller oder ein reines Familiendrama, obwohl es hier und da Elemente von all dem ausweist. Inhaltlich ist der Roman viel zu komplex, um ihn zusammenzufassen. Was ich sagen kann, ist, dass die Kunst und alles, was man mit ihr verbindet, im Vordergrund steht. Was den Roman so zauberhaft macht ist aber nicht nur die Komplexität des Plots und der Figuren, sondern auch Hannah Rothschilds Schreibstil. Sie schreibt mit einer Ruhe und Gelassenheit, die den Leser bisweilen mehr Nerven kostet als ein actiongeladener Thriller. Sie zwingt uns zur Ruhe, zwingt uns, sich ihrem Tempo anzupassen, durchzuatmen, innezuhalten. 

Es fehlt mir schwer, die passenden Worte zu finden, weil ich fürchte, dem Roman nicht gerecht werden zu können. Er hat mich auf eine Art und Weise berührt, die ich nicht in Worte fassen kann. Nach der letzten Seite verspürte ich seit langem wieder das Gefühl des Bedauerns, ein Buch zuende gelesen zu haben. Aber im Grunde macht das nichts, denn ich bin sicher, dass ich beim zweiten Mal lesen wieder etwas Neues entdecken, mich in eine neue Facette verlieben werden. Denn so ist die Kunst eben.





5 von 5 Punkten

Cover 1 Punkt, Idee 1 Punkt, Plot 1 Punkt, Figuren 1 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ DVA ~*~ 512 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-421-04713-7 ~*~ Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag ~*~ 21,99€ ~*~ Aus dem Englischen von Monika Baark ~*~ 12. September 2016 ~*~
 

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