Samstag, 14. Januar 2017

ANGSTMÄDCHEN - Jenny Milewski



Quelle Heyne
 

Zum Buch


  ~*~*~*~*~*~*~*~ INHALT ~*~*~*~*~*~*~*~

"Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht …"
(Quelle Heyne)

 ~*~*~*~*~*~*~*~ MEINE MEINUNG ~*~*~*~*~*~*~*~


Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass Verlage in letzter Zeit sehr locker mit der Genrebezeichnung "Thriller" umgehen? Ich finde das irgendwie schade, weil es oft völlig falsche Erwartungen weckt. Wie im Fall Angstmädchen. Das Ausgangsszenario klingt super und könnte tatsächlich ein Thriller sein: Ein Mädchen begeht Selbstmord, eine junge Studentin zieht kurze Zeit später in die gleiche Wohnung und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Einige Details deuten aber daraufhin, dass wir es hier mit einer Geistergeschichte zu tun haben, nicht mit einem Psychothriller oder ähnlichem. Also ist es vielleicht Horror? Wäre auch nicht verkehrt, aber darf es sich noch Thriller nennen, wenn es fantastische Elemente aufweist? Wie dem auch sei, auch Horror ist Angstmädchen nicht. Nein, es ist viel mehr ein paranormales Drama. Es gibt Leichen, ja. Es gibt einen Geist, ja. Es gibt sogar eine Art kriminalistische Ermittlung. Aber alles, was einem Thriller ausmacht, fehlt Angstmädchen einfach. Kurzum, es ist nicht spannend. Kein bisschen. 

"Ich verstand das nicht. Einsamkeit verstand ich, das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, verstand ich, diese unerträgliche Erniedrigung einer Zurückweisung verstand ich. Aber diesen Gefühlen zu gestatten, sich so weit fortzupflanzen, bis man sich das Leben nahm [...] nein, ich konnte mir nicht vorstellen, an diesen Punkt zu gelangen."
(Seite 90) 



Schon zu Beginn der Geschichte bekommen wir eine recht konkrete Andeutung, wie sie enden wird, bevor sie einen Zeitsprung in die Vergangenheit macht. Zu dem Zeitpunkt, wo alles angefangen hat und das Leben von Malin und den anderen Studenten vollkommen durcheinander gebracht wurde. Angstmädchen  hatte Potenzial, zu einer klassischen Spukhausgeschichte zu werden, aber umgesetzt wurde dieses Potenzial meiner Meinung nach nicht. Jenny Milewskis Roman wird mit Stephen King verglichen, aber diesem Vergleich hält nur ein Aspekt des Romans statt: wie auch Kings Bücher öfters ist Angstmädchen furchtbar langatmig. Die Figuren sind nur mäßig interessant, die Idee ist nicht sonderlich originell und der Plot bietet zwar viel Drama und Tragödie und auch hier und da etwas Grusel, aber was dem Buch einfach an allen Ecken und Enden fehlt ist Spannung.


Dazu kommt, dass der Schreibstil zwar okay ist, es aber nicht schafft, mich zu fesseln. Was dazu führt, dass mir die Figuren relativ gleichgültig sind. Vielleicht hätte das Ende eine Gefühlsregung in mir ausgelöst, wenn mir die Figuren etwas bedeutet hätten. So war es mir ziemlich egal - sogar die Tatsache, dass gar nicht explizit erzählt wird, wie die Geschichte endet. 





2,5 von 5 Punkten

 Cover 1 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 0 Punkte, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1/2 Punkt

~*~ Heyne ~*~ 336 Seiten ~*~ ISBN: ISBN: 978-3-453-43880-4 ~*~ Paperback ~*~ 13,99€ ~*~
Aus dem Schwedischen von
Maximilian Stadler ~*~ 09. Januar 2017 ~*~

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