Montag, 6. Februar 2017

ELEANOR - Jason Curley

Quelle Heyne


Zum Buch

~*~*~*~*~*~*~*~ INHALT ~*~*~*~*~*~*~*~

"Das Leben der jungen Eleanor gerät völlig aus den Fugen, als ihre Zwillingsschwester Esme bei einem Autounfall stirbt: Der Vater verlässt die Familie, die Mutter ergibt sich dem Alkohol. Eines Tages tritt Eleanor in der Schule durch die Tür der Cafeteria und befindet sich plötzlich zu einer völlig anderen Zeit an einem völlig anderen Ort. Im Laufe der Jahre fällt Eleanor immer öfter aus der Zeit und kommt schließlich einem magischen Geheimnis auf die Spur – einem Geheimnis, das mit dem Tod ihrer Schwester zu tun hat …"
(Quelle Heyne)

~*~*~*~*~*~*~*~ MEINE MEINUNG ~*~*~*~*~*~*~*~


Ich muss gestehen, dass ich mich sehr schwer mit Eleanor getan habe, denn schon von Seite eins an standen mir die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Die Geschichte beginnt 1962. Ist das etwa ein historischer Fantasyroman? Nein, nicht ganz, denn in diesem Prolog erfahren wir etwas über Eleanor und Hob und deren gemeinsame Tochter Agnes. Dann gibt es einen weiteren Zeitsprung ins Jahr 1985, in welchem Agnes Zwillingstöchter sechs Jahre alt. Ach ja und eine dieser Töchter heißt natürlich auch Eleanor, wodurch die anfängliche Verwirrung perfekt war. Zwei Eleanors? 

"Es geschieht wieder. Die vibrierende Elektrizität, etwas, das an ihr reißt - als ob sich ein schwarzes Loch in ihrem Schlafzimmer aufgetan hätte und versuchte, sie direkt durch die Tür zu saugen."
(Seite 122)

Einige Fragen klären sich mit der Zeit, aber die durch Zeitsrpünge hervorgerufene Verwirrung bleibt oder - besser - kommt immer wieder. Ein stetiger Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit kann ausgezeichnet zur Dramaturgie eines Romans beitragen - oder sie zerstören. In Eleanor empfand ich sie eher als nervig. Es ist ein ewiges Hin und Her, mal springen wir zwei Jahren vor, dann wieder zehn zurück, dann wieder eins vor, dann zwanzig zurück. Ich konnte gar nicht richtig in die Geschichte eintauchen, weil ich mit jedem der vielen Sprünge wieder herausgerissen wurde. Ebenfalls zu diesem Gefühl beigetragen hat die Tatsache, dass es nicht nur verschiedene Zeitebenen sondern auch verschiedene Erzählperspektiven gibt. Das war mir auf Dauer einfach zu chaotisch. Immer wieder musste ich zurückblättenr und kontrollieren wer da gerade wann erzählt. 

Dabei versteht Jason Curley durchaus etwas von seinem Handwerk, denn vor allem sein Schreibstil hat es mir angetan. Es ist eine metaphorische, manchmal etwas schwermütige Sprache, die perfekt zu der düsteren und bedrückten Atmosphäre der Geschichte passt. Mal war mir der Stil etwas zu holprig, fast schon abgehackt, aber es gelingt ihm, die Trauer, die die Familie nach dem Unglück zerreißt, spürbar werden zu lassen. 

Wodurch wir jedoch gleich zu einem Punkt kommen, von dem ich noch nicht weiß, ob er mir gefällt oder nicht. Sehr, sehr lange steht die Familientragödie im Vordergrund und es dauert unbeschreiblich lang, bis die fantastischen Elemente hinzukommen. Und auch die sind anders, als ich es erwartet habe. Ich glaube, durch den Klappentext habe ich etwas anderes erwartet, aber die tatsächliche Geschichte ist durchaus lesenswert, wenn auch sehr langatmig. Mit einem besseren Lesefluss und etwas mehr Tempo hätte ich Eleanor vermutlich nicht mehr aus der Hand legen können, aber so habe ich mich die ganze Zeit über sehr, sehr schwer getan und konnte die Geschichte nicht wirklich genießen. 





3 von 5 Punkten

Cover 1/2 Punkt, Idee 1/2 Punkt, Plot 1/2 Punkt, Figuren 1/2 Punkt, Sprache 1 Punkt

~*~ Heyne ~*~ 416 Seiten ~*~ ISBN: 978-3-453-31737-6  ~*~ Paperback ~*~ 14,99€ ~*~ Aus dem Amerikanischen von Sabine Thiele ~*~ 09. Januar 2017 ~*~





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