Freitag, 7. Juli 2017

NIE SO GELIEBT ~ FIGHTING TO BE FREE (1) - Kirsty Moseley

Quelle HarperCollins


Zum Buch



~*~*~*~*~*~*~*~ MEINE MEINUNG ~*~*~*~*~*~*~*~



Gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, wird Jamie von seinem alten, zwielichtigen Arbeitgeber abgeholt, um da weiterzumachen, wo er vor seiner Verhaftung aufgehört hat. Da Jamie auf das Geld angewiesen ist, lässt er sich auf den Deal ein und klaut ein Auto. Schon wieder. Der erneute Gang ins Gefängnis scheint da nur eine Frage der Zeit zu sein, doch dann lernt er Ellie kennen, ein braves Mädchen aus gutem Hause, und er erinnert sich an die Vorsätze, die er im Gefängnis gefasst hat. Er bemüht sich, ein besserer Mensch zu werden und ein ehrliches Leben zu führen und tatsächlich scheint es ihm zu gelingen. Bis er hört, dass seine drogensüchtige Mutter wegen Geldschulden verprügelt wurde. Er beschließt, die Schulden abzubezahlen. Aber mit ehrlicher Arbeit kann ihm das niemals gelingen...

Klingt nach einer typischen Bad-Boy-Good-Girl-Lovestory, nicht wahr? Ist es eigentlich auch. Womit ich bei dem Klappentext aber niemals gerechnet hätte, ist Folgendes: Auf die schiefe Bahn geraten ist Jamie mit 11, verhaftet wurde er mit 14 und aus dem Gefängnis entlassen mit 18. Als er Ellie das erste Mal trifft, ist die gerade einmal 17 und geht noch zur Schule. Ja, ganz genau, die beiden Protagonisten in diesem Buch sind Teenager. Ob sie sich auch so verhalten? Nein, keineswegs. Jamie hat eine eigene Wohnung und Probleme mit der Miete, der muss die 13.000 Dollar Schulden seiner Mutter abbezahlen und begeht dafür nicht nur Autodiebstähle, sondern finanziert sich auch über Fightclub-Gewinne. Auch zwischen Jamie und Ellie geht es heiß her, dabei sollte man meinen, dass er in den vier Jahren im Knast nicht allzu viele Gelegenheiten hatte, sexuelle Erfahrungen mit Frauen zu sammeln. Die Protagonisten sollen also Teenager sein, verhalten sich aber, als wären sie 10 Jahre älter. Mindestens. Warum die Autorin sich für ein so junges Alter entschieden hat, was die Story teilweise unglaubwürdig erscheinen lässt, weiß ich nicht. 

Wo wir gerade bei Logikfehler und Ungereimheiten sind. Da wird jemand nach vier Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Er hat ein Konto, auf das er regelmäßig große Summen Bargeld einzahlt, welches er bei illegalen Kämpfen oder Diebstählen verdient. Wir reden hier übrigens von Erspartem im höheren fünfstelligen Betreich. Und dann passieren plötzlich Dinge in der Stadt, bei der die Polizei auf ihn aufmerksam wird, ihn sogar verdächtigt. Und die kommen nicht auf die Idee, seine Kontobewegungen zu überprüfen und mal nachzuhaken, woher er das ganze Bargeld bekommt, dass er regelmäßig einzahlt? Wie unrealistisch ist das denn bitte?

Nie so geliebt - Fighting to be free ist also eine Geschichte über Kinder, die sich wie Erwachsene verhalten. Aber - und hier kommt ein großes Aber - trotz der Sache mit dem Alter und trotz diverser Logikfehler, hat mich die Story richtig gut unterhalten. Die Geschichte von Jamie und Ellie hat mich beührt und mitgerissen, sie ist gut geschrieben und packend erzählt und ich möchte unbedingt wissen, wie es in Nie so begehrt weitergeht. 



~*~ Mira Taschenbuch ~*~ 528 Seiten ~*~ ISBN: 9783956496806~*~ Paperback ~*~ 12,99€ ~*~ 12. Juni 2017 ~*~





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